Neues Angebot in Berching soll Jung und Alt verbinden – So funktioniert die Taschengeldbörse

Toast, Joghurt, Bananen: Mit der Einkaufsliste macht sich der 14-jährige Jonas auf den Weg in den Supermarkt, kauft die aufgeschriebenen Lebensmittel, liefert sie ab – und bessert so sein Taschengeld auf. Mit der neuen Taschengeldbörse in Berching können Jugendliche Erwachsenen helfen und sich damit kleines Geld verdienen.
Egal ob Einkaufen, Gartenarbeit, Babysitten oder Haustiere versorgen: Wenn Senioren im Alltag Unterstützung brauchen, haben sie nun eine neue Ansprechpartnerin. Denn Jugendpflegerin Julia Ehrensberger hat in Kooperation mit Gerlinde Delacroix von der Nachbarschaftshilfe Berching das neue Angebot ins Leben gerufen. In den Pfingstferien haben Jugendliche die ersten Tätigkeiten übernommen.
So auch Jonas. „Ich finde die Aktion super, weil ich Leuten helfen kann und dafür auch noch etwas Geld bekomme“, sagt der 14-Jährige, der neben Einkaufen auch gerne noch Hunde ausführen würde. Gartenarbeit dagegen müsse eher nicht sein, gesteht er.
Bei Jugendpflegerin melden
Seine präferierten, aber auch seine unerwünschten Tätigkeiten kann Jonas wie jeder andere Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahren in dem Anmeldeformular zur Taschengeldbörse angeben. Dieses ist auf der Homepage der Stadt Berching zu finden.
Jugendliche aus dem Gemeindegebiet Berching, die an der Taschengeldbörse teilnehmen wollen, können sich das Formular herunterladen und ausgefüllt an die Jugendpflegerin schicken – inklusive Unterschrift der Erziehungsberechtigten. Damit sind die Jugendlichen bei Schäden, die die Haftpflicht-, Unfall- und Kfz-Versicherung betreffen, über die Gemeinde abgesichert.
Aktuell stehen schon zehn Jugendliche zur Verfügung
Bürger aus dem Gemeindegebiet Berching, die die Unterstützung von Jugendlichen in Anspruch nehmen wollen, sollen sich bei der Jugendpflegerin melden. „Am besten mit drei, vier Tagen Vorlauf“, sagt Ehrensberger, die montags bis freitags von 10 bis 17 Uhr unter (0175)1138546 zu erreichen ist. Per Mail kann man sie unter ehrensberger.julia@berching.de kontaktieren.
„Ich finde es sehr schön, wenn Ältere durch die Taschengeldbörse in Kontakt mit uns Jugendlichen kommen.“ Leni (14)
Die Jugendpflegerin fragt dann in einer WhatsApp-Gruppe, in der aktuell um die zehn Jugendliche sind, wer den Auftrag übernehmen möchte. Findet sich jemand, vermittelt sie den Kontakt zwischen Erwachsenen und Jugendlichen.
Warten auf den ersten Auftrag für die Taschengeldbörse
Leni ist seit etwa zwei Wochen in dieser Gruppe und wartet seitdem auf ihren ersten Auftrag. Hunde ausführen, Nachhilfe geben, Vorlesen, Spiele spielen oder im Umgang mit technischen Geräten helfen: Die Liste der Tätigkeiten, die sich die 14-Jährige vorstellen kann, ist lang. „Ich finde es sehr schön, wenn Ältere durch die Taschengeldbörse in Kontakt mit uns Jugendlichen kommen“, sagt die Achtklässlerin.
Für Delacroix und Ehrensberger ist das neue Angebot eine Win-win-Situation. Den Senioren werde im Alltag geholfen. „Und die Jugendlichen erlernen Sozialkompetenz, werden selbstständiger und machen ihre ersten kleinen Schritte in der Arbeitswelt“, wie die Jugendpflegerin sagt.
Gemeinsam mit Delacroix entstand die Idee, auch in Berching eine Taschengeldbörse zu initiieren. Im Landkreis Neumarkt gibt es ein solches Angebot etwa bereits in Freystadt, Berngau und Pyrbaum.
Lohn: Mindestens sechs Euro
„Ich bin froh, dass Julia die Taschengeldbörse in die Hand genommen hat“, sagt Delacroix. Seit den Pfingstferien läuft das neue Angebot in Berching. Die Tätigkeit sollte nach Angaben der Jugendpflegerin zwei Arbeitsstunden am Tag nicht überschreiten. „Und die Jugendlichen sollten mindestens sechs Euro pro Stunde dafür erhalten“, sagt Ehrensberger. Wer will, darf natürlich auch mehr geben, teilt die Jugendpflegerin mit.
Damit das Angebot weiter wächst, freuen sich die Verantwortlichen auch über Jugendliche aus den Ortsteilen, damit nicht nur Senioren in der Stadt versorgt werden, sondern auch in den Dörfern.
