Die nächste Großbaustelle in Cham: Katzbergs Hauptstraße wird saniert

Auf dieser Baustelle wird es eng und schwierig werden. Das wissen Chams Bürgermeister Martin Stoiber und die Planer von den Stadtwerken und dem Bauamt. Daher heben sie vor den Anwohnern am Montagabend vor allem das hervor, was am Ende sein soll: Es wird alles gut auf dem Katzberg.
Ab etwa Mitte August sollen hier an den engsten Stellen durchs Dorf in einem ersten Bauabschnitt neue Wasserleitungen mit Hausanschlüssen, Elektro- und Glasfaserverbindungen verlegt und die Straße saniert werden. Nicht einmal 300 Meter sind es, doch die haben es in sich, denn Platz ist dort Mangelware – nur die schmale Hauptstraße wird Bauraum.
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Zwölf Anwohner sind bei diesem ersten Bauabschnitt von Sperrungen und Verkehrsbehinderungen betroffen – wobei das nicht ganz stimmt, wie ein Anwohner bemerkt. Wenn hier komplett dicht gemacht werde, müsse man das auch den Willmeringern sagen, meinte er mit ironischem Unterton. Die Willmeringer nutzten die Abkürzung Richtung Stadt über den Berg gerne.
Und bringen damit zusätzlichen Verkehr auf den Berg, der natürlich von den Katzbergern nicht gerne gesehen wird. Wobei Chams Stadtoberhaupt darauf verweist, dass der gesamte Verkehr im Stadtgebiet extrem zugenommen habe – da sei Katzberg eben keine Ausnahme.
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Und auch das Fest des Schützenvereins gemeinsam mit der Katzberger Feuerwehr am Wochenende 31. August/1. September beim alten Schulhaus ist betroffen, da hier eine Durchfahrt nicht möglich ist. Hier soll mit der Baufirma abgestimmt werden, was von der Straße noch etwa für eine Hüpfburg genutzt werden kann. Zu Fuß sei das Schulhaus sicher noch zu erreichen, so Bürgermeister Stoiber.
Zu viel Verkehr
Das Thema Verkehr kommt noch einmal auf, als Josef Ried vom Bauamt empfiehlt, marode Grundstückseinfriedungen wie Zäune oder Mauern von den Firmen, die vor Ort arbeiten, gleich auf Privatkosten erneuern zu lassen. Die seien auch deshalb in dem Zustand, weil der Verkehr, selbst 40-Tonner, durchrausche, so ein Anwohner. Sicher sei da etwas dran, doch könne die Stadt solche Kosten nicht übernehmen, entgegnet Bürgermeister Stoiber.
Die jetzt angepeilte Sanierung sei auch deshalb zeitlich gut gewählt, da der geplante Dorfplatz – dort, wo einst das Gasthaus Lehneis stand – noch frei sei, so dass dort ein Baustellenlager der Firmen errichtet werden könnte, so Stoiber. Straße wie Versorgungsleitungen würden auf eine zeitgemäßen Stand gebracht „und dann 60 oder 70 Jahre halten.“
Provisorien als Ersatz
So alt sind die Wasserleitungen, die hier 1955 verlegt wurden. Was zeitgemäß wäre, aber aufgrund der Bebauung nicht machbar sei, sei ein Gehweg durch die Ortsmitte. Wie Josef Ried erläutert, wird beim ersten Bauabschnitt auch mit Provisorien gearbeitet werden müssen. So würden Ersatzwasserleitungen verlegt, um die Versorgung zu sichern. Nicht gewährleistet seien immer alle Zufahrten zu den Grundstücken, so Ried. Jedoch werde immer ein Weg frei sein – nur nach der Neuasphaltierung sei eine Woche lang die Straße überhaupt nicht befahrbar – außer bei Rettungseinsätzen.
Insgesamt sind 32 Hausanschlüsse auf der geplanten Baustrecke, die zum Teil erneuert werden müssten, da sie noch Zinkanschlüsse hätten, wie Wassermeister Stefan Bücherl von den Stadtwerken erklärt. Das gehe auf Kosten der Stadtwerke – die Erdungen, die dabei teils verbaut sind, müssten jedoch auf eigene Kosten von den Hausbesitzern erneuert werden.
Die Sanierung auf dem Katzberg
Zeitplan: In einem ersten Bauabschnitt, der Mitte August starten soll, wird die Strecke vom Schillerfelsen bis zum Dorfplatz erneuert. Hier werden neue Wasserleitungen und Strom- wie Glasfaserrohre verlegt. Nach der Ausschreibung und der Vergabe bis etwa Mitte Juli wird im August mit der Sanierung begonnen. Bis Ende November dieses Jahres soll die Baustelle dort beendet sein.
Fortsetzung: Im zweiten Bauabschnitt, der beim ehemaligen Lehneis startet und von dort über 430 Meter hoch geht bis zum Ziflinger Weg. Dieser Bauabschnitt startet im Frühjahr 2025, Ende Juni 2025 soll das beendet sein.
Umleitung: Es werde großräumig umgeleitet über Wackerling und Katzbach, kündigt Christian Simeth vom Planungsbüro Altmann an. Durch die Enge im Dorf müsse hier die Durchfahrt komplett gesperrt werden. Wer noch Öl oder Möbel bekomme, müsse das bedenken.
Kosten: Die Stadt und die Stadtwerke verbauten hier im ersten Bauabschnitt 700.000 Euro, im zweiten Bauabschnitt werden etwa noch einmal so viel investiert.
