Neuer Asphalt für die B22 und die B20: Zwei Großbaustellen im Kreis Cham

Von Martin Hladik · 4. April 2024 um 15:00

Bis Ende Mai müssen sich die Autofahrer seit Dienstag auf der B22 von Schönthal bis Grafenkirchen im Landkreis Cham gedulden. Doch das wird nicht die einzige große Baustelle heuer werden. Im Frühsommer geht es auf der B20 direkt bei Cham ebenfalls los. Und derzeit schon sichtbar ist ein weiteres interessantes Projekt an der Chamer Rachelstraße in Höhe des dortigen Edekas.

Doch der Reihe nach. Das, was die Autofahrer diese Woche auf der B22 erleben, ist nur ein Vorspiel. Denn bis Donnerstag war die Straße noch in beide Richtungen befahrbar. Lediglich die Geschwindigkeitsbeschränkungen auf Tempo 30 bremsten den Verkehrsfluss. Ab Donnerstag wurde die Straße halbseitig gesperrt. In dieser Woche würde nur die Baustelle eingerichtet und der Abbau der Schutzplanke werde stattfinden, berichtet Dr. Richard Bosl, der beim Staatlichen Bauamt in Regensburg für die Straßen im Landkreis Cham zuständig ist.

Halbseitiges Abfräsen beginnt

In der nächsten Woche werde dann mit dem halbseitigen Abfräsen der Teerdecke begonnen, die später durch eine neue Teerdecke ersetzt wird. In dieser Zeit wird die Bundesstraße halbseitig gesperrt. Aus dem Norden mit Fahrtrichtung Cham können die Autos auf der B22 bleiben und werden mit reduzierter Geschwindigkeit an der Baustelle vorbeigeleitet. Von Cham aus mit Fahrtrichtung Rötz wird der Verkehr umgeleitet. Dafür wird der Verkehr über Staatsstraßen gelenkt. Die offizielle Umleitung meidet kleinere Straßen, die nicht für diese Belastungen ausgelegt sind, begründet Bosl die weiträumige Umfahrung ab Willmering bis Waldmünchen und dann nach Schönthal.

Die Firma Huber Rappl aus Rötz wird die Bauarbeiten in knapp zwei Monaten ausführen. Dabei wird ein besonderer temperatur-abgesenkter Asphalt aufgebracht, der weniger Emissionen erzeugt, und damit insbesondere für die Beschäftigen weniger Belastungen bedeutet.

Die Gefahr der Schleichwege

Das gleiche Asphaltierungs-Verfahren wurde vergangenes Jahr auf einem Teilstück der B22 bei Tännesberg verwendet. Allerdings war dort die B22 für einen Monat komplett gesperrt und zum Leidwesen der Autofahrer aufgrund der Topographie nur eine sehr großräumige offizielle Umfahrung möglich. Zuständig war allerdings ein anderes Bauamt. Dort wurden von den Autofahrern, aber auch vom Schwerlastverkehr teils sehr ungeeignete Schleichwege genutzt.

Das ist bereits nach zwei Tagen Geschwindigkeitsbeschränkung zwischen Grafenkirchen und Schönthal der Fall. Von ortskundigen Autofahrern werden andere, allerdings sehr kleine Straße als Umfahrungen genutzt. Ähnliche Erfahrungen machte die Stadt Rötz bei der letztjährigen Sanierung der B22 in diesem Bereich. Am Schluss sperrte die Stadt Rötz sogar einen beliebten Schleichweg bei Gmünd, weil die Verkehrsbelastung zu hoch und das Bankett beschädigt wurde.

Sanierung zwischen den Verkehrsknoten in Cham

Die Bauarbeiten zwischen Schönthal und Grafenkirchen werden heuer nicht die einzigen sein, die die Autofahrer bei Cham belasten. Im Mai/Juni wird die B20 zwischen den Knoten Süd und dem Knoten Mitte ebenfalls saniert werden. Der Grund ist der gleiche wie aktuell auf der B22 bei Schönthal. Auf der Straße gibt es viele Frostschäden, berichtet Bosl. Jetzt soll die Fahrbahndecke abgefräst und durch eine neue Deckschicht ersetzt werden. „Eine Reparatur der Frostschäden wäre teurer, als eine komplette Sanierung“, sagt Bosl.

Straße bleibt auch während der Sanierung durchgängig

Im Unterschied zur jetzigen Sanierung bei Schönthal wird die Baustelle bei Cham aber so geplant, dass der Verkehr in beiden Richtungen, wenn auch mit Einschränkungen, weiterlaufen kann. Eine halbseitige oder gar Vollsperrung soll nicht stattfinden.

Ein weiteres interessantes Projekt der Straßenbauer ist derzeit an der Auffahrt zum Knoten Cham-Ost bei der Kaserne zu sehen. Dort hat man auf der Rachelstraße eine provisorische Mittelinsel mit rot-weißen Elementen aufgebaut und die Auffahrt zur B22 mit Warnbaken und gelben Fahrbahnmarkierungen verkürzt.

Hintergrund für den Aufbau dieser provisorischen Querungshilfe ist der Fußgängerverkehr. Stadt und Straßenbauer haben festgestellt, dass viele Schüler der Mittelschule hier die Straße überqueren, um beim gegenüberliegenden Markt einzukaufen. „Wir testen, ob die Querungshilfe angenommen wird“, sagte Bosl. So könnte den Schülern ein etwas sicherer Straßenübergang angeboten werden.

Die neue Querungshilfe auf der Rachelstraße bei der B 22 in Cham.