Im dritten Anlauf: Grünes Licht für 92 geförderte Wohnungen beim Rewe in Schwandorf

Von Hubert Heinzl · 7. Mai 2024 um 15:00

Nach weit reichenden Änderungen hat der Schwandorfer Stadtrat nun das geplante Mehrgenerationenwohnen auf dem Gelände der ehemaligen Tonwarenfabrik gebilligt. Auf dem rund einen Hektar großen Areal sollen in sieben Blocks 92 geförderte Wohnungen entstehen. Auch eine Kita ist vorgesehen.

Wie berichtet, hatte der Planungsausschuss schon in seiner Sitzung am 17. Juli des vergangenen Jahres das Projekt zwar grundsätzlich gutgeheißen, aber vor allem die zu geringe Anzahl der Parkplätze bemängelt. Der Investor besserte nach und erhöhte die Zahl der geplanten Stellflächen gemäß den Vorgaben der städtischen Satzung von 100 auf rund 150.

Beschwerden der Anwohner über Park-Chaos

Nach einer ersten öffentlichen Auslegung machte der Planungsausschuss in der Sitzung am 5. März 2024 jedoch einen kompletten Rückzieher. Mit 8:3 Stimmen wurde der Entwurf in seiner zweiten Version überraschend abgelehnt. Vorausgegangen waren laut Oberbürgermeister Andreas Feller (CSU) Beschwerden von Anwohnern aus der Zenger- und Vogelstraße. Diese hätten darauf verwiesen, dass schon jetzt ein Park-Chaos in dem Quartier östlich des Rewe-Marktes herrsche. Auch an der Massivität der Baukörper störten sich die Räte.

Eine Lösung bahnte sich nach Angaben der Stadtverwaltung schließlich bei einem Abstimmungsgespräch mit Vertretern der Stadt und der Fraktionen an. In der Gesprächsrunde am 18. März stellten die beauftragten Architekten der Urban Green Wohnbau GmbH aus Regensburg zwei Alternativen vor, von denen eine auf Zustimmung unter den Beteiligten stieß.

Neu: Tiefgarage mit 38 Stellplätzen

Diese Variante präsentierte das Team um Architekt Julian Söllner nun auch in der Stadtratssitzung. Zentrale Veränderung im Entwurf ist eine Tiefgarage mit 38 Stellplätzen im Westen des Geländes, die ausschließlich den Bewohnern des Quartiers vorbehalten sein soll. Für die Anwohner stehen laut Entwurf damit insgesamt 146 Parkplätze zur Verfügung. Dazu kommen weitere 30 öffentliche Stellplätze im Osten des Gebiets. Der geplante Spielplatz in dem Quartier wurde von der Nordseite nach Westen verlegt und grenzt laut Plan nun an die Grünzone zur Rückseite des Rewe an.

Auch die Ausmaße der sieben Wohnblocks wurden im Entwurf verändert. Vorgesehen sind nun zwei Mehrfamilienhäuser mit jeweils drei Vollgeschossen und jeweils fünf Gebäude mit vier Vollgeschossen – zwei davon optisch gefälliger mit drei Etagen plus Staffelgeschoss ausgebildet. Unterm Strich wurden die Baukörper im Zentrum etwas größer, die Gebäude in Nachbarschaft zur Wohnbebauung ein wenig abgespeckt.

In Anbetracht der Bevölkerungsentwicklung sollen sämtliche Wohnungen barrierefrei erreichbar sein. Vorgesehen ist auf dem Gelände auch eine Kindertagesstätte, die der private Rettungsdienst RKT aus Regensburg betreiben will.

Die Erschließung erfolgt vor allem über die Schillerstraße im Osten. Im Süden dient die Zengerstraße als weiterer Zubringer. Hier wurde im Entwurf der ursprünglich vorgesehene Gehweg wieder gestrichen, um einen besseren Verkehrsfluss auf der zweispurigen Straße zu ermöglichen. Großen Wert wollen die Investoren laut Architekt Söllner auf einen ökologischen Charakter des neuen Quartiers legen. Vorgesehen sind begrünte Flachdächer mit PV-Anlagen, aber auch Pflanzungen rund um die Mehrfamilienhäuser selbst. „Was wir begrünen können, das begrünen wir auch“, versprach Söllner den Räten.

Stadträte loben konstruktive Gespräche

Die begrüßten in ihrer Mehrheit den neuen Entwurf „ausdrücklich“, wie es stellvertretend CSU-Fraktionssprecher Andreas Wopperer formulierte. Er lobte das „sehr konstruktive Abstimmungsgespräch“, das unter anderem eine gefälligere Abstufung vor allem der Gebäude im Süden und Osten gebracht habe. SPD-Sprecher Manfred Schüller sah es als positiv, dass in Schwandorf geförderter Wohnraum geschaffen werde: „Das kann dazu dienen, Druck aus dem Wohnungsmarkt zu nehmen.“

Gegen die Stimmen der drei AfD-Stadträte wurde das überarbeitete Konzept schließlich mit großer Mehrheit gebilligt. Nun geht es erneut in die öffentliche Auslegung, bevor der vorhabenbezogene Bebauungsplan als Grundlage für das weitere Vorgehen beschlossen werden kann.

So sieht die Visualisierung des Vorhabens aus östlicher Richtung aus. Foto: Architekten Greßmann Söllner