Große Pläne für Tonwarenfabrik-Gelände: Sieben Mehrfamilienhäuser werden gebaut

Überlegungen, die Brache neben dem Rewe-Center in Schwandorf zu bebauen, gibt es schon länger. Vor einigen Jahren wollte ein Investor drei Mehrfamilienhäuser mit je sechs Wohneinheiten und 14Doppelhäuser errichten. Aus dem Projekt ist nichts geworden. Nun gibt es neue Pläne für das frühere Tonwarenfabrik-Gelände.
Sieben Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 92Wohneinheiten sollen auf dem Areal entstehen. Den entsprechenden Vorentwurf stellte der Regensburger Architekt Julian Söllner jetzt im städtischen Planungs- und Umweltausschuss vor.
Söllner plant mit seinem Team nicht nur das Wohnprojekt, sondern wird es auch umsetzen. Dafür hat er sich mit der Klassik Bau GmbH zur Urban Green Wohnbau GmbH zusammengetan, die das Bauvorhaben koordinieren wird.
Wohnungen sind barrierefrei und werden gefördert
Als „Mehrgenerationenwohnen“ bezeichnete der Architekt das Projekt. Entstehen sollen barrierefreie Wohnungen, die über das Bayerische Wohnungsbauprogramm gefördert werden. Wer hier wohnen möchte, muss einen Wohnberechtigungsschein haben. Den erhalten einkommensschwächere Personen und Familien.
Projektleiter Christoph Röhrl tritt gegenüber der MZ Bedenken entgegen, dass auf der Fläche ein Hartz-IV-Viertel entstehen könnte. Wohnberechtigungsscheine bekommen längst nicht nur Arbeitslose. Auch eine alleinerziehende Polizistin mit Kindern sei berechtigt, gibt Röhrl ein Beispiel.
Wer am Ende in die 92 Wohnungen zieht, darauf hat der Investor keinen Einfluss. Die Bewohner mit Berechtigungsschein werden zugewiesen. Bei der Stadt Schwandorf gibt es eine Warteliste, auf der viele potenzielle Bewohner stehen.
Lange Warteliste zeigt großen Bedarf
Dass der Investor auf diese Wohnform setzt, hängt mit der staatlichen Förderung und dem Bedarf zusammen. Die lange Warteliste an Bewohnern mit Berechtigungsschein zeige, dass der Bedarf an gefördertem Wohnraum groß sei, meint Röhrl. Ganz im Gegensatz zu Doppelhäuser – dieser Markt sei tot, sagt der Projektleiter.
Aus dem Grund seien auch die alten Pläne einer Doppelhaus-Siedlung nicht weiterverfolgt worden. Der Planungs- und Umweltausschuss musste den dazu bereits gefassten Beschluss nun aufheben, um für den neuen Entwurf grünes Licht geben zu können. Bei zwei Gegenstimmen wurde das Konzept gebilligt.
In der Diskussion wurden allerdings auch einige Bedenken und Kritikpunkte geäußert. Dazu gehörte die Anzahl der Parkplätze. Geplant hatte der Investor mit 100 – je einem Stellplatz pro Haushalt und einigen für Besucher. Damit würde er sich nicht an die Regelungen der städtischen Stellplatzsatzung halten. Darin wird eine Anzahl von 1,5 Stellflächen pro Wohnung gefordert.
150 statt 100 Parkplätzen werden nun geplant
„Die Reduzierung von Stellplätzen wird nicht funktionieren und ist nicht akzeptabel“, erklärte CSU-Fraktionschef Andreas Wopperer. Auch Franz Schindler (SPD) mahnte an, dass sich der Investor bei den Parkplätzen eine Lösung einfallen lassen müsse. Das hat er bereits getan, wie Julian Söllner deutlich machte. Man wolle im endgültigen Entwurf mit 150 Parkplätzen planen.
Während bei der kleineren Variante sämtliche Autos unter den Gebäuden – in Form von Arkaden – geparkt hätten, werde bei der größeren Anzahl auch der Straßenraum mit genutzt. Einige zusätzliche Stellflächen werde man noch unter den Häusern unterbringen können, erklärt Christoph Röhrl, die anderen sollen entlang der Ringstraße, die durch das Wohngebiet führt, angeordnet werden.
Die sehr breit geplante Straße (sechs Meter plus Gehweg) werde dafür etwas schmäler, um Platz für die Parkbuchten zu schaffen. Die Grünflächen rund um die Mehrfamilienhäuser werden dafür nicht verkleinert, beruhigt Röhrl. Überhaupt soll das Wohngebiet sehr grün und nachhaltig gestaltet werden. Nicht nur rund um die Mehrfamilienhäuser sollen viele Bäume gepflanzt und Grünflächen geschaffen werden, auch die Flachdächer sollen begrünt und zudem Solaranlagen installiert werden.
Auch die vorgesehene Anbindung des neuen Wohngebietes an das bestehende Straßennetz fand nicht nur Zustimmung. Der Verkehr soll über die Schillerstraße auf das Areal kommen. Eine Verkehrsanbindung nur über die Schillerstraße könne so nicht bleiben, kritisierte Wopperer. Er gab den Planern als Hausaufgabe eine Ausfahrt mit.
Verkehrsgutachter prüft Anbindung von neuem Wohngebiet
Wie Christoph Röhrl erklärt, werde nun ein Verkehrsgutachter prüfen, ob die Schillerstraße überlastet wäre und es eine weitere Anbindung brauche. Sollte dies der Fall sein, wolle man mit einer zusätzlichen Anbindung über die Rölsstraße planen. Röhrl rechnet mit einem Ergebnis der Prüfung in etwa zwei Monaten.
Bereits im kommenden Oktober soll der endgültige Entwurf für die Entwicklung der rund 10100 Quadratmeter großen Brache vorliegen. Der Bau der Erschließungsstraße soll dann im März 2024 beginnen. Frühestens Ende 2025 könnten die Wohnungen fertig sein.
