Trotz der Minusgrade: Die Vorbereitungen für die Freibad-Saison in der FreizeitWelle Rötz laufen

Montagmittag standen tatsächlich die ersten Badegäste vor den Türen der FreizeitWelle – und zwar nicht für einen Hallen-, sondern einen Freibad-Besuch, erzählen Heinrich Kestler und Thomas Baier mit einem Schmunzeln.
Das Hallenbad hat an den üblichen Tagen geöffnet. Zutritt zum Freibad konnten die beiden Bademeister den offenbar sehr hartgesottenen Besuchern aber nicht gewähren, und das nicht nur, weil es gerade Temperaturen um den Gefrierpunkt hat.
Sogar ein paar einzelne Schneeflocken fallen auf die Liegewiesen des Freibades, als Kestler und Baier zeigen, was noch alles zu tun ist, bevor sich dort Badegäste niederlassen können. Seit Januar – da sei es übrigens wärmer gewesen als diese Woche – sind sie schon im Einsatz, damit das Freibad, wenn es dann so weit ist, seine Türen öffnen kann: Laub zusammenrechen, Bäume ausschneiden, und auch das große, 500 Kubikmeter fassende Becken wurde schon einmal gereinigt, nachdem im März das Wasser ausgelassen worden ist.
Erst Regen, nun Nachtfrost
Den Winter über ist es im Becken geblieben, was dem Zustand der Bodenfliesen darin offenbar sehr zuträglich ist: Diese gehen kaum kaputt, da sie auch in den kalten Monaten durch das Wasser geschützt sind. Die Fliesen im sogenannten Beckenkopf, dem Randbereich, der im Freien liegt, brechen dagegen häufiger, vor allem sind es Frostschäden.
Im Moment entfernt Baier die beschädigten Fliesen. Neue anzubringen war aber wegen des derzeitigen Nachtfrostes und wegen des Regens letzte Woche nicht möglich. Ein paar sind es schon, die ausgetauscht werden müssen, berichten die Bademeister, immerhin hat das Becken schon bald 28 Jahre auf dem Buckel.
Einem Freibad-Betrieb stehen vor allem auch noch die Arbeiten am Hallenbad-Dach entgegen. Das in die Jahre gekommene Flachdach wird gerade saniert. Bevor das Gerüst am Hallenbad nicht abgebaut ist, würde für die Bademeister, die immer die Becken im Blick haben müssen, ein Freibad-Betrieb ohnehin nicht in Frage kommen: Zu verlockend – und gefährlich – wäre es sicherlich für kleine Abenteurer, das Gerüst als Klettermöglichkeit zu nutzen. „Das wäre unverantwortlich“, sind sich sowohl Kestler und Baier als auch Bürgermeister Dr. Stefan Spindler einig. Abgesehen davon ist der Öffnungstermin für das Freibad wie jedes Jahr natürlich wetterabhängig. Grundsätzlich öffnet die FreizeitWelle bei einer Außentemperatur von 23 Grad. Verständlich daher die Frage einiger Radfahrer, die vor etwa zwei Wochen am Freibad-Gelände vorbeigefahren sind: „Wann macht ihr auf?“ Denn da hatte es tatsächlich schon über 25 Grad, erzählen die Bademeister – es war aber noch etwas zu früh im Jahr für Badevergnügen an der frischen Luft.
Apropos Temperatur: Dank eigenem Hackschnitzel-Heizwerk ist man wärmetechnisch bestens gerüstet. Für mehr Kopfzerbrechen sorgen die Strompreise, die nun schon im zweiten Jahr durch den neuen Vertrag – der bestehende war im Dezember 2022 ausgelaufen – deutlich höher liegen: Rund 30000 Euro mehr seien es jährlich, so Kestler. Immerhin: Etwa 30 Prozent des Strombedarfs können durch die eigene PV-Anlage gedeckt werden. Diese befindet sich auf dem Lagerraum sowie an den Seiten unter dem Hallenbad-Dach, dort muss sie bald wegen der Bauarbeiten ein Stück nach unten versetzt werden, bleibt aber am Gebäude, informieren die Bademeister.
Eigene PV-Anlage
Bereits abgebaut ist dagegen die PV-Anlage, die zuvor direkt auf der – dafür vermieteten – Dachfläche montiert war, die allerdings mit dem Bad-Betrieb nichts zu tun hatte. Sie ist wieder bei ihrem Eigentümer und wird auch nicht mehr aufgebaut, damit die Dachhaut nicht beschädigt wird. Wegen der immens gestiegenen Stromkosten hatte es schon letztes Jahr Überlegungen gegeben, eine Leitung von der Grundschule zum Bad zu legen, um dieses mit Strom zu versorgen. Auf dem Schuldach befinden sich drei Bürgersolaranlagen, eine davon gehört mittlerweile der Stadt. Allerdings habe sich das Vorhaben als schwierig entpuppt, wie der Bürgermeister informiert hatte, wobei noch keine endgültige Entscheidung getroffen worden sei.
Gut besucht, wohl wegen der eisig kalten Temperaturen draußen, war in den letzten Tagen die Sauna der Freizeitwelle, so Kestler. Da der Mai naht, wird dieser Samstag aber vorerst der letzte sein, an dem die Sauna samstags geöffnet hat.
Der Landkreis Cham bezuschusst die Hallen(-freibäder)
Zuschuss: Der Landkreis Cham bezuschusst die meisten der Hallen(-freibäder): Für den Betrieb bestehen für Cham, Furth im Wald, Lam, Rötz und Waldmünchen Verträge mit den kommunalen Betreibern zur Beteiligung an den Betriebsverlusten.
Mitfinanzierung: Die Mitfinanzierung des Landkreises bei den reinen Hallenbädern beträgt 50 Prozent, bei den Hallenfreibädern 40 Prozent.
Vergleich: Gab es insgesamt im Jahr 2019 (vor den massiven Preissteigerungen bei der Energie) vom Landkreis rund 1,1 Million Euro für die Bäder, sind 2024 schon über 1,4 Millionen Euro angesetzt. Rötz wird vom Landkreis bezuschusst mit 104 600 Euro (2019: 58 700 Euro).
wf

