Erste Hochwasserbilanz: Der Landkreis Cham kommt mit einem „blauen Auge“ davon

Seit Freitagnachmittag hat es im Landkreis Cham unaufhörlich geregnet, Dies hatte am Samstag massive Auswirkungen auf die Flusspegel. Die Feuerwehren waren schon zu diesem Zeitpunkt mit mehr als 50 Einsätzen gefordert. Und am Sonntagnachmittag begann es nach einer kurzen Verschnaufpause erneut zu schütten. Kaum zwei Stunden später waren weitere 54 Einsätze zu verzeichnen.
Besonders dramatisch war die Lage in Süssenbach (Gemeinde Wald), wo der kleine Otterbach derart anschwoll, dass man in den Abendstunden sogar den Wasserförderzug des Landkreises Cham alarmieren musste. Dies stellte allerdings die größte Einsatzstelle im Landkreis dar. Süssenbach war am Samstagmorgen um 6.45 Uhr auch eine der ersten Einsatzstellen.
Über den Vormittag ergaben sich schwerpunktmäßig weitere Einsatzstellen im Bereich Furth im Wald, Eschlkam und Bad Kötzting. In Pösing trat der Dorfbach über die Ufer. Am Samstagabend musste schließlich die Staatsstraße 2040 zwischen Wetterfeld und Pösing für den Verkehr gesperrt werden.
Höchste Meldestufe vier
Am Samstagabend erreichte man schließlich mit 2,30 Metern die höchste Meldestufe vier, bei der erste bebaute Gebiete betroffen sind. Allerdings konnte man den Prognosen bereits fallende Pegel entnehmen. Landrat Franz Löffler ließ am Abend in einer Pressemitteilung des Landkreises verlauten: „ Der Landkreis Cham ist mit einem blauen Auge davon gekommen. Mein Dank gilt allen Einsatzkräften.“
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Die Stunden davor waren durchaus nervenaufreibend. So begann man um 9.30 Uhr schließlich in Arnschwang damit, Sandsäcke zu befüllen. Auch im KBI Bereich Bad Kötzting und in Waldmünchen wurden die Wehren alarmiert. Kreisbrandrat Michael Stahl bilanzierte gegenüber unserer Zeitung den Hochwassereinsatz: „Wir haben die Einsatzstellen schwerpunktmäßig abgearbeitet.“
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Lag der Schwerpunkt am Vormittag noch in Furth im Wald und Eschlkam, stagnierte dort am Samstagnachmittag der Pegel des Chamb. Dafür wurden in Arnschwang Hunderte von Sandsäcken befüllt und ausgeliefert. Das aktuelle Hochwasser unterschied sich dabei, wie Stahl informierte deutlich von dem an Weihnachten: „Es kommt deutlich mehr Wasser.“ So wurde auch gegen 11.30 Uhr in Waldmünchen begonnen, die Sandsäcke zu befüllen. Unter anderem von den Feuerwehren aus Waldmünchen, Hocha und Schäferei. Diese wurden laut Kreisbrandrat auch benötigt: „Die Sandsäcke wurden im Stadtgebiet von Waldmünchen verteilt.“ Weitere Einsätze für die Feuerwehren gab es in Bad Kötzting und im Lamer Winkel. Zum frühen Nachmittag hin wanderte der Schwerpunkt weiter in die Kreisstadt nach Cham. In diesem Zuge informiert der Kreisbrandrat auch, dass am Satzdorfer See aufgrund von Anglern, denen das drohende Hochwasser lange nicht bewusst war, die Wasserrettung zum Einsatz gerufen werden musste. Gemeinsam schaffte man es dann, die dort parkenden Autos der Angler wieder in Sicherheit zu bringen. Kreisbrandrat Michael Stahl sagte weiter im Gespräch mit unserer Zeitung zum Hochwassereinsatz am Samstag: „Diesmal waren die Nebenflüsse das Problem, weniger der Regen selbst.“
Die Stadt Roding war schließlich die letzte Stadt im Landkreis, die die Flutwelle erreichte. Bürgermeisterin Alexandra Riedl sagte gegenüber unserer Zeitung, dass man schon sehr früh im steten Austausch gewesen sei. Um 13.30 Uhr ließ man dann auch in der Stadt Roding Sandsäcke von den Feuerwehren am Bauhof befüllen. „Ich bin jedem dankbar, der hier gekommen ist, um mitzuhelfen“, so Riedl.
Die Sandsäcke wurden alle in Trasching benötigt, wo der Perlbach in einem noch nie gekannten Ausmaß über die Ufer trat. Am Esper wurde bereits das erste Hochwasserschutztor zum Oberen Markt geschlossen und der Großparkplatz gesperrt.
Wie Landrat Franz Löffler informierte, ließ man die Kreiseinsatzzentrale am Samstag von 12 Uhr bis 20 Uhr besetzen. Im Bereich Süssenbach (Gemeinde Wald) kam es nachmittags zu den größten Überflutungen. Hier wurde ein Wasserdurchlass mit zwei Metern Durchmesser unterspült. „In Folge ist die Straße an dieser Stelle weggebrochen", heißt es in der Pressemitteilung. Mittlerweile hatten die Einsatzkräfte alles im Griff. Personen kamen bei dem Unwetter nicht zu Schaden.
Unwetter am Sonntag
Am Sonntag gab es gegen Mittag erste Vorhersagen schwerer Unwetter für den Landkreis Cham. Gegen 14 Uhr begann er erneut zu schütten, und der Pegel des Regens stieg innerhalb einer Stunde rasant an, während Donnergrollen zu hören war. Kurz darauf teilte der Landkreis mit, man habe erneut die Kreiseinsatzzentrale in Cham besetzen lassen, weil es zu zahlreichen Feuerwehreinsätzen komme.
Fluss und Bach waren plötzlich nicht mehr das Problem für die Einsatzkräfte. Der Boden konnte die riesigen Regenmengen nicht mehr speichern, das Wasser schoss ungebremst die Hügel hinunter und ergoss sich unter anderem mit Hunderten von Kubikmetern auf die Kreisstraße Weiding-Arnschwang, die von der Feuerwehr gesperrt ab 16.30 Uhr werden musste. Kreisbrandrat Michael Stahl hatte um 17.30 Uhr bereits wieder 54 Einsätze zu verzeichnen – mehr als das ganze Wochenende zuvor.

























