24 Stunden einkaufen: Grünes Licht für Minimarkt am Großparkplatz bei Rauberweiherhaus

Einkaufen rund um die Uhr. Ein Minimarkt in Containerbauweise, der auf dem Busparkplatz neben dem Großparkplatz am Murnersee errichtet werden soll, wird dies ermöglichen. Dem entsprechenden Bauantrag stimmte der Wackersdorfer Gemeinderat zu.
Konstantin Gatzke von der Firma KistenKrämer GmbH, die seit 2020 besteht und bereits in Brennberg und Hagelstadt zwei Geschäfte dieser Art betreibt, erläuterte dem Gremium das Vorhaben. Demnach wird der Minimarkt, in dem es rund 7000 Artikel, insbesondere regionale Produkte, zu kaufen gibt, in einem 6,05 auf 2,44Meter großen Container betrieben. Die Kosten für den Container gab Gatzke mit rund 35000 US-Dollar an. Die Produkte werden jeden zweiten Tag erneuert bzw. aufgefüllt.
Der Minimarkt auf dem Busparkplatz gegenüber der Firma Gatex bzw. neben dem Großparkplatz am Murnersee soll laut Gatzke vor allem zur Nahversorgung der Bürger in Rauberweiherhaus dienen, aber auch für die Beschäftigen in den angrenzenden Industrie- und Gewerbebetrieben. Der Minimarkt biete Lebensmittel, Tiefkühlprodukte, Getränke bzw. Dinge des täglichen Gebrauchs und funktioniere nach dem Prinzip der Selbstbedienung. Die Produkte bzw. Preise werden vom Kunden selbst eingescannt, bezahlt werden kann laut Gatzke bar oder mit Bankkarte.
Biergarten beim Campingplatz am Murnerse
Bürgermeister Thomas Falter betonte, dass der Minimarkt einen Versuch wert sei. Er sei eine gute Ergänzung zum Edeka-Markt in Wackersdorf, aber in keinster Weise eine Konkurrenz. Der Gemeinderat genehmigte gleichzeitig mit der Errichtung des Marktes die Anbringung einer Werbeanlage an dem Container, der auf den Minimarkt hinweist. Der Betreiber des Campingplatzes am Murner See möchte den Service für seine Campinggäste mit einem Biergarten verbessern. Demnach soll der Biergarten mit Ausschank und Catering von April bis Oktober an jeweils zwei Tagen in der Woche geöffnet sein. Der Gemeinderat stimmte dem Vorhaben zu.
Im weiteren Verlauf der Sitzung erfolgten die Abwägung der förmlichen Auslegung sowie der Satzungsbeschluss für die fünfte Änderung des Bebauungsplanes WA Dürrnschlag. Franziska Mikuta vom Landschaftsplanungsbüro Neidl + Neidl aus Sulzbach stellte die Abwägung vor. Vier Stellungnahmen von öffentlichen Unternehmen bzw. Behörden sowie eine private Stellungnahme waren eingegangen.
„Ungutes Gefühl“ wegen Neubau mit sechs Wohnungen
Ein Bauantrag zum Neubau eines Wohnhauses mit drei Wohnungen und drei Ferienwohnungen sowie sechs Garagen und sechs Stellplätzen am Seeweg 2 in Rauberweiherhaus sorgte bei Bürgermeister Thomas Falter für ein „ungutes Gefühl.“ Aber der bereits vor Jahren rechtswirksam gewordene Bebauungsplan lasse keine andere Entscheidung zu, so Falter. Gegen eine Stimme musste der Gemeinderat dem Bauantrag zustimmen und erteilte auch sein Einvernehmen für die Befreiung für ein Pultdach als Einzelfallentscheidung.
Ein Antrag der Jungen Union (JU) Wackersdorf zum Anlegen eines Parkplatzes westlich vom Modellflugplatz in der Nähe von Murnersee und Brückelsee wurde nach kurzer Diskussion vorerst zurückgestellt. Das Grundstück befindet sich im Eigentum der Gemeinde Wackersdorf, fällt aber unter das Hoheitsgebiet des Marktes Schwarzenfeld, so dass Gespräche mit dem Markt Schwarzenfeld stattfinden müssen. Zudem soll ein Verkehrsgutachten zeigen, wie sinnvoll ein Parkplatz mit rund 30 Plätzen in diesem Bereich wäre.
Klares Nein zu Panoramablick-Aussichtstafeln
Während Regina Wirth (JU) den bereits teilweise wild genutzten Parkplatz „offizialisieren“ möchte, argumentierte Sonja Probst (Bündnis 90/Die Grünen), dass man hier keine Autoparkplätze benötige, sondern Fahrrad-Ständer sinnvoller wären.
Den weiteren Antrag der JU, der das Anbringen einer Panoramablick-Aussichtstafel am Meldauer Berg und in Grafenricht vorsah, schmetterte das Gremium gegen vier Stimmen von JU und Bündnis 90/Die Grünen ab. Die von Regina Wirth mit rund 1500 Euro bis 2500 Euro prognostizierten Kosten für die Tafel könne man sich sparen, war der Kommentar von Helmut Kraus (CSU).
Weitere Punkte der Tagesordnung
Betreuung: Beschlossen wurde die Ferienordnung der Kinderhäuser Regenbogen und Villa Kunterbunt.
Personalie: Bürgermeister Thomas Falter informierte, dass ab 1. September Peter Gaschler die Funktion des Fraktionssprechers der SPD übernehmen wird.
Energie: Aktuell bereitet die Verwaltung den Förderantrag für die Ausarbeitung einer vollständigen und expliziten kommunalen Wärmeplanung vor, informierte Bürgermeister Falter. Das Thema wurde aber von der Gemeinde Wackersdorf bereits im Energienutzungsplan vor zehn Jahren angestoßen.