Wirbel um Motocross-Rennen: Veranstaltung in Berching fällt heuer aus

29 Mal hat Franz Pfaller den Motocross-Cup in Berching organisiert. Das Rennen ist ebenso eine Institution wie Pfaller selbst beim Motorsportclub. Doch heuer fällt das Rennen flach. Pfaller macht dafür das Landratsamt verantwortlich.
„Seit 2000 sind wir da hinten und seitdem gab es nie ein Problem“, sagt Pfaller, der 37 Jahre lang Vorsitzender des Motorsportclubs war.
Mit „da hinten“ meint er die MSC-Rennstrecke nahe des Main-Donau-Kanals, die zwischen der St2237 und der Schleuse Bachhausen liegt. „Und plötzlich kommt das Landratsamt darauf, dass sich unser Fahrerlager im Naturschutzgebiet befindet.“
Zum Hintergrund: Die Rennstrecke an sich ist nicht das Problem. Aber wenn der ADAC Nordbayern MX Cup mit mehreren hundert Teilnehmern über die Bühne geht, hat der Verein bislang immer eine landwirtschaftliche Fläche als Fahrerlager benutzt. Auf diesem Areal kommen die Motorsportfreunde mit ihren Wohnwagen an, laden ihren Bikes aus und halten sich zwischen den Rennen dort auf.
Landratsamt Neumarkt wehrt sich gegen Kritik
Angesprochen auf Pfallers Aussagen wehrt sich das Landratsamt. „Es ist nicht so, dass wir das große Ereignis untersagt hätten“, stellt Anja Kreitmeier klar. Sie leitet das Sachgebiet Untere Naturschutzbehörde am Landratsamt Neumarkt. Die Biotop-Fläche mit artenschutzrechtlich hochwertigen Arten sei natürlich nicht erst seit gestern vorhanden, sagt sie. Das Problem sei, dass der MSC bislang von einem Landwirt ein Areal (kein Biotop) bereitgestellt bekommen hat. Diese aus Naturschutz-Sicht unbedenkliche Fläche sei jetzt aber weggefallen. „Und nun bräuchte der MSC das Biotop als Parkfläche, aber das geht natürlich nicht“, sagt Kreitmeier.
Dass die Leiterin der Unteren Naturschutzbehörde sich an die Kartierung der Biotope halten müsse, könne der MSC-Vorsitzende Niclas Flemmerer nachvollziehen. „Aber ich verstehe nicht, warum diese Fläche überhaupt ein Biotop ist.“ Für den 25-Jährigen sieht das Areal nicht besonders schützenswert aus. „Das ist Magerrasen“, sagt Flemmerer, der aber kein Öl ins Feuer gießen wolle. Er komme mit der Unteren Naturschutzbehörde gut klar. Das Landratsamt sei dem MSC sogar entgegengekommen, etwa mit einer Sondergenehmigung für den Cup im vergangenen Jahr. „Heuer haben wir auf die Schnelle keine Lösung mehr gefunden“, sagt Flemmerer.
Gibt es eine Lösung für das Motocross-Rennen in Berching?
Denn auf der Fläche des Bauern, die mittlerweile der Junior vom Senior übernommen habe und die der Verein noch für sein Fahrerlager benötige, sei längst angesät worden. „Und der Landwirt will natürlich keine Ausfälle“, sagt Flemmerer, der die Argumente aller Seiten (Landwirt, Behörde und MSC) verstehe.
Der MSC-Vorsitzende wolle mit dem Landwirt das Gespräch suchen, um das Rennen vielleicht 2025 wieder zu veranstalten. „Es wäre schade, wenn dieser Cup stirbt.“ Statt zum Großereignis treffen sich Motorsportfreunde in Berching nun zu kleineren Trainingswochenenden – das nächste Mal am 22. und 23. Juni.