Größter Erfolg der Vereinsgeschichte: DJK SV Steinberg siegt im Deutschen Pokal

Von Mittelbayerische Zeitung · 13. Mai 2024 um 16:45

Als Anja Huber den entscheidenden vierten Punkt im Finale sicherte, hallten in der Tischtennishalle in Schwarzenbeck bei Hamburg Siegesschreie. Denn: Huber machte damit den Sieg im Deutschen Pokal der Damen der DJK SV Steinberg in der Leistungsklasse C (Mannschaften bis Bezirksklasse) perfekt.

Maria Kummetsteiner, Silke Riedhammer und eben Anja Huber gingen in der Neuauflage des bayerischen Pokalfinales gegen den TSV Balzhausen mit 4:2 als Siegerinnen von den Platten. Wenige Wochen zuvor hatten sie noch mit 2:4 gegen die Damen aus dem Landkreis Günzburg verloren.

Am Anfang standen zwei klare Pokalsiege bei den Bezirkspokalmeisterschaften und den Nordostbayerischen Pokalmeisterschaften, bei denen die DJK-Spielerinnen ohne Niederlagen geblieben waren. Erst im Finale des bayerischen Final-Four setzte es im April 2024 die erste Niederlage. Während die Balzhausenerinnen damit auch das Ticket zur Deutschen Pokalmeisterschaft bekamen, wurden weitere Startplätze unter den Zweitplatzierten der Bundesländer verlost. Die Losfee war anscheinend dem bayerischen Verband wohlgesonnen und verschaffte den Damen aus Steinberg eines der begehrten Tickets. Dieser glückliche Umstand war dann der Startpunkt eines sportlichen Meilensteins in der Vereinsgeschichte der DJK.

Vier Tage lang wurden die Deutschen Pokalmeisterschaften in Schwarzenbeck ausgetragen. In der zweitägigen Vorrundenphase hatten es die Steinbergerinnen mit der SG Obercrinitz/TV Ellefeld (Sachsen), dem SV Roskow (Brandenburg), der SKG Bickenbach (Hessen) und dem TTC Berlin Eastside zu tun. In allen vier Partien setzte sich die DJK mit 4:0 oder 4:1 durch und zog damit souverän in die Endrunde der besten acht Teams Deutschlands ein.

Im Viertelfinale wartete dann der zweite Vertreter aus dem Hessischen Tischtennisverband mit dem TTC Grün-Weiß Staffel 1953 Limburg. Doch auch hier waren die bayerischen Vertreterinnen spielerisch überlegen und gewannen mit 4:0. Am letzten Turniertag kam es dann zum Showdown, als die Halbfinalpaarungen und das Finale auf dem Programm standen. Mit dem TTC Neckar-Zaber kam es zu einem süddeutschen Duell mit den Nachbarn aus Baden-Württemberg. Nachdem Maria Kummetsteiner mit einem Sieg über Sarah Hunyar startete, konnte Silke Riedhammer gegen Melissa Olajos direkt nachlegen und die Weichen vorzeitig in Richtung Finale stellen. Auch Anja Huber gab von Anfang an Gas und spielte ihre Gegnerin Muna Zaidi regelrecht an die Wand und gewann ebenfalls, sodass nun drei Matchbälle für den Finaleinzug auf dem Präsentierteller lagen. In einem engen Doppel zwischen Silke Riedhammer/Anja Huber und Melissa Olajos/Sarah Hunyar blieb der Ausgang lange offen, doch am Ende setzten sich die Damen aus der Oberpfalz durch und machten den Finaleinzug perfekt.

Dort wartete der amtierende bayerische Meister, der sich ebenfalls ungeschlagen bis ins Endspiel kämpfte und bei den Steinberger Damen keine guten Erinnerungen weckte. Denn sie waren es, die als einzige in dieser langen Pokalsaison die Damen vom See schlagen konnten – und dass eben im Finale des bayerischen Pokals. Wieder war es Kummetsteiner, die mit abgeklärter Ruhe die Steinberger Damen mit 1:0 Führung brachte, als sie in einem 4-Satz-Spiel ihre Kontrahentin Leah Simmnacher bezwang. Doch wie bereits im bayerischen Pokalfinale war es Sarah Fendt vom TSV Balzhausen, die erneut stark aufspielte und postwendend den Ausgleich schaffte. Doch Huber ließ sich nicht beeindrucken und legte mit einem Sieg gegen Nina Dietmayer nach. Dem nun anstehenden Doppel kam eine besondere Bedeutung zu, war es doch im letzten Aufeinandertreffen der Wendepunkt zugunsten der Balzhausenerinnen. Und auch dieses Mal ging die Partie über die volle Distanz und fand erst im fünften Satz einen Sieger. Dieses Mal jedoch zugunsten der Steinberger Damen, welche nach 1:2-Satzrückstand noch mit 3:2 gewannen. Nun waren sie lediglich einen Punkt vom großen Coup entfernt. Im Duell der beiden Topspielerinnen Maria Kummetsteiner und Sarah Fendt behielt erneut die Spielerin aus Balzhausen die Oberhand, die damit in beiden Finalspielen ungeschlagen gegen die DJK blieb. Beim aktualisierten Stand von 3:2 kam es dann zum Duell zwischen Anja Huber und Leah Simmnacher. Dabei fand Huber schnell in ihr Spiel, brachte Ball um Ball zurück und ihre Gegnerin damit zur Verzweiflung. Mit 11:7, 11:8 und 11:8 besiegelte sie damit den Final- und Pokalsieg. Immer an der Seite der Damen war Ingo Kiendl, der mit taktischen Tipps und mentaler Unterstützung seinen Beitrag zum Erfolg beisteuerte.