Kinderbetreuung: Bürgermeister sieht Berching auf gutem Weg – Doch es fehlen Krippenplätze

Von Bernhard Neumayer · 12. Juni 2024 um 15:00

Im April schlug die Nachricht, dass in Berching ab September voraussichtlich 47 Kita-Plätze fehlen, hohe Wellen. Eltern forderten eine Lösung vom Träger und von der Stadt. Jetzt äußern sich der Bürgermeister und der Geschäftsführer der Kita gGmbH.

In der Sitzung des Bau- und Umweltausschusses am Dienstagabend teilte Berchings Bürgermeister Ludwig Eisenreich mit, es sei mittlerweile fix, dass in Holnstein ab dem neuen Kindergartenjahr zwei Übergangsgruppen entstehen. Die Kindergartengruppe mit bis zu 25 Kindern sei bereits voll. Zudem sei eine sogenannte Kleinkindergruppe geplant.

Diese ist für Kinder gedacht, die „älter als zweieinhalb Jahre“ sind, erklärte Roland Pachner, der Geschäftsführer der Katholischen Kitas Oberpfalz gGmbH, auf Nachfrage unserer Zeitung am Mittwochvormittag. „Sobald Kinder dieses Alter erreicht haben, können sie in die Gruppe aufgenommen werden.“

Kindergarten in Holnstein: Betriebserlaubnis liegt vor

Eisenreich sagte, dass die Kleinkindergruppe (normalerweise zwölf Kinder) „überbelegt“ werde und dann zunächst 15 U3-Kinder Platz haben. Pachner ergänzte, dass die Gruppe nach und nach sogar bis auf 25 Kinder aufgestockt werden könne, sobald die Kinder im Laufe des Kindergartenjahres über drei Jahre alt werden und nicht mehr als U3-Kind zählen. Für beide Holnsteiner Gruppen liege die Betriebserlaubnis vor.

Auch in Sachen Personal für die Übergangsgruppen könne Pachner grünes Licht geben. Wie Eisenreich und Pachner sagen, seien die Eltern, die zuvor leer ausgegangen waren, angeschrieben worden. Ihnen sei ein Platz in Holnstein angeboten worden.

32 statt 47 Absagen für Kita-Plätze in Berching

„Elf Familien haben diesen Platz angenommen, vier haben abgelehnt“, teilte Teresa Röhrl, pädagogische Leitung der gGmbH, auf Nachfrage mit. „Wenn man die vier Familien abzieht, die den Platz selbst abgelehnt haben, dann haben Stand heute 32 Kinder eine Absage erhalten“, sagte Röhrl, die aber betonte, dass sich diese Zahl täglich ändern könne. Positiv ist nach Angaben von Pachner, dass alle Eltern, die sich für Holnstein interessiert haben, auch bedient werden können

„Nach unserem aktuellen Stand ist es so, dass alle Eltern, die sich für Holnstein interessiert haben, auch bedient werden können“, sagte Pachner. Eisenreich betonte, dass die Kinderbetreuung nicht nur ein Berchinger Problem sei. Nahezu alle Landkreis-Gemeinden hätten damit zu kämpfen. Dennoch sehe er Berching auf dem richtigen Weg.

Bürgermeister: „Holnstein ist keine Weltreise“

„Wir können viele Eltern bedienen, weil wir sowohl die Räume als auch das Personal haben.“ Zu den Aussagen von Eltern, dass Holnstein für sie wegen der Fahrerei keine Option sei, sagte der Bürgermeister, dass Holnstein keine Weltreise sei. „Es läuft in eine gute Richtung“, sagte Eisenreich über die Situation in den Kindertagesstätten. „Aber wir können nicht alle Wünsche erfüllen.“ Insbesondere für Krippenkinder „müssen wir uns etwas einfallen lassen“, gestand Eisenreich. Denn die Krippenplätze seien nach wie vor das Problem, wie auch Pachner sagte. Eltern, die einen Krippenplatz brauchen, profitieren weder von der Kindergarten- noch von der Kleinkindergruppe in Holnstein.

Am Dienstag soll im Stadtrat erneut über die Kindergarten-Lage gesprochen werden, wie der Bürgermeister mitteilte. Auf der verschickten Tagesordnung stand das zwar nicht, aber man werde nachladen. Auf Einladung von Eisenreich soll am Dienstagabend Roland Pachner vor den Stadträten sprechen.