20 vergiftete Bäume an der Staatsstraße zwischen Cham und Katzbach: Polizei bittet um Hinweise

Baumfrevel entlang der Staatsstraße zwischen Cham und Katzbach: Rund 20 in den Straßenböschungen wachsenden Bäume wurden von Unbekannten vergiftet und müssen nun gefällt werden. Die Polizei ermittelt.
Am vergangenen Montag waren im Auftrag der Stadt Cham Baumpfleger in der Katzbacher Straße unterwegs, um im Rahmen der jährlichen Routinearbeiten unter anderem Totholz zu entfernen. „Dabei fiel einem der Arbeiter auf, dass mit mehreren Bäumen etwas nicht stimmte, weil ihre Kronen komplett ausgetrocknet sind“, sagt Stadtgärtner Sebastian Karl. Nach genaueren Untersuchungen fiel auf, dass rund 20 Bäume im unteren Stammbereich nahe der Baumwurzeln Löcher aufweisen. Die Größe und Form der Löcher deuten auf eine Beschädigung von Menschenhand hin.
Gift bisher unbekannt
„Wir gehen davon aus, dass die Täter die betroffenen Bäume angebohrt und Gift hineingespritzt haben“, sagt Karl. Welches Gift es genau gewesen sein könnte, ist bisher nicht bekannt. Vorwiegend seien Eichen und Ahorne beschädigt worden. Alle betroffenen Bäume sind nun dem Tod geweiht und müssen in naher Zukunft gefällt werden. Der Stadtgärtner schätzt, dass der angerichtete Schaden im sechsstelligen Bereich liegt. Die genaue Bestandsaufnahme durch einen Gutachter soll am kommenden Montag erfolgen.
Sebastian Karl geht davon aus, dass die Vergiftung der Bäume nicht erst kürzlich erfolgte: „Das Gift braucht schon ein wenig Zeit, um solchen Schaden anzurichten. Da die Baumspitzen aber bereits trocken sind, ist die Tat wohl vor einer Weile passiert.“ Genauer gesagt kann zum jetzigen Zeitpunkt nur festgestellt werden, dass die Täter die betroffenen Bäume innerhalb der vergangenen zwölf Monate vergiftet haben. Denn bei der routinemäßigen Baumpflege vor rund einem Jahr waren noch keinerlei Schäden bemerkbar.
Welche konkreten Auswirkungen der Baumfrevel auf die umliegende Natur haben wird, lässt sich laut Markus Schmidbauer vom LBV-Zentrum Mensch und Natur aktuell noch schwer sagen. Für die dort nistenden Vögel und Insekten könnte die Fällung der Bäume zum Problem werden, da sie ihren Lebensraum verlieren und einfacher zur Beute werden können.
Chemiker wird hinzugezogen
„In Zeiten des Klimawandels, wo jeder Baum zählt, ist es meiner Meinung nach ein Verbrechen gegen die Natur und die Gemeinschaft.“, sagt Schmidbauer, der keinerlei Verständnis für dieses Delikt zeigt. Am Dienstagmorgen waren Chamer Polizeibeamte vor Ort, um die Spuren zu sichern. Wie Dienststellenleiter Marco Müller mitteilte, erstreckt sich der Tatort auf eine Länge von 50 Metern.
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Nun wurde das Bayerische Landeskriminalamt hinzugezogen. Ein Chemiker wird im weiteren Verlauf Proben entnehmen, um den Ursprung des Gifts festzustellen. Die Polizeiinspektion Cham ermittelt nun wegen Sachbeschädigung gegen Unbekannt und bittet um Zeugenhinweise unter Tel. (09971) 85450.


