Hängepartie vorbei: Beim Wohnbau-Projekt an der Libourne-Allee in Schwandorf geht es weiter

Monatelang tat sich nur wenig an der Libourne-Allee. In den sozialen Medien wurde schon über das Ende des geförderten Wohnprojekts spekuliert. Doch siehe da: Inzwischen rückten an der Baustelle wieder die Arbeiter an. Laut Investor Matthias Simmel soll jetzt alles ganz schnell gehen.
Davon konnte lange Zeit keine Rede sein. Nach dem Baubeginn im Jahr 2020 wurde das Projekt nach den Worten Simmels erst durch Corona, dann noch einmal durch den Ukrainekrieg ausgebremst. Eine der Folgen des permanenten Krisenmodus: Trotz Bevorratung „waren bestimmte Materialien einfach nicht lieferbar“, wie der Investor erklärt.
Inzwischen sind alle Förderzusagen da
So kam es, dass sich die einzelnen Mehrfamilienhäuser auf dem rund 1,4 Hektar großen Areal in ganz unterschiedlichen Ausbaustadien präsentierten – vom fertig verputzten Rohbau bis zum unvollendeten Torso. Nur zum Teil war bereits der Innenausbau erfolgt. Doch nun meldet der Unternehmer Vollzug – zumindest in Etappen. Zwei Mehrfamilienhäuser im Norden des Areals sind laut Simmel seit Februar dieses Jahres „komplett bezogen“. Und die Förderzusage durch die Regierung der Oberpfalz liegt nach seinen Worten inzwischen für beide Bauabschnitte und sämtliche Gebäude vor. „Aktuell ist alles verbeschieden“, sagt der Investor – essenziell für die Refinanzierung des Projekts.
Kosten und Investitionssumme sind gestiegen
Die Kosten sind nach seinen Worten durch die allgemeine Preissteigerung zuletzt um über 30 Prozent gestiegen. „Aber entsprechend den gesetzlichen Vorgaben ist auch die Förderung erhöht worden“, wie Simmel erklärt. Er rechnet aktuell mit einer Gesamtinvestition von 27Millionen Euro.
Der Zeitplan für die kommenden Monate ist ambitioniert. Das dritte Mehrfamilienhaus soll nach Angaben des Investors in etwa drei Wochen bezugsfertig sein. Anschließend, im Abstand von jeweils sechs bis acht Wochen, folgten drei weitere. Acht Gebäude mit zusammen 48 Wohnungen stünden bis Jahresende zur Verfügung, die restlichen würden dann bis Mitte 2025 realisiert. Und: Noch heuer soll laut Simmel das Gelände, das momentan eher an eine Schotterpiste erinnert, endlich auch asphaltiert werden.
72 Wohneinheiten sind geplant
Insgesamt sind auf dem Areal 72 Wohneinheiten mit jeweils drei bis vier Zimmern und von 80 bis 90 Quadratmeter Größe vorgesehen. Zwei Drittel davon sind gefördert, der Rest wird laut Simmel auf dem freien Markt, aber immer noch zu günstigen Konditionen vermietet. „Wir liegen mit der Kaltmiete deutlich unter dem Schwandorfer Durchschnitt“, sagt der Investor.
Die Nachfrage nach Wohnraum für Normalverbraucher ist laut Simmel ungebrochen. Anfangs hatte er rund 250 Interessenten vorgemerkt, inzwischen ist die Liste auf mehr als 1200 Einträge angewachsen. Anfragen kamen beileibe nicht nur aus der Großen Kreisstadt, sondern „auch aus Regensburg, Weiden oder Cham“. Die Vergabe orientiert sich nach den Worten des Unternehmers unter anderem natürlich an sozialen Kriterien. Darüber hinaus strebe er einen „gesunden Mix“ aus verschiedenen Bevölkerungsgruppen an.
Sachverständiger stellte keine Schäden fest
Mutmaßungen in den sozialen Medien, dass die Bausubstanz durch die lange Hängepartie gelitten habe, verweist Simmel übrigens ins Reich der Fabel: „An den Betonbauteilen gibt es keine Frostschäden. Wir haben eigens noch mal einen Sachverständigen durchgeschickt.“ Und dass eines der Mehrfamilienhäuser nun gerade nicht mit Fertigteilen errichtet, sondern aufgemauert wird, begründet der Investor mit Kostenvorteilen.
