Regensburger Grünanlage auf unbestimmte Zeit gesperrt: Der Villapark als Hochwasser-Opfer

Das Hochwasser ist längst weg, doch der Regensburger Villapark bleibt verschlossen. Kein Versehen, wie die Nachfrage bei der Stadt zeigt.
Spätestens beim Gassenfest am vergangenen Wochenende ist es einem größeren Publikum aufgefallen: Der Villapark ist nach wie vor geschlossen. „Wegen Hochwasser“, wie ein handgeschriebener, in Klarsichthülle gesteckter Zettel am Eingang beim Ostentor informierte. „Die haben doch nur das Aufsperren vergessen“, lautete der Verdacht, den nicht wenige Passanten angesichts des längst wieder abgelaufenen Hochwassers äußerten.
Doch tatsächlich liegt das Problem tiefer: Die Grünanlage wurde von der Flut und ihren Hinterlassenschaften beträchtlich in Mitleidenschaft gezogen und bleibt noch länger zu. Seit Dienstag hängt daher auch ein „offizielles“ Schild vom Stadtgartenamt an den Toren des Parks. Aufschrift; „Wegen Hochwasserschäden gesperrt.“
UPDATE 28. Juni: Villapark zumindest teilweise wieder offen
Sand wird „hart wie Beton“
Was ist passiert? Stadt-Sprecherin Juliane von Roenne-Styra benennt als Wurzel des Übels den in großen Mengen angeschwemmten Sand. Während dieser an befestigten Uferbereichen wie bei der Wurstkuchl oder am Donaumarkt kurzzeitig für eine Strand-Illusion sorgte und mit Schaufel und Besen schnell wieder beseitigt werden konnte, erwies er sich auf den Wegen und Rasenflächen des tiefer gelegenen Bereichs des Villaparks als hartnäckiger.
„Erst war alles total verschlammt – und wenn der Sand dann trocken wird, ist er hart wie Beton“, gibt die Sprecherin die Vor-Ort-Erfahrung der Kollegen vom Gartenamt wieder. In mühevoller Kleinarbeit müsse die ungebetene Bodenbeschichtung abgetragen werden, denn aus Gründen des Denkmalschutzes sei ein behutsames Vorgehen angezeigt. Es verbietet sich also, mit schwerem Gerät zu wüten und auf diese Weise die Reparaturarbeiten zu beschleunigen.
Erschwerend hinzukommt, dass auch die Wege auf der oberen Ebene des Parks in Mitleidenschaft gezogen wurden. Hier war freilich nicht das Hochwasser ursächlich, vielmehr entfaltete wiederholter Starkregen seine Wirkung. „Insgesamt kann man sagen, dass der Park ziemlich was abgekriegt hat“, fasst Roenne-Styra zusammen.
Doch es gibt ein Problem innerhalb dieses Problems: Von außen ist kaum zu erahnen, wie mitgenommen die Grünanlage tatsächlich ist. Beim Gassenfest hat dies wie eingangs erwähnt für Unverständnis gesorgt, manchmal sogar für mehr: So habe sich eine Frau, die am Feier-Wochenende Führungen in der benachbarten Königlichen Villa anbot, über die Sperrung des Parks beschwert, erzählt die Stadt-Sprecherin. Erst als ihr von Mitarbeitern des Gartenamts die Schäden gezeigt worden seien, habe auch sie die Notwendigkeit der Maßnahme eingesehen.
Alle Ämter sollen melden
Zwei Folge-Fragen sind derweil noch nicht zu beantworten. Die eine lautet, wie lange die Sperrung bestehen wird. „Das wird jetzt erst einmal auf unbestimmte Zeit so bleiben. Das dauert“, leitet Roenne-Styra die Information vom Gartenamt weiter. Eine konkretere Angabe sei aktuell nicht möglich.
Selbiges gilt für die geschätzte Schadenshöhe. Fest steht aber bereits, dass die Stadt bei der Regulierung auch auf den Freistaat Bayern setzt. Dieser hat bekanntlich großzügige Hochwasser-Hilfen angekündigt, folglich sind auch bei der Stadtverwaltung sämtliche Ämter aufgerufen, Schäden zu melden. Der Villapark wird in dieser Liste dabei sein.
