Ehemalige Hosenfabrik Kallen an der B22 bei Rötz: Die Abrissbagger sind am Werk

Vor wenigen Tagen haben die Abbrucharbeiten am Gebäude der ehemaligen Hosenfabrik Kallen begonnen. Was mit der Fläche geschieht, steht noch nicht fest.
Mitte Dezember vergangenen Jahres waren an dem rund 60 Jahre alten Industriebau starke Schäden durch die auf das Dach drückende Schneelast entstanden. Zunächst hatte die FFW Rötz daraufhin das einsturzgefährdete Gebäude an der B 22 – offensichtliche Beschädigungen waren am nördlichen Teil zu erkennen – mit einem Absperrband gesichert.
Das Gebäude im Kapellenweg, das von der Bundesstraße aus gut zu sehen ist, war Anfang der 1960er Jahre errichtet worden, als Zweigwerk der ehemaligen Hosenfabrik von Peter Wilhelm Kallen aus Mönchengladbach. Nach der Schließung hatte das Gebäude mehrmals den Besitzer gewechselt und hatte zuletzt die Funktion eines Lagerhauses für die Sonderpreis-Baumärkte.
Der Eigentümer hatte nach einer Baukontrolle Ende Januar auf Anordnung des Landratsamts Cham die Absperrung des gefährdeten Bereichs durch einen Bauzaun sicherstellen müssen, wie ein Sprecher der Behörde auf Anfrage mitgeteilt hatte. Bezüglich des Abbruchs habe das Landratsamt jedoch keine Anordnung getroffen, heißt es nun von dort. Wie von der externen Pressestelle für die Baumarktkette „Sonderpreis Baumarkt“ mitgeteilt wurde, könne das Unternehmen aktuell noch keine näheren Angaben dazu machen, ob es schon Pläne für die Fläche gibt. Es werde „erst einmal geschaut, wie die Gegebenheiten vor Ort“ seien, zum Beispiel die Bodenbeschaffung.
Wie Maren Scholz, die die externe Pressestelle für das Unternehmen führt, bereits im Dezember erklärte, werden die Sonderpreis-Baumärkte deutschlandweit als eigene Regiemärkte oder Franchise-Filialen geführt. Nach dem Tod von Franz Fischer im Herbst vergangenen Jahres habe seine Schwester Elke Fischer die Geschäftsführung der FISHBULL Franz Fischer Qualitätswerkzeuge GmbH übernommen. Auch der Markt in Willmering werde wie gehabt als Franchise-Markt weitergeführt. In unmittelbarer Nähe befinden sich auch die Märkte Nittenau, Schwandorf, Regenstauf, Bogen und Zwiesel. Wie es auf der Homepage des Unternehmens heißt, gibt mittlerweile gut 330 Standorte der Marke Sonderpreis-Baumarkt in Deutschland (Stand 2023). Zur Geschichte heißt es dort, dass die Brüder Franz und Markus Fischer 1998 in Uckersdorf auf einer Fläche von 90 m² ihren ersten Standort mit festem Werkzeugverkauf eröffnet haben.
Die Beschädigung des Lagers habe keine Auswirkungen auf das Tagesgeschäft der Sonderpreis-Baumärkte, hieß es von Unternehmensseite bereits Ende vergangenen Jahres.