Falschparker sorgen an Murnersee und Steinberger See für Ärger

Der Steinberger- und Murnersee im Landkreis Schwandorf sind gerade im Sommer beliebte Ausflugsziele. Vor Ort geht die Suche nach dem Parkplatz los. So manch einer verliert in der Hitze schnell mal die Nerven und stellt sich verbotenerweise in die Rettungswege. Dabei gibt es genügend Parkmöglichkeiten – und auch einen Ferienbus.
Vor allem an Wochenenden und sehr heißen Tagen fährt die Polizei an den Badeseen Streife auf Eigeninitiative. Der Grund: Links und rechts entlang der Rettungswege reihen sich die Autos der Badegäste – obwohl die Wege klar beschildert sind.
Im Notfall kann es dazu führen, dass die Rettungsfahrzeuge nicht an ihr Ziel kommen. Doch Abschleppen ist teuer, sagt Polizist Michael Duschl: Bis zu 400Euro kann es den Fahrzeughalter kosten, zusätzlich kommt das Bußgeld von 55Euro hinzu. „Oft rufen wir die Kennzeichen der Falschparker aus und es spricht sich auf der Liegewiese herum“, erklärt Duschl. Doch auch die Leerfahrt des Abschleppwagens liegt bei knapp 100Euro.
Falschparker müssen jederzeit mit Abschleppdienst rechnen
Wie viele im Durchschnitt abgeschleppt werden, sei wetterabhängig. Duschl weist darauf hin, dass es keine festen Zeiten für Kontrollen vor Ort gebe. Falschparker in den Rettungsgassen müssten jederzeit mit einem Bußgeld und dem Abschleppdienst rechnen. Dabei gibt es genügend Parkmöglichkeiten an den beiden Ausflugszielen: Am Steinberger See stehen rund 1750 Parkplätze zur Verfügung, diese sind alle kostenpflichtig. Am Murnersee sind es 1000 Plätze. Davon sind rund 650 kostenfrei: 500 auf dem Großparkplatz und die restlichen 150 am Erlebnispark.
Hier sehen Sie einen Überblick über verfügbare Parkplätze an den beiden Badeseen:
Thomas Falter, Bürgermeister von Wackersdorf (CSU), kritisiert die Falschparker am Murnersee. Selbst an heißen Tagen seien die kostenlosen Plätze etwa am Großparkplatz nie ganz ausgelastet. Die Distanz von knapp 650 Metern bis zum See sei für viele scheinbar zu lang, meint Falter. Ähnlich verhält es sich am Steinberger See. Bürgermeister Harald Bemmerl (SPD) spricht von einer Art „Kettenreaktion“: Sobald ein Autofahrer den Anfang macht und sich in die Rettungsgasse stellt, tun es ihm die anderen Autos gleich.
Eigentlich sind genügend Plätze vorhanden
Vor Ort deutet Bemmerl auf die ausreichenden Parkplätze. In der vergangenen Zeit seien am Steinberger See einige Maßnahmen ergriffen worden: Es wurden diverse Ausweichparkplätze für Badegäste geschaffen. Für die Besucher, die ihr Auto gerne daheim lassen würden, gibt es durchaus Alternativen: Die Möglichkeit, mit dem Fahrrad an den Murner- oder Steinberger See zu fahren, besteht immer. Außerdem bietet die Verwaltungsgemeinschaft Wackersdorf seit 27. Mai einen Ferienbus an: In den Schulferien fährt der Bus zweimal täglich am Schwandorfer Bahnhof ab in Richtung der zwei Badeseen. Diese Möglichkeit besteht auch am Wochenende. Bis zum 11.September kann der Bus genutzt werden.
Sowohl am Murner- als auch am Steinberger See sei das Verständnis der Bevölkerung für die Abschleppmaßnahmen vorhanden. „Bei den Einheimischen hat sich die Situation um die Parkplätze inzwischen herumgesprochen“, erklärt Falter. Polizist Duschl verweist jedoch auf die Autos mit auswärtigen Kennzeichen, die an den Wochenenden vermehrt zu sehen sind – und sich mit der Situation vor Ort nicht auskennen.
Absolutes Halteverbot in Rauberweiherhaus hat sich bewährt
Die Beschwerden von Bürgern seien gering, sagt Falter. Eine erfolgreiche Maßnahme sei etwa das Einführen des absoluten Halteverbots in der Ortschaft Rauberweiherhaus gewesen. Aufgrund der direkten Nähe zum Murnersee hätten dort die Badegäste die verfügbaren Parkplätze belegt.
Ob es an heißen Tagen noch freie Plätze für die Besucher gibt, können diese oft online auf Instagram und Facebook herausfinden, erklärt Pressesprecher Michael Weiß.
