Firmenchefs und Politiker zu Gast bei BMW – Minister Füracker besichtigt Batterietestzentrum

Von Philipp Breu · 19. April 2024 um 14:30

Die Wirtschaftskraft ist das Aushängeschild der Gemeinde Wackersdorf. Dementsprechend eng ist die Kommune im Herzen des Seenlands mit ihren vielen Betrieben verbunden. Um den gemeinsamen Austausch zu fördern, findet jährlich eine Wirtschaftsrunde statt. Am Donnerstagabend war der Automobilriese BMW Gastgeber.

Knapp 100 Vertreter aus Wirtschaft und Politik, darunter Landrat Thomas Ebeling, MdBMartina Englhardt-Kopf (beide CSU), MdL Martin Scharf (FW), der Leiter der BMW Group Werke Regensburg und Wackersdorf, Armin Ebner, der Standortleiter des BMW-Werks in Wackersdorf, Christoph Peters, sowie der Bayerische Staatsminister der Finanzen und für Heimat, Albert Füracker (CSU), waren vor Ort.

Kontakte knüpfen, Synergien schaffen

Bürgermeister Thomas Falter (CSU) stellte gleich zu Beginn fest, dass der Fokus der Veranstaltung auf dem gegenseitigen Austausch liegen soll. „Es ist ein Abend zum Kontakte knüpfen, für Synergien und Ideen, die vielleicht sonst nicht entstanden wären.“ Vor allem am Ende des Events sollte es dazu genügend Möglichkeiten geben.

Zunächst stand aber eine Formalität an, die Staatsminister Füracker und Bürgermeister Falter gleichermaßen wichtig war. Der Politiker sei zwar schon des Öfteren in Wackersdorf gewesen – zuletzt als Ehrengast auf dem Starkbierfest – hätte sich aber bisher nicht im Goldenen Buch der Gemeinde verewigt. Das wurde am Donnerstagabend bei BMW gleich nachgeholt.

Weiter ging es für einen kleinen Kreis, bestehend aus Politikern und Presse, mit dem Werksbus auf die Großbaustelle am Firmengelände. In der altehrwürdigen Halle 80, ursprünglich gebaut in den 1980er Jahren für die damals geplante Wiederaufbereitungsanlage (WAA), entsteht gerade das Batterietestzentrum, für das BMW nach eigenen Angaben stolze 100Millionen Euro investiert.

Batteriezellen werden auf Herz und Nieren überprüft

Auch wenn der riesige Komplex noch lange nicht fertiggestellt ist, zeichnete sich vor Ort schon ab, dass das Gebäude später nicht mehr wiederzuerkennen sein wird. Der erste Teilbereich soll Mitte 2024 in Betrieb genommen werden, wie Werkleiter Ebner erklärte. Hier sollen sogenannte „Batterie-Tester“ zum Einsatz kommen, die rund um die Uhr Batteriezellen auf Herz und Nieren überprüfen – und zwar in der frühen Entwicklungsphase. Im Wesentlichen werde hierbei die elektrische Leistungsfähigkeit der einzelnen Batteriezellen beim Laden und Entladen unter unterschiedlichen Bedingungen ermittelt.

Zunächst werde das parallele Testen mehrerer hundert Batteriezellen möglich sein. Nach Abschluss des Hochlaufs betrage die Testkapazität mehrere tausend Batteriezellen. In der finalen Ausbaustufe ab 2025 werde das Testzentrum auch dazu dienen, die batterieelektrischen Fahrzeuge der BMW Group vor deren Serienstart abzusichern und die geforderte Qualität zu gewährleisten. Dazu werden die Speicher beispielsweise Vibrations- und Schocktests unterzogen.

Zudem könnten in Dauertests aufwendige Fahrprofile simuliert werden, inklusive der entsprechenden Be- und Entladezyklen. Für die Zulassung von Elektrofahrzeugen seien solche Tests zwingend notwendig.

Staatsminister Albert Füracker war beeindruckt

Minister Füracker zeigte sich beeindruckt: „Die Ansiedlung des Batterietestzentrums durch BMW in Wackersdorf ist ein starkes Bekenntnis für die Region und den Automobilstandort Bayern“, sagte er und wünschte weiterhin „viel Erfolg und unfallfreies Bauen“. Nach der Besichtigung ging es mit dem Bus zurück in die Hauptzentrale. Der Minister wurde indes von den BMW-Chefs persönlich mit dem neuen vollelektrischen BMW i7 vorgefahren. Zwischenzeitlich hatte sich der Veranstaltungsort gut gefüllt. Im sogenannten Sonnenzimmer referierte nach einigen Grußworten Professor Markus Brautsch vom Institut für Energietechnik der OTH Amberg-Weiden zum Thema „Transformationspläne für Industrie- und Gewerbebetriebe“.

Er zeigte den Anwesenden unter anderem auf, welche Energieversorgungslösungen es gibt, wie man die Effizienz steigern kann, welche Förderprogramme es gibt, wie sich Photovoltaik- und Windenergie nutzen lassen und wie man eine wirtschaftlich ausgewogene Gesamtstrategie entwickelt.

Wirtschaftsrunde in Wackersdorf wird weiter bei Firmen stattfinden

Brautsch übergab dann das Mikrofon an Wackersdorfs Bauamtsleiter Uwe Knutzen, der kurz die geplante Sanierung der Industriestraße, der wichtigsten Zufahrt zum Industriegebiet, vorstellte.

Der von vielen Gästen hochgelobte Abend klang schließlich bei Häppchen und kalten Getränken aus. An Stehtischen sammelten sich Menschentrauben. Man prostete sich zu und tauschte sich aus – so wie es eben auch das Ziel der Veranstaltung sein sollte.

Bürgermeister Falter zeigte sich sichtlich zufrieden. „Es war ein rundum gelungener Abend mit wertvollen Gesprächen und viel Input. BMW war ein toller Gastgeber. Wir werden das auch beibehalten, dass wir die jährliche Wirtschaftsrunde bei unseren Firmen abhalten.“

Mit seinem Eintrag dankte Albert Füracker der Gemeinde für den freundlichen Empfang. Foto: Daniel Seger, Moods Photography
Sie tauschten sich beim Gang durch das Batterietestzentrum aus: Landrat Thomas Ebeling (l.) und der Standortleiter des BMW-Werks Wackersdorf, Christoph Peters. Fotos: Daniel Seger, Moods Photography
Rund 100 Gäste kamen am Donnerstagabend in der Firmenzentrale des BMW-Werks in Wackersdorf zusammen. Nach einem Impulsvortrag im Sonnenzimmer stand der gemeinsame Austausch im Fokus der Veranstaltung. Foto: Daniel Seger, Moods Photography
Blick ins Innere der Halle: Hier sollen bald Batteriezellen und Speicher intensiv geprüft werden. Foto: Daniel Seger, Moods Photography
Eine längst fällige Unterschrift setzte Minister Albert Füracker ins Goldene Buch der Gemeinde. Foto: Daniel Seger, Moods Photography
Er referierte zu Transformationsplänen: Prof. Markus Brautsch. Foto: Daniel Seger, Moods Photography