Betriebsversammlung bei Kaufhof: Mitarbeiter in Regensburg befürchten Schließung
Der neue Investor von Galeria Karstadt Kaufhof gibt am Samstag wohl die Streichliste bekannt. 70 von 92 Filialen sollen erhalten bleiben. Regensburg ist eine der wenigen Städte mit noch zwei Kaufhäusern. Die Mitarbeiter am Neupfarrplatz fürchten nun um die Zukunft ihres Jobs – im Hintergrund hat es wohl keine Verhandlungen wegen der Miete gegeben.
Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Doch diesmal haben vor allem die Mitarbeiter im Kaufhof am Neupfarrplatz ein flaues Gefühl im Magen. „Ich glaube, es wird uns erwischen“, sagt ein Mitarbeiter, der namentlich nicht genannt werden möchte. Dabei ist die letzte nervenzehrende Hängepartie um die Schließung des Hauses, das 1973 noch unter dem Namen Horten eröffnet wurde, gerade erst einmal ein Jahr her.
Insolvenzverfahren gegen René Benko
Bei der letzten Insolvenz landete der Kaufhof am Neupfarrplatz auf der Streichliste, soll aber nach Intervention von René Benko persönlich wieder von dieser genommen worden sein. Benko kämpft gerade selbst vor Gericht um seine Zukunft – auch gegen ihn wie gegen seine zahlreichen Holdings wurde das Insolvenzverfahren eröffnet.
Samstag fällt die Entscheidung um die Zukunft
An diesem Samstag wird es jedenfalls ernst für die noch etwa 55 Mitarbeiter am Neupfarrplatz – womöglich aber auch für die im Donau-Einkaufszentrum. Denn für 8.30 Uhr wurde eine Telefonkonferenz einberufen, an der Betriebsräte und Filialgeschäftsführer aller GKK-Häuser teilnehmen werden. Um 10 Uhr findet dann in jeder Filiale eine Betriebsversammlung statt. Die Mitarbeiter werden über die Entscheidungen in ihrer jeweiligen Filiale informiert. Die Kaufhäuser bleiben während dieser Betriebsversammlung laut informierten Kreisen auch geschlossen. „Ich gehe davon aus, dass nicht mehr geöffnet wird, sollte eine Filiale schließen“, sagte ein mit der Angelegenheit Vertrauter zur Mediengruppe Bayern. „Man kann die Leute ja nicht mehr auf die Fläche schicken.“
Voraussetzung für den Weiterbetrieb: Senkung der Miete
Im Hintergrund gab es nach Informationen unserer Zeitung bislang keinen Kontakt zwischen dem Eigentümer und den Erbpachtgebern, um bei den Mietpreisen für das Haus am Neupfarrplatz nachzuverhandeln. Die Miete belaufe sich derzeit auf über zwei Millionen Euro im Jahr – eine Senkung der Miete wäre Bedingung für einen Weiterbetrieb des Hauses in der Altstadt.
16 von 92 Häuser sollen schließen, hieß es am Freitagabend von der Nachrichtenagentur dpa aus Unternehmenskreisen. Von den rund 12 800 Menschen, die das Unternehmen beschäftigt, sollen 11 400 demnach ihren Job behalten. 1400 würden gehen müssen, hieß es. Zuletzt hatte Denkhaus bereits angekündigt, dass in der Konzernzentrale in Essen die Hälfte der 900 Arbeitsplätze abgebaut werden soll.