Inklusiver Spielplatz nun in Dachelhofen: Stadt will beim Hallenbad neuen Ort der Begegnung schaffen

Der schon länger geforderte barrierefreie Spielplatz soll jetzt beim Hallenbad Dachelhofen errichtet werden. Der Schwandorfer Bauausschuss zeigte sich angetan vom Entwurf, der bei der jüngsten Sitzung vorgestellt wurde. Die Stadt will etwa 580.000Euro in das Vorhaben investieren.
Im Gesamtpaket enthalten ist neben einem eigenen Behinderten-WC auch ein befahrbares Wasserspiel. Vor etwas mehr als zwei Jahren hatte die CSU-Fraktion im Stadtrat den Bau eines inklusiven Spielplatzes beantragt. Die Christsozialen hatten ursprünglich den Waldspielplatz favorisiert. Doch dieser sei wegen des großen Gefälles und dichten Baumbestands „nicht so geeignet“, so Oberbürgermeister Andreas Feller (CSU).
Parkflächen sind schon da
Für den Standort beim Hallenbad Dachelhofen sprechen dagegen gleich mehrere Argumente. Robert Bose, der stellvertretende Leiter des Stadtplanungsamts, verwies in diesem Zusammenhang auf die „sehr einfache Erschließung“ und Ebenerdigkeit des Geländes. Parkplätze seien in ausreichender Zahl vorhanden und der bestehende Spielplatz ohnehin in naher Zukunft sanierungsbedürftig. Auch der Bus hält gleich in der Nähe.
Bei der Gestaltung legten die Planer naturgemäß großen Wert auf barrierefreie Spielgeräte: Vorgesehen sind unter anderem eine Inklusionswippe, ein befahrbares Spielhaus als Rückzugsmöglichkeit und eine rollstuhlgerechte Spielkombination. Auch die Zugänge und die Wegeführung orientieren sich an den besonderen Bedürfnissen von Kindern mit Handicap – sie sind nicht nur barrierefrei, sondern auch mit einem Leitsystem ausgestattet, so dass sich auch Menschen mit Sehbehinderung auf dem Gelände zurechtfinden.
Dem selbst gesetzten Motto „Spielen mit allen Sinnen“ soll die neue Spiellandschaft ebenfalls gerecht werden – etwa durch Klangpfosten, ein Sprachrohr oder eine Spieltafel, die besonders den Tastsinn anspricht. Weitere Attraktionen sind unter anderem eine Slackline, die zwischen den vorhandenen Bäumen gespannt werden soll, oder die beiden Basketballkörbe auf dem Gelände des benachbarten Verkehrsgartens.
Highlight: barrierefrei zugängliches Wasserspiel
Besonderes Highlight gerade in den Sommermonaten ist das barrierefrei zugängliche Wasserspiel, das die beiden maroden Becken ersetzen soll. Hier ist auch eine zentrale inklusive Sitzgruppe geplant, die einen guten Überblick ermöglicht. Dazu kommen noch weitere Sitzbänke und -würfel auf dem Gelände. Alles in allem schwebt den Planern ein Ort der Begegnung vor, an dem nicht nur Kinder mit und ohne Handicap gemeinsam spielen, sondern auch ihre Eltern und Begleitpersonen miteinander ins Gespräch kommen können.
Auf rund 483.000 Euro bezifferte Planer Robert Bose die Kosten für den neuen Spielplatz. Weil das barrierefreie WC im Hallenbad nicht das ganze Jahr zur Verfügung steht, regte er den Bau einer weiteren barrierefreien Toilette auf dem Areal an – mit zusätzlichen Kosten von rund 100.000 Euro. Um die Pläne zu realisieren, müssen einige Bäume gefällt werden. Das soll aber durch Neuanpflanzungen kompensiert werden.
In der Diskussion reagierten die Stadträte einhellig positiv auf den vorgestellten Entwurf, störten sich aber teilweise an den Kosten. Hans Sieß (CSU) bezeichnete den neuen Standort als hervorragend. „Der inklusive Spielplatz steht der Stadt gut zu Gesicht und ist fast schon ein Alleinstellungsmerkmal“, sagte er.
Auch SPD-Stadtrat Alfred Braun nannte die Lage ideal, brachte aber zugleich mögliche Einsparungen ins Gespräch – etwa bei den Wasserspielen, die auch FW-Stadtrat Karl-Heinz Saur für verzichtbar hielt. Dieser befürchtete, dass die Wartung nicht nur teuer werden, sondern auch Probleme aufwerfen könne. Jochen Glamsch (UW) sprach sich angesichts der städtischen Finanzlage dafür aus, das Projekt zurückzustellen.
Mittel im Haushalt 2024
„Wenn wir das Vorhaben schieben, besteht die Gefahr, dass es hinten herunterfällt“, argumentierte dagegen Marion Juniec Möller (Grüne/ÖDP). Sie wandte sich angesichts von Klimawandel und zunehmend heißen Sommern dagegen, auf das Wasserspiel zu verzichten.
Nachdem Oberbürgermeister Andreas Feller zugesichert hatte, man werde das Projekt „auf Einsparpotenziale abklopfen“, gab der Ausschuss gegen die Stimme der UW grünes Licht. Die erforderlichen Mittel sind laut OB bereits in den Haushalt 2024 eingestellt.
