Ende der Testphase: Wie geht es mit den E-Scootern in Schwandorf weiter?

Seit 24. März sind die E-Scooter der Firma Zeus in Schwandorf unterwegs. Zunächst sollte der Betrieb für sechs Monate erprobt werden. Dieser Zeitraum endete im September. Wie also geht es weiter mit den schwarz-orangen Flitzern, die immer wieder auch für Kritik sorgten?
Nach Angaben von Zeus waren während der Testphase 80E-Scooter in der Großen Kreisstadt im Einsatz. Pro Tag sei jedes der Gefährte durchschnittlich 1,7 Mal genutzt worden. Wenn man alle Fahrten zusammenrechnet, seien seitdem insgesamt 12000 Kilometer zurückgelegt worden.
Die E-Scooter waren damals mit dem Ziel vorgestellt worden, eine „Mobilitätsalternative zu schaffen“. Auch die CO2-Bilanz sollte verbessert werden, wenn Bürger das Auto stehen lassen und lieber zum E-Roller greifen. So jedenfalls hatte Jens Altmann, der damalige Geschäftsführer von Zeus Deutschland, das Angebot begründet.
Parken sorgte in Schwandorf bald für Ärger
Für die Innenstadt waren zuvor mehrere Parkzonen festgelegt worden. Nur dort sollten die Geräte abgestellt werden können. Jenseits der Innenstadt konnten die Flitzer hingegen ohne größere Einschränkungen geparkt werden – vorausgesetzt, es blieb auf dem Gehweg genug Platz, damit Fußgänger noch vorbeikommen.
Und doch sorgte die Parksituation schnell für Kritik, weil die Geräte immer wieder an Stellen platziert wurden, an denen es eigentlich nicht erlaubt ist. In den sozialen Medien kursierten bald einige kuriose Aufnahmen – so etwa von einem E-Scooter, der auf einem Hydranten abgeladen wurde. Auch mancher Stadtrat hatte bereits im Mai die Zukunft der Gefährte infrage gestellt.
Zum Ende der Testphase teilt die Stadt auf Anfrage mit, dass es „in der Anfangsphase“ vereinzelt Beschwerden wegen falsch abgestellter E-Scooter gegeben habe. Das Ordnungsamt sei regelmäßig in Kontakt mit dem Unternehmen gestanden. „Alle Beschwerden wurden an die Firma Zeus mit der Bitte weitergegeben, die Nutzer entweder letztmalig aufzufordern, das unzulässige Abstellen der E-Scooter zu unterlassen, oder bei schweren Verstößen die Nutzer direkt zu sperren“, sagt Stadt-Sprecherin Maria Schuierer. Das habe sich wohl herumgesprochen, weil es seit Juli keine Beschwerden mehr gegeben habe. Es sei eine „positive Entwicklung“ zu erkennen.
Auch die Firma Zeus betont, dass als Reaktion auf Beschwerden zur Parksituation „umgehend“ Maßnahmen ergriffen worden seien. „Dies beinhaltete verstärkte Kommunikation über die korrekte Abstellweise und regelmäßige Überprüfungen der Abstellorte“. Allgemein habe man „aktiv mit der Stadt Schwandorf zusammengearbeitet, um die Park-Problematik zu verbessern“. Es seien dabei „verschiedene Lösungsansätze diskutiert und umgesetzt“ worden – mit dem Ziel, „eine bessere Integration unserer E-Scooter in das städtische Umfeld zu gewährleisten“.
Schwandorfs Oberbürgermeister sieht die Firma am Zug
So weit die Vorgeschichte. Nun ist die Testphase Ende September zu Ende gegangen. Doch wie geht es weiter? Bislang sind die Geräte jedenfalls weiter in der Stadt präsent. Die Firma Zeus bleibt auf Anfrage der Mittelbayerischen eher allgemein. Man sei derzeit in Gesprächen mit den Verantwortlichen in Schwandorf, „um die Zukunft unseres E-Scooter-Services zu erörtern“, teilt ein Sprecher von Zeus mit. „Wir sind optimistisch, dass wir eine positive Entscheidung treffen können, die den Bedürfnissen der Gemeinschaft gerecht wird.“ Die aktuelle Flotte von 80 Geräten hält das Unternehmen in der Großen Kreisstadt für ausreichend.
Schwandorfs Oberbürgermeister Andreas Feller (CSU) erklärt, dass es letztlich eine Entscheidung der Firma sei, ob das Angebot verlängert werde. Es sei dafür jedenfalls keine Lizenz nötig. Die Situation habe sich nach seiner Beobachtung inzwischen etwas eingespielt. „Die Witzbolde, die einfach irgendeinen Roller genommen und am Hydranten postiert haben, die sind weniger geworden“, so Feller.
Im Allgemeinen seien die E-Scooter nach seiner Beobachtung mehr geworden. Neben denen, die die Firma Zeus anbietet, gebe es zunehmend auch private Geräte. Das Thema selbst sei keine Schwandorfer Geschichte. Im Gegenteil, die Geräte seien überall unterwegs, sagt Feller. Ob sich das für die Große Kreisstadt „rentiert oder nicht, das muss die Firma entscheiden“.