Wasserwacht soll am Murnersee feste Station bekommen – Größe sorgte für längere Debatte

Von Philipp Breu · 18. April 2024 um 15:02

Seit Jahren sorgt die Wasserwacht des BRK auch am Murnersee während der Badesaison für Sicherheit. Doch ihre Station am Ufer ist seit jeher zu klein. Dass sich daran etwas ändern muss, da waren sich Wackersdorfs Gemeinderäte am Mittwoch einig. Diskussionsstoff gab es trotzdem reichlich.

Bisher waren die ehrenamtlichen Retter der Kreiswasserwachten Schwandorf und Amberg in einer Übergangslösung untergebracht, die meist aus einem Wach- und einem Lagercontainer bestand. Dieser wurde zur Badesaison aufgestellt und anschließend wieder abgebaut. Bei Gesprächen mit der Wasserwacht hätte sich laut Bürgermeister Thomas Falter (CSU) schon mehrmals herauskristallisiert, dass die Räumlichkeiten am Murnersee zu klein und nicht mehr auf dem neuesten Stand seien.

Die Gemeinde wurde zwischenzeitlich aktiv und hat ein ein Grundstück am Ufer erworben. Weil nun auch eine 50-prozentige Förderung über das Leader-Programm möglich sei, sei das Thema laut Falter nun erneut auf der Tagesordnung gelandet. Der Rathauschef machte eingangs keinen Hehl daraus, dass er die von der Kreiswasserwacht favorisierte Lösung befürworte. Diese sieht eine dauerhafte Station mit insgesamt sechs Containern und einer Größe von etwas mehr als 100Quadratmetern vor. Darin enthalten sein sollten ein Schulungs- bzw. Aufenthaltsraum, Büroflächen, ein Erste-Hilfe-Raum, WC-Anlagen mit Waschbecken und Dusche sowie ein Lagerplatz, an dem auch das neue Quad untergestellt werden kann, das die Wasserwacht kürzlich angeschafft hatte.

Die Kosten würden sich inklusive Grabarbeiten, dem Verlegen von Anschlüssen sowie der Verkleidung der Container mit einer Holzschalung auf etwa 269000 Euro belaufen. Bei nur fünf Containern rechne man mit etwa 24000 Euro weniger.

Info-Point für Ausflügler

Doch nicht nur die Wasserrettung könnte nach Ansicht der Verwaltung eine Aufwertung vertragen, auch der Bereich Tourismus. Bisher fehlt am Murnersee ein zentraler Info-Point. Dieser könnte direkt an der neuen Rettungsstation anschließen. Implementiert werden sollten eine Ladestation für E-Bikes sowie Ladeanschlüsse für USB, Fahrradständer, Infotafeln, Radkarten und Sitzgelegenheiten. All das wäre mit Kosten von etwa 30000 Euro verbunden.

Für eine dauerhafte Wachstation am Murnersee rührte am Mittwochabend auch Kreiswasserwachtsvorsitzender Wolfgang Dantl die Werbetrommel. Er war als Zuhörer bei der Sitzung vor Ort. Die Sechs-Container-Lösung wäre für eine langfristige Nutzung ideal, so Dantl. An den Baukosten könne sich die Wasserwacht satzungsrechtlich nicht beteiligen, sie würde sich aber um die komplette Ausrüstung kümmern, zu der bald auch ein neues Rettungsboot zählen soll. Um dieses adäquat unterzustellen, brauche es eine feste Garage. Hier sei Dantl aber bereits in Gesprächen mit dem Eigentümer des Grundstücks, das sich in unmittelbarer Nähe zur Station befinde.

Auch die Gemeinderäte sahen einen grundsätzlichen Handlungsbedarf. Es stehe außer Frage, dass man die ehrenamtlichen Kräfte unterstützen möchte, so der Tenor. Bei der Ausführung gingen die Meinungen aber auseinander. Dominik Bauer (CSU) befürwortete beispielsweise die Sechs-Container-Lösung. Die in Aussicht gestellte Leader-Förderung senke die zunächst abschreckenden Kosten deutlich, sagte er.

Sein Fraktionskollege Helmut Kraus regte dagegen eine Reduzierung der Container an. Seiner Meinung nach reichten vier aus, da das neu angeschaffte Quad auch in der vorgesehenen Bootsgarage seinen Platz finden könnte. Das sah auch Regina Wirth von der Jungen Union so. „Eine Verdopplung von zwei auf vier Container ist bereits ein deutliches Zeichen der Wertschätzung für die Wasserwacht.“

Gemeinderäte mussten zweimal abstimmen

Peter Gaschler (SPD) kündigte an, dass sich seine Fraktion geschlossen hinter die für die Wasserwacht bestmögliche Lösung stellen werde. Sonja Probst (Grüne) begrüßte das Vorhaben grundsätzlich. Sie schlug aber vor, zunächst eine Station mit fünf Containern aufzubauen und einen sechsten optional mit einzuplanen, falls dieser wirklich benötigt würde.

Nach längerer Diskussion lehnte das Gremium mit acht Ja- und zwölf Nein-Stimmen die Sechs-Container-Lösung ab. Die Station mit fünf Containern wurde mit 14 Ja-Stimmen durchgewunken. Der Info-Point sowie die Einreichung eines Leader-Förderantrags wurden einstimmig beschlossen.