Das Judasohr: Pure Vitalität aus dem Wald mit einem ganz besonderen Geschmack

Von Eveline Kaltenegger · 25. April 2024 um 15:00

Das Judasohr, bei uns auch Hollunderschwamm genannt, ist gar nicht so schwer zu finden wie man denkt, und es verbirgt sich eine faszinierende Geschichte hinter seinem Namen.

Jetzt nach dem vielen Regen, wächst es besonders gut, und man kann es sehr gut an alten Holunderstämmen erkennen, bevorzugt da, wo noch ein Bacherl rauscht oder der Standort etwas feuchter ist.

Die Geschichte hinter dem Namen des Judasohrs ist ebenso interessant wie sein Aussehen. Es wird gesagt, dass der Name auf einer alten Legende beruht, die mit dem Apostel Judas in Verbindung steht. Judas kam nicht darüber hinweg, dass er Jesus verraten hatte und beging daraufhin Selbstmord, indem er sich an einem Baum erhängte. An eben diesem Baum, es war ein Holunderbaum, wuchsen nun zum ersten Mal sonderliche Pilze in Ohrmuschelform. Die Menschen brachten diesen Pilz daher mit Verrat und dem tragischen Schicksal von Judas in Verbindung und nannten diesen fortan Judasohr.

Reich an Vitaminen der B-Gruppe

Abgesehen von seiner auffälligen Erscheinung bietet das Judasohr auch eine Vielzahl von gesundheitlichen Vorteilen. Es ist reich an Eisen, Vitaminen der B-Gruppe und Antioxidantien, die dazu beitragen können, das Immunsystem zu stärken und die allgemeine Gesundheit zu verbessern.

Darüber hinaus wird dem Judasohr in der traditionellen chinesischen Medizin eine entzündungshemmende Wirkung zugeschrieben, und er wird zur Unterstützung der Herzgesundheit und zur Senkung des Cholesterinspiegels eingesetzt.

Sammler soll Pilze zurücklassen

Beim Pilze sammeln ist es wichtig, die natürliche Umgebung zu respektieren, nichts zu zerstören oder zu beschädigen. Es soll immer nur so viel gesammelt werden wie man verzehren kann. Außerdem ist es geboten, genügend Exemplare zurückzulassen, um die Population zu erhalten. Die Judasohren vorsichtig mit einem scharfen Messer entfernen, so wird nichts beschädigt.

Das Judasohr ist nicht nur ein faszinierender Pilz mit einer reichen Geschichte, sondern auch ein köstliches und nahrhaftes Lebensmittel, das auch sehr gesund ist. Ob frisch in Salaten, gedünstet in Suppen oder gebraten als herzhaftes Hauptgericht zubereitet – die Vielseitigkeit dieses Pilzes macht ihn zu einem wahren Schatz der Natur, der es verdient, entdeckt und geschätzt zu werden. Eines der bemerkenswertesten Merkmale des Judasohres im getrockneten Zustand ist die Konzentration seines Aromas und Geschmacks. Die natürlichen Aromen des Pilzes werden verstärkt, was zu einem intensiveren und komplexeren Geschmack führt. Das getrocknete Judasohr entwickelt einen reichhaltigen, erdigen Geschmack mit subtilen süßen und nussigen Nuancen, der eine Vielzahl von Gerichten bereichern kann. Wer also das Judasohr schon im getrockneten Zustand am Baum findet, kann es gut lagern. Es hat die bemerkenswerte Fähigkeit, beim Einweichen wieder Wasser aufzunehmen, und das in beträchtlichem Maße. Der Pilz kann in der Regel das bis zu Zehnfache seines Trockengewichts an Wasser absorbieren. Diese Fähigkeit macht ihn äußerst vielseitig in der Küche, da er beim Einweichen seine ursprüngliche Textur und Festigkeit wiedererlangt.

Gut geeignet für den Eintopf

Diese Eigenschaft ermöglicht es, getrocknete Judasohren in Suppen, Eintöpfen und anderen Gerichten zu verwenden, wo sie beim Kochen wieder zum Leben erweckt werden. Für alle, die kein so gutes Auge haben oder sich unsicher bei der Bestimmung sind, die Judasohren gibt es fast schon überall getrocknet zu kaufen unter dem Namen Mu-Err Pilz.

Rezept für eine asiatische Gemüsepfanne

Zutaten:100 Gramm frische Judasohren, 2 Knoblauchzehen, 1 kleine Knolle Ingwer fein gerieben, 2 EL Sojasauce, 2 EL Sesamöl, 1 ganze rote Beete, 1 Karotte, ½ Zwiebel, 1 Paprikaschote Farbe nach Wahl, ¼ Chinakohl, Sesamsamen zum Bestreuen, frische Kräuter (optional), Salz und Pfeffer nach Geschmack

Anleitung: Die Judasohren gründlich unter kaltem Wasser abspülen; das Gemüse in Stifte schneiden; In einer Pfanne das Sesamöl erhitzen und den geriebenen Knoblauch und Ingwer darin kurz anbraten, bis er duftet. Das Gemüse (außer den Chinakohl) in die Pfanne geben und circa fünf Minuten scharf anbraten. Die Judasohren und den Chinakohl mit in die Pfanne geben. Die Sojasauce über das Gemüse gießen und gut vermischen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und optional mit frischem Giersch, Bachkresse und/oder Sesamsamen garnieren. Sofort servieren und die Aromen genießen.

Eine auffällige Erscheinung
Als Zutat für asiatische Gerichte eignet sich das Judasohr sehr gut.
Der Pilz ist auch unter dem Namen Holunderschwamm bekannt.