Waldmünchen schnürt nicht ganz freiwillig ein riesiges Investitionspaket für Schulen

Die Stadt Waldmünchen nimmt für ihre Kinder eine Menge Geld in die Hand – in Form von zwei großen Vorhaben. So soll die Lehrküche der Schwarzachtal-Mittelschule umfassend erneuert werden. Weniger freiwillig geht die Kommune das zweite Thema an, den Ausbau der Ganztagesbetreuung.
Ab dem Schuljahr 2026/27 haben Eltern gemäß eines entsprechenden Bundesgesetzes einen wachsenden Rechtsanspruch auf Ganztagesbetreuung (beginnend mit Klasse eins), leitete Bürgermeister Markus Ackermann in die Thematik ein. „Das bedeutet für uns Handlungsbedarf“, stellte er klar. Zumal der Anspruch ziemlich umfassend sei: zu acht Stunden Betreuung kommen Mittagessen und maximal 20 Schließtage hinzu, die bedeuten, dass das Angebot auch für zahlreiche Ferientage aufrecht erhalten werden müsse.
Aktuell werden 73 Kinder betreut
Aktuell würden in Geigant 17 Jungen und Mädchen bis 14 Uhr betreut, die offene Ganztagessschule (OGTS) in Waldmünchen mit einer Kurz- und zwei Langgruppen besuchen 55 Kinder. Ackermann ließ keinen Zweifel daran, am bewährten OGTS-Modell festzuhalten, die dem Schulamt untersteht – die Alternative sei ein Hort unter Aufsicht des Jugendamtes. Wichtig war ihm der Hinweis, dass es sich um ein Angebot handele, das Eltern annehmen könnten, aber nicht müssten.
Flächenbedarf ausreizen
Der Bürgermeister berichtete von einem Treffen aller Beteiligten. Wenn man davon ausgehe, dass 80 Prozent der Schüler die Betreuung in Anspruch nehmen werden, errechnet sich ein Bedarf von künftig 29 Kindern in Geigant und 132 in Waldmünchen. Während im Ortsteil das derzeit nicht annähernd belegte Gebäude sämtliche Raumanforderungen (Bewegungsräume, Speisesaal, Küche) erfüllen kann, muss in der Stadt ein Neubau her.
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Nicht zuletzt, weil die Stadt gewillt ist, im Sinne der Kinder das maximale Flächenvolumen auszunutzen. Das sieht als ein Parameter unter anderem einen Bewegungsraum pro Kind von einem bis 2,5 Quadratmeter vor. Für Geigant bedeutet dies eine Aufstockung von aktuell knapp 30 auf 72 Quadratmeter, in Waldmünchen steigt die Fläche gar von 132 auf 330.
Bürgermeister hofft auf Zuzug
Die großzügige Auslegung begründete Markus Ackermann nicht zuletzt mit der Hoffnung, dass mehr Bevölkerung auch mehr Kinder bedeuten, Stichwort Baugebiete. „Wir wollen ja nicht in ein paar Jahren schon wieder zu klein sein.“ Einzig beim Essensraum in Waldmünchen würde man kleiner planen, weil sich das Zwei-Schicht-System (erst die Klassen eins und zwei, dann die Älteren) bewährt habe.
Schnell sein bringt Geld
Für sämtliche neue Plätze wurde ein Schnelligkeitszuschuss in Aussicht gestellt, informierte Markus Ackermann. Den will Waldmünchen unbedingt in Anspruch nehmen, beträgt er doch immerhin 4500 Euro pro Nase. Entsprechend warb er im Gremium darum, das Projekt voranzutreiben, „um vorne mit dabei zu sein“. Selbst, wenn man da zum Zuge komme, und mit einer angesetzten Standardförderung von 65 Prozent werden bei der Stadt wohl Kosten von rund 300 000 Euro hängen bleiben, verdeutlichte er.
Herausforderung Personal
Hinzu komme die Herausforderung, entsprechendes Personal zu finden. Diesbezüglich zeigte sich Markus Ackermann allerdings zuversichtlich. „Ich gehe davon aus, dass es uns gelingt, geeignete Personen zu finden.“
Lehrküche wird runderneuert
Die Lehrküche der Mittelschule auf Stand zu bringen, sei nur ein konsequenter weiterer Schritt für die familien- und kinderfreundliche Familie, als die sich Waldmünchen sehe, sagte Markus Ackermann zu diesem Vorhaben. Er erinnerte daran, dass die Schulleitung mit dem Wunsch nach Optimierung immer wieder auf die Stadt zugegangen sei. Mittlerweile sei man – speziell nach Besichtigung vergleichbarer Fachräume in Furth im Wald – überzeugt, dass eine große Lösung geboten sei, die über die Ersatzbeschaffung von Geräten und Modernisierung hinaus gehe.
Kochen, lernen, essen
Schließlich gelte es, Koch- und Unterrichtsbereich sowie Speiseraum bestmöglich zu gestalten. Allerdings ziehe diese Optimierung bauliche Eingriffe und damit verbundene Kostensteigerungen nach sich. So würden aus den im Haushalt 2024 eingestellten 40 000 Euro bis zu 300 000 – von denen die Hälfte gefördert werden könnte.
Kochen sei ein wichtiges und profilgebendes Fach, setzt Schulleiter Michael Aumann das Vorhaben in einen übergeordneten Kontext. Rund ein Drittel der aktuell 230 Schüler würden den sozialen Zweig und damit auch die Lehrküche ab der achten Klasse wählen, in der zehnten wäre es zudem zentraler (Prüfungs)Punkt für die mittlere Reife.
Profilgebendes Fach
In Jahrgangsstufe sieben hätten alle Jungen und Mädchen pflichtgemäß Kontakt zu dem profilgebenden Fach, das in der achten und neunten Klasse mit bis zu vier Wochenstunden unterrichtet wird und in der zehnten einen wichtigen Prüfungsteil für die Mittlere Reife ausmacht.
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„Derzeit müssen wir uns schwer behelfen“, berichtet Aumann mit Hinweis auf veraltete Technik und dem Hin und Her zwischen Computerraum (nötig für Recherchen zu Rezepten, Lebensmitteln und Co.) und den eigentlichen Arbeitsplätzen.
Große Lösung bevorzugt
Bürgermeister Markus Ackermann bekräftigte seine Einschätzung für eine große Lösung mit den Worten, dass eine wirkliche Verbesserung unter den gegebenen Bedingungen schwierig sei. Nachdem Ziel sei, beste Ausgangsvoraussetzungen für Kinder und Jugendliche zu bieten, plädierte er für den Einstiegsbeschluss für eine große Lösung.
Die sieht als nächsten Schritt vor, bei der Regierung einen entsprechenden Förderantrag einzureichen – in Aussicht stehen bis zu 50 Prozent – und dann, die schulaufsichtliche Genehmigung vorausgesetzt – den Umbau in Angriff zu nehmen.