Im Regensburger Salamanderhaus hat der Endspurt begonnen

Die Stabilisierung des Altstadtjuwels in Regensburg ist fast abgeschlossen – Kommen auf andere Hausbesitzer in den Nachbarstraßen ebenfalls Probleme zu?
Das Salamanderhaus am Neupfarrplatz steht auf unruhigem Untergrund. Seit dem Sommer stabilisieren Spezialisten die Bodenplatte im Keller, die sich gesenkt hat. Im Dezember 2023 sollte die Maßnahme zu Ende gehen. Das hat nicht geklappt, weil sie recht komplex ist. Doch jetzt sagt Statiker Wolfgang Kugler aus Kelheim: „Die Arbeiten sind endlich in den letzten Zügen.“ Das ist nicht nur für Hausbesitzer Andreas Insinger junior wichtig, sondern auch für das Schuhhaus Salamander im Erdgeschoss, das während der Bauzeit sein Lager im Keller nicht nutzen kann. Alle Schuhe sind im Geschäft aufgereiht.
Weil sich die Bodenplatte im Salamanderhaus gesenkt hat, sind aufwendige Bauarbeiten notwendig gewesen. 48 Pfähle sollen den Keller für die nächsten Jahrhunderte stabilisieren.
48 Pfähle wurden eingebaut
Einer Angestellten des Schuhhauses sind im letzten Jahr große Risse in den Kellerwänden aufgefallen. Das Kelheimer Statikbüro Kugler + Kerschbaum untersuchte daraufhin den Untergrund. Neun Meter unter dem Gebäudekomplex, der bis in die Bachgasse reicht, liegt ein Kalkfelsen mit Spalten und Klüften, darüber Erde. Durch Unterspülung mit natürlichem Schichtwasser wurde Erde weggetragen. Folge war die Absenkung.
Fachleute des Bauunternehmens Weigert stemmten den Beton in dem Raum mit 220 Quadratmetern heraus. Bevor die neue Bodenplatte betoniert worden ist, mussten die Pfähle mit einem Durchmesser von jeweils 30 Zentimeter eingebaut werden, die bis zum Felsen hinunterreichen.
Es gibt einen zweiten Grund, warum der Boden nachgegeben hat. Nach archäologischem Forschungsstand steht das Salamanderhaus auf dem Graben des römischen Kastells, der im Laufe der Zeit mit Kulturschutt gefüllt worden ist: mit Bruchsteinen und Keramikresten. Zwischen 1050 und 1100 wurden die ersten Steinbauten errichtet. „An diesen entstehen bis in die heutige Zeit immer wieder Schäden, weil der Untergrund so schwierig ist“, sagte Stadtarchäologe Lutz-Michael Dallmeier vor Monaten. Die statischen Probleme in der Wahlenstraße hingen wohl mit der Verfüllung des Grabens zusammen.
„Es sieht wieder nach Keller aus, nicht nach Grube“, sagt Andreas Insinger. „Ich bin guter Dinge, dass sich das noch im Frühjahr erledigt.“ Die nächsten 300 bis 400 Jahre werde sich die Bodenplatte sicherlich nicht bewegen. Die Arbeiten kosten eine gute Million Euro. Zum Glück liegt eine Elementarversicherung vor. Diese trägt den Löwenanteil. Trotzdem kommen auch auf den Hausbesitzer hohe Kosten zu.
Statiker Wolfgang Kugler erwartet, dass etliche andere Hausbesitzer auch Probleme bekommen werden. „Wenn sie durch die Wahlenstraße und die Bachgasse gehen, sehen Sie Risse in den Fassaden.“
Neue Ware für Salamander
Stadtsprecherin Juliane von Roenne-Styra bestätigt, dass viele Altstadthäuser, besonders in der Wahlenstraße und Unteren Bachgasse, aber auch in der Engelburgergasse und in Donaunähe Gründungsprobleme haben. „Viele Setzungen sind aber auch schon sehr alt und haben sich beruhigt.“
Das Schuhhaus macht das Beste aus der Situation. Die stellvertretende Filialleiterin Gloria Petterson von Salamander sagt: „Wir bieten Sonderangebote mit 20 Prozent Ermäßigung.“ Der Verkauf ist während der Bauzeit gut gelaufen. Vor allem Sandalen, Loafers, Sneakers und Pantoletten ziehen gegenwärtig die Kundschaft an. Laufend trifft neue Ware ein. Nach Ende der Bauzeit werde die Schuhauswahl etwas größer werden, kündigt Gloria Petterson an.