Cham stand das Wasser bis zur Unterlippe: Flut stoppt kurz vor den Haustüren der Anwohner

Um 16.12 Uhr schrillt die Warn-App Nina auf den Chamer Handys. Die Stadt fordert alle Autofahrer auf, ihre Fahrzeuge von den flussnahen Parkplätzen zu entfernen. Neben dem Biertor ist – wie immer – als erstes Land unter.
Der Parkplatz an der Florian-Geyer-Brücke läuft langsam voll, es entwickelt sich eine Strömung. Zehn Autos sind dort geparkt. Auch deren Fahrer haben an diesem Tag Glück: Das Wasser bleibt an den Einstiegen stehen. Neun Autos tragen Kennzeichen bis aus Hamburg, nur eines hat seinen Besitzer in Cham.
Die Feuerwehr bringt palettenweise Sandsäcke mit Staplern durch das Biertor in die Schützenstraße und zum Flugplatzweg. Dort läuft das Hochwasser zuerst in die Häuser. An diesem Tag bleiben die Sandsäcke in den Türen trocken. „Zwei Zentimeter haben noch gefehlt“, berichtet der Bewohner eines Hauses am Flugplatzweg.
Die Feuerwehr sperrt die Zufahrt zum Biertor und nach Michelsdorf. Auch den Flugplatzweg und den Parkplatz Stadellohe. So mancher betrachtet die Sperrschilder als Vorschlag und fährt trotzdem bis zur Hochwasserkante. Ein BMW-Fahrer umkurvt das Sperrschild auf der Stadellohe und fährt verkehrt herum in die Einbahnausfahrt, um bis zur Achse durch das Wasser zu pflügen.