Ist das Parkchaos am Murnersee bald passé? Planungsbüro präsentierte Lösungen

Der Murner- und auch der Brückelsee haben sich über die Jahre zu Touristenmagneten im Landkreis Schwandorf entwickelt – vor allem im Sommer. Der hohe Besucherandrang bringt aber immer wieder erhebliche Verkehrsprobleme mit sich. Ein externes Planungsbüro hat nun im Wackersdorfer Gemeinderat einen „Blumenstrauß an Lösungen“ präsentiert, wie es Bürgermeister Thomas Falter (CSU) eingangs betitelte.
Die Ist-Situation brachte Pablo Frank vom Münchner Ingenieurbüro „Stadt Land Verkehr“ bei seiner Präsentation schnell auf den Punkt: „Die Zufahrt zum Campingplatz überstaut sich regelmäßig, geordnete Wendemöglichkeiten sind Mangelware.“ Entlang der Sonnenrieder Straße sorgen zudem Parksünder immer wieder für Ärger. Rettungsfahrzeuge werden bei ihrer Anfahrt behindert, auch der allgemeine Verkehrsfluss leide darunter. Zudem werde der Großparkplatz an der Industriestraße zu wenig genutzt. Doch wie kann man die Situation verbessern? Da gebe es laut Frank mehrere Möglichkeiten.
Hinweistafel an der Industriestraße erneuern/reaktivieren
Die Hinweistafel an der Industriestraße sollte erneuert oder reaktiviert werden. Diese informiert die Besucher frühzeitig über eine Vollbelegung des kostenpflichtigen Parkplatzes direkt am Murnersee. Aktuell sei der Hinweis erst unmittelbar an der Einfahrtsschranke zu lesen.
Großparkplatz umbenennen und bewerben
Damit der kostenlose Großparkplatz an der Industriestraße mehr genutzt wird, sollte dieser besser gekennzeichnet werden. Derzeit könnten nach Ansicht des Ingenieurbüros vor allem ortsfremde Verkehrsteilnehmer auf der bestehenden Hinweistafel keinen eindeutigen Zusammenhang zwischen den Angaben „Seengebiet“ und „Großparkplatz“ herstellen. Deshalb sollte die Parkmöglichkeit eindeutig gekennzeichnet werden: als Großparkplatz Murnersee, Murnersee Süd oder Murnersee/Brückelsee.
Zudem sollte auf dem Vorwegweiser ein Hinweis angebracht werden, dass der Großparkplatz kostenlos und die privaten Parkplätze direkt am Seeufer kostenpflichtig sind. Auch die Beschilderung unmittelbar am Großparkplatz sollte überarbeitet werden. Diese sei nach Ansicht des Planungsbüros durch kleine Schriften und Bebilderungen kaum wahrnehmbar und sollte vergrößert und verschoben werden.
Öffentliche Stellplätze für Zweiräder ausweisen
Auch nordöstlich des Privatparkplatzes direkt am Seeufer standen in der Vergangenheit immer wieder Autos am Straßenrand. Diese Stellplätze sollten künftig lediglich für Zweiräder ausgewiesen werden. So wird in der Theorie der Kfz-Verkehr im nordöstlichen Teil der Sonnenrieder Straße reduziert.
Optimierung des südlichen Wegweisers
Auch südlich der Zufahrt zum Parkplatz, vor der Minigolfanlage, sollte der Wegweiser optimiert werden. Derzeit würde dieser zur Unübersichtlichkeit beitragen, weil die Beschilderung und die tatsächliche Situation nicht übereinstimmten. Das Planungsbüro empfiehlt hier eine Umgestaltung der Tafel mit Integration einer Anzeigemöglichkeit für die Parkplatzbelegung und gegebenenfalls einem Hinweis zur Nutzung der Parkmöglichkeiten Richtung Sonnenried, falls hier fortan nur noch Zweiräder stehen dürften.
Ausweichparkplatz am Modellflugplatz errichten
Auch am Modellflugplatz könnte ein Parkplatz für Badegäste entstehen. Die Planer schlugen deshalb vor, auch diesen entsprechend auszuweisen, zu beschildern und auf Vordermann zu bringen. Eine geeignete Bezeichnung sei beispielsweise „Murnersee Nord“. Auch dadurch soll die nordöstliche Sonnenrieder Straße verkehrstechnisch entlastet werden. Dazu sei aber auch eine Absprache mit dem Markt Schwarzenfeld nötig.
Drei Vorschläge zur Verbesserung des Verkehrsflusses
Neben der Verbesserung der Parksituation stellte Pablo Frank vom Ingenieurbüro auch Lösungen vor, die den Verkehr besser fließen lassen sollen. Diese sahen unter anderem die Errichtung eines Minikreisverkehrs bei der Abzweigung Richtung Modellflugplatz sowie eine seitliche Fahrbahnbegrenzung zwischen „Gatex-Kreisel“ und Minigolfanlage vor, um Wildparken zu verhindern. Zudem sollte der Geh-und Radweg getrennt und auf mindestens fünf Meter verbreitert werden. Letztere Maßnahme war bereits mehrmals in vergangenen Gemeinderatssitzungen angeregt worden.
Wackersdorfer Gemeinderäte winkten viele Möglichkeiten durch
Bei der anschließenden Abstimmung zeigten sich die Räte zuversichtlich. Viele Maßnahmen seien schnell umsetzbar und würden den Verkehrsfluss erheblich verbessern – sofern sich Camper, Auto- und Radfahrer auch an die Vorschriften hielten. Das Gremium beschloss den Vorschlag der Verwaltung einstimmig. Alle angesprochenen Maßnahmen sollten umgesetzt werden. Lediglich die Errichtung des Minikreisels und die Ausweisung eines Parkplatzes in Höhe des Modellflugplatzes sollen zurückgestellt und neu bewertet werden – falls die übrigen Maßnahmen nicht den gewünschten Effekt bringen.