Am Sonntag ist Premiere von „Pippi in Taka-Tuka-Land“ auf der Schwarzenburg in Rötz

Von Stefanie Bauer · 20. Juni 2024 um 15:00

Die Premiere von „Pippi in Taka-Tuka-Land“ naht mit großen Schritten. Am Mittwochabend, wenige Minuten vor dem Start einer der letzten Proben, ein kurzer Blick auf die Requisiten.

Das Moped, mit dem der „feine Herr“ später Pippi und der Villa Kunterbunt einen Besuch abstatten wird, dient noch als „Handyhalter“ für diejenigen, die einen schnellen Blick auf das EM-Spiel Deutschland – Ungarn werfen wollen. So kann die Zeit gut genutzt werden, während die anderen Darsteller in ihre Kostüme schlüpfen, geschminkt und frisiert werden.

Der „Kleine Onkel“ wird noch von Regisseur Bernhard Hübl persönlich unter Mithilfe des „feinen Herrn“ Hans Maier verarztet, nachdem Pippi Langstrumpfs heiß geliebtes Pferd bei der letzten Probe ein paar Blessuren abbekommen hat. „Den müssen wir heute besonders pfleglich behandeln“, erklärt der Regisseur und schmunzelt.

Die perfekte Kulisse

Dann ist es so weit, kurz vor dem Soundcheck fällt sogar noch das erste Tor für Deutschland, alle stehen schon für die erste Szene parat. „Auf die Plätze, fertig, los!“, gibt Hübl das Startsignal und nach wenigen Minuten zeigt Pippi Langstrumpf alias Steffi Stengl, warum sie den Titel „stärkstes Mädchen der Welt“ zu Recht trägt, als sie dem „feinen Herrn“, der sich als „übler Spekulant“ entpuppt, zeigt, wo‘s langgeht.

„Pippi in Taka-Tuka-Land“ ist eine von drei Geschichten über „Pippi Langstrumpf“ aus der Feder von Astrid Lindgren. Das Stück wurde von Bernhard Hübl wieder passgenau auf die Naturbühne der Schwarzenburg zugeschnitten.

Neben Pippis Zuhause, der „Villa Kunterbunt“, die ebenfalls ihren Namen zu Recht trägt, wird bei den Märchenzeit-Vorstellungen sicherlich auch das „Meer“, über das die Reise mit der Hoppetosse angetreten wird, für Begeisterung sorgen. Bühnenbauer Dr. Wolfgang Schmidtler und sein Team haben sich ein weiteres Mal selbst übertroffen.

Die richtige Stimmung

Die farbenfrohe Kulisse und die Darsteller in ihren detailgetreuen Kostümen sind etwas fürs Auge. Doch auch die Ohren kommen dank der Tontechnik, für die Leonhard Porsch verantwortlich ist, nicht zu kurz.

Meist fröhlich und abenteuerlustig wie Pippi selbst ist die Musik, verbreitet Aufbruchsstimmung und spiegelt Wiedersehensfreude wider. In der Haifisch-Szenen in den Wellen erinnert sie dagegen an den weltberühmten Gruselfilm. Man verrät an dieser Stelle aber sicherlich nicht zu viel, wenn man ein Happy End ankündigt – der Haifisch auf der Schwarzenburg ist ja einsichtig und lässt sich von Pippi ins Gewissen reden. Während dieser Szene flüstert jemand eine kurze Zwischen-Info von der Bühne: Es steht jetzt 2:0 für Deutschland. Dann kündigt Kapitän Langstrumpf, im wahren Leben Wolfgang Schmidt, die Halbzeitpause an, und es gibt vom Regisseur und den Mitwirkenden hinter der Bühne und auf der Tribüne viel Applaus, ebenso wie am Ende des Stücks. Bernhard Hübl hat nur noch „klitzekleine Anmerkungen“, der Kapitän könnte sich zum Beispiel beim Essen ein bisschen Grütze in den Bart reiben, überlegt er. Das macht er – und dann kann die Premiere am Sonntag ja kommen!

Torjubel vor dem Batterieturm: Kurz vor Probenstart fällt das erste Tor für Deutschland.
Mit dem „stärksten Mädchen der Welt“ legt man sich besser nicht an. Fotos: Stefanie Bauer
Pippi schließt nach ihrer Rückkehr ihren geliebten „Kleinen Onkel“ in die Arme.
Das Moped des „feinen Herrn“ als „Handyhalter“
Keine Angst vor dem Haifisch, er lässt mit sich reden.