Grünes Licht für Eventlocation an der Holzkugel: Steinberger Gemeinderat stimmt zu

Von Max Schmid · 16. Mai 2024 um 15:00

Der geplante Neubau eines Gebäudes mit Eventlocation und Tourist-Information neben der Erlebnisholzkugel am Steinberger See (Landkreis Schwandorf), auf dem Gelände der InMotion GmbH, kann in die nächste Phase gehen. Der Gemeinderat erteilte – bei einer Gegenstimme – sein Einvernehmen zu dem Projekt.

Das Gremium stimmte auch der notwendigen Befreiung von den Festsetzungen des Bebauungsplans im Sondergebiet „Naturnaher Freizeitpark mit Kugelturm“ zu. Bürgermeister Harald Bemmerl (SPD) informierte zu Beginn der Sitzung, dass der Antragsteller ein weiteres Gebäude mit einer Gesamtfläche von rund 750 Quadratmeter neben der bereits bestehenden Kugel-Gastronomie errichten möchte.

Auch Tourist-Information soll untergebracht werden

In dem künftigen Bauwerk soll dann auch die Tourist-Information des Zweckverbands Oberpfälzer Seenland untergebracht werden, die bis dato in zwei Containern ihre Dienstleistungen anbietet. Auch einige Spielgerät, die derzeit auf dem künftigen Bauplatz stehen, müssen dem Neubau weichen.

Da im Bebauungsplan die vorgesehene Fläche bislang für Sport- und Freizeitanlagen vorgesehen ist, werde laut Bemmerl auch eine Befreiung von diesen Festsetzungen notwendig. Nach Angaben der InMotion GmbH werde der künftige Veranstaltungsraum rund 200Sitzplätze bieten. Bei den diversen Feierlichkeiten werde die Musik ab 20 Uhr nur im Gebäude spielen, damit sowohl die Bewohner von Oder als auch die Chalet-Gäste nicht in ihrer Abendruhe gestört werden.

Nein zum Gartenhaus im Baugebiet Hirmerleiten III

Die beiden Fraktionssprecher Christian Messmann (CSU) und Erika Oberndorfer (SPD) verwiesen auf die mit dem Antragsteller geführten Vorgespräche und erklärten ihr Einvernehmen. Lediglich Ingo Ippisch (FW) votierte gegen den Antrag. Bürgermeister Harald Bemmerl sagte, dass sich die höhere Verkehrsbelastung bei Veranstaltungen nicht allzu sehr auf den Ortsteil Oder auswirken werde.

Der Gemeinderat stimmte auch dem Antrag auf Anbau einer Terrassenüberdachung in der Nittenauer Straße und der förmlichen Bauvoranfrage auf Errichtung eines Einfamilienwohnhauses auf einer Teilfläche eines Grundstücks an der Siedlerstraße in Waldheim. Keine Mehrheit hingegen fand der Antrag auf eine isolierte Abweichung von den Vorgaben des Bebauungsplans Hirmerleiten III für ein Gartenhaus mit überdachter Stellfläche in der Weißdorfstraße. Hier wurde von beiden Fraktionen kritisiert, dass das Objekt weit außerhalb des Baufensters liege, der Grundstücksbesitzer müsse sich an die geltenden Baupläne halten. Auch eine fehlende Nachbar-Unterschrift und die Ausrichtung der Fenster zu einem Nachbarn hin, störten die Mehrheit. Der Antrag wurde mit 7:4-Stimmen abgelehnt.

Eine Diskussion entwickelte sich bei der Behandlung einer formlosen Bauanfrage für ein Einfamilienwohnhaus in der Sandstraße in Waldheim. Der geplante Bungalow soll mit einem Walmdach versehen und auf dem rückwertigen Grundstücksteil errichtet werden. Bürgermeister Bemmerl verwies auf den Bebauungsplan aus den 1960er Jahren, der immer noch Gültigkeit habe. Alle Nachbargebäude hielten eine sogenannte Vorgartenlinie ein, deshalb füge sich eine Rückversetzung des Hauses aus städteplanerischer Sicht nicht in das Ortsbild ein.

107.000 Kubikmeter Wasser verbraucht

CSU-Sprecher Messmann vertrat für seine Fraktion die Ansicht, dass die Dachform nicht das Problem sei, eher die Nicht-Einhaltung der Häuserflucht. Die CSU fordere deshalb die Einhaltung des gültigen Baufensters. Erika Oberndorfer (SPD) äußerte sich ähnlich. Für ihn sei ein schönes Ortsbild wichtig, deshalb sollte die Planung der bestehenden Häuserflucht angepasst werden, ergänzte Bürgermeister Bemmerl. Mit 10:1 Stimmen folgte die große Mehrheit des Gremiums dem Antrag der CSU-Fraktion auf Einhaltung des Baufensters.

Bürgermeister Bemmerl informierte, dass die Gemeinde die Kosten für die Ingenieurleistungen zum Glasfaserausbau in Höhe von 46.000 Euro zu 100 Prozent gefördert bekommen habe. Er gab zudem den Wasserverbrauch in der Gemeinde im Jahr 2023 mit 107.000 Kubikmeter an. Außerdem gratulierte das Gemeindeoberhaupt den Tischtennisspielerinnen zum Bundespokal.

Neues Bootshaus des Yachtclubs im Visier

Messmann kritisierte den groben Schotter auf den Waldwegen rund um Steinberg am See. Kürzlich sei ein Radfahrer gestürzt und habe sich verletzt, wusste er zu berichten. Und auch das neu gebaute Bootshaus des Steinberger Yachtclubs stand im Visier des CSU-Sprechers. Er forderte eine Kontrolle, ob die Auflage des Gemeinderats, das Bauwerk mit Holz zu verkleiden, eingehalten worden sei. Wenn nicht, dann solle die Gemeinde den Rückbau fordern.

Letztes Thema Messmanns war das geplante Neubaugebiet an der Steinbruchstraße. Bürgermeister Bemmerl sagte dazu, dass die Gemeinde auf den Antrag des Investors auf die Vornahme der Abwägungen warte.

Wann kommt die Hundespielwiese?

Nachfrage: CSU-Sprecher Christian Messmann erinnerte an die Errichtung Hundespielwiese in der Nähe des Steinberger Sees.

Antwort: Dazu sagte Bürgermeister Harald Bemmerl, dass der Bauplan nach wie vor – noch ungenehmigt – beim Landratsamt liege.