Die Stadt Cham setzt nun auf Klimabäume – 3800 langlebige Blumen und Gräser am Floßhafen gepflanzt

Die immer heißeren Sommer machen es den Gärtnern zunehmend schwer, sich um die Stadtbepflanzung zu kümmern. Durch die Trockenheit müssen die Pflanzen unter anderem mehr gegossen werden. „Das Ganze ist sehr zeit- und kostenaufwendig“, weiß Elena Adam vom städtischen Bauhof.
Im Frühjahr mussten aufgrund von Kanalarbeiten am Floßhafen mehrere Spitzahorne rund um den Parkplatz gefällt werden. Nach den Arbeiten beschloss die Stadt Cham, gleich den gesamten Floßhafen neu zu bepflanzen, und setzt aufgrund des Klimawandels nun auf sogenannte Klimabäume. „Das sind Bäume, die unser immer wärmer werdendes Wetter gut aushalten. Es ist einfacher und günstiger, sie zu pflegen. An den übrigen Spitzahornen am Floßhafen kann man gut sehen, dass deren Spitzen relativ trocken sind, weil sie weniger gut an das warme Klima angepasst sind“, sagt Adam.
Anpassungen an Stadtklima
Nun zieren sechs neu gepflanzte Dreispitz-Ahorne den Floßhafen und brauchen weniger Wasser als ihre nahen Verwandten, um ihre volle Pracht zu entfalten. Auch die Grünflächen am Floßhafen werden an die Trockenheit angepasst. Dort, wo früher Rasen und Rosen wuchsen, pflanzten Gärtner vom Gartenbau Bucher aus Chammünster im Auftrag der Stadt Cham am Montag spezielle Stauden. „Diese Pflanzen vertragen nicht nur die Trockenheit besser, sondern sind auch stadtklimaresistent und insektenfreundlich“, sagt Bauleiterin Katrin Pusl.
„Das Klima in der Stadt ist anders als in Privatgärten“, weiß Elena Adam. Zum einen sei es in Städten grundsätzlich zwei bis drei Grad wärmer als auf dem Land. Dies liegt laut Adam an den Autoabgasen und der Wärme, die die vielen Gebäude abgeben. Zudem belaste das Streusalz in den Wintermonaten die Pflanzen. Gegen all diese Umwelteinflüsse seien die rund 3800 neu gepflanzten Trockenheitsstauden und die sechs Dreispitz-Ahorne resistent und versprechen, den Floßhafen für viele Jahre ohne großen Aufwand der Gärtner zu schmücken.
Auch der richtige Mulch macht laut Lea Rutz vom Gartenbau Bucher den Unterschied. So setzt die Stadt Cham im Rahmen der Neubepflanzung am Floßhafen auf Lavakies statt Rindenmulch. „Lavakies ist gebrochener Lavastein. Er ist porös und speichert Wasser, das die Pflanzen brauchen. Ein Vorteil von Lavakies ist, dass er sich im Gegensatz zu Rindenmulch nicht zersetzt und deshalb nicht ständig nachgefüllt werden muss.
Mehr Bepflanzung im Herbst
Außerdem schimmelt Lavakies nicht und ist druckstabiler“, erklärt Rutz. Die Druckstabilität sei gerade rund um Parkplätze wichtig, da Fußgänger und Menschen, die ihre Autos parken, häufig auf die Grünflächen treten. Die Neubepflanzung am Floßhafen ist noch nicht vollständig abgeschlossen. Mit den finalen Schliffen können die Gärtner erst nach dem Sommer beginnen.
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„Im Herbst setzen wir Zwiebeln von Frühblühern in die Erde. Und wenn die Bienen im Frühling langsam kommen, haben sie schon Blumen zum Nektar sammeln. Sobald unsere Arbeiten hier abgeschlossen sind, wird fast das ganze Jahr über etwas am Blühen sein“, sagt Lea Rutz.

