Vom Schlimmsten verschont: Hochwasser-Lage in und um Bad Kötzting relativ ruhig

Von Mittelbayerische Zeitung · 2. Juni 2024 um 13:35

Der Blick in das Wetterradar verhieß nichts Gutes für das Wochenende – zumindest, wenn das schlimmste Szenario in Sachen Hochwasser wirklich eingetreten wäre. Entsprechend gut vorbereitet waren die Rettungskräfte.

Am Ende des Samstags zeigte sich, dass die Lage in und um Bad Kötzting relativ entspannt geblieben ist. Nur an wenigen Einsatzstellen mussten die Feuerwehren tätig werden, um Keller auszupumpen, Sandsäcke zu verlegen oder die nassen Fluten umzuleiten.

Das Fazit von Kreisbrandrat Michael Stahl am Samstagabend bestätigte das dann auch. Während insbesondere entlang der Chamb, der Uferbereich rund um Cham oder der Bereich Roding von den Wassermassen enorm betroffen waren, zeigte sich die Lage im Inspektionsbereich Bad Kötzting verhältnismäßig ruhig. Im Ortsbereich von Lam musste die Feuerwehr tätig werden, nachdem sich die abfließenden Regenmengen zu einem kleinen Sturzbach entwickelt und sich über eine Wiese den Weg in den Keller eines Hauses gesucht hatten.

Freilegung war der Schlüssel

Ähnliches Bild auch in Gotzendorf: Ein verstopfter Durchlass war hier das Problem, sodass sich das Wasser anstaute und ebenfalls über eine Wiese in Richtung eines bewohnten Anwesens lief. Durch Auslegen von Sandsäcken konnte hier die Feuerwehr Gotzendorf Abhilfe schaffen. Im Bauhof Hohenwarth wurden, so Kommandant Patrick Hemmert, an die 150 Sandsäcke vorsorglich gefüllt, um bei Bedarf umgehend reagieren zu können.

Die Hochwasserfreilegung in Bad Kötzting war einmal mehr der Schlüssel dafür, dass die Wassermassen kontrolliert abflossen, und sich die Einsatzzahlen im Stadtbereich in Grenzen hielten. Schon gegen 9 Uhr riegelten Mitarbeiter des Städtischen Bauhofes die beiden Zugänge durch die Hochwassermauer im Bereich der Lukasgasse mit Dammbalken ab, sodass das ankommende Wasser nicht aus dem gesicherten Flussbett austreten konnte. Im Bereich Regenstein meldete ein Anwohner ansteigendes Wasser, weshalb die Feuerwehr Weißenregen die Einsatzstelle anfuhr.

Kleinere Einsätze

Die Feuerwehr Bad Kötzting führte zu diesem Zeitpunkt bereits erste Erkundungsfahrten im Stadtgebiet durch, so unter anderem im Bereich Camping-Platz oder am Kurpark. In Kaitersbach war ein Durchlass nicht durchgängig, hier unterstütze die Feuerwehr Wettzell den Anlieger beim Abpumpen des Wassers und Freilegen des Durchlaufes. In Sperlhammer staute sich das Wasser im Bereich des Wehres so hoch, dass es in die Halle einen benachbarten Anwesens lief. Die Feuerwehr Sperlhammer unterstützte den Eigentümer, pumpte das Wasser ab und konnte den Schieber des Wehrs manuell öffnen, so dass auch hier ein besserer Wasserabfluss gewährleistet war. Diese Einsatzstelle wie auch ein Anwesen in der Pfingstreiterstraße fuhr die Feuerwehr Bad Kötzting an und lieferte Sandsäcke, um damit das steigende Wasser ableiten beziehungsweise von Hauseingängen fernzuhalten. Die Feuerwehr Sperlhammer war zudem mit der Sandsackfüllmaschine nach Arnschwang alarmiert worden. Gegen 14 Uhr waren im Stadtgebiet von Bad Kötzting alle Einsatzstellen so weit abschlossen.

Der Kurpark war flächig überflutet.
In Hohenwarth füllte die Feuerwehr vorsorglich Sandsäcke ab.
Durch manuelles Anheben des Wehres konnte in Sperlhammer ein besserer Wasserabfluss gewährleistet werden.
Im Bereich Lukasgasse wurden die Zugänge zum Weißen Regens abgeschottet.