Trotz bewussteren Essverhaltens steigt die Zahl der Übergewichtigen – Ernährungsberaterin gibt Tipps

Frühlingszeit ist Grillzeit. Trotz wachsenden Umweltbewusstseins und den Trends zu vegetarischer und veganer Ernährung, bleibt der Konsum von Fleisch im Landkreis hoch.
Während einige Bürger versuchen, ihren Fleischkonsum zu reduzieren und auf nachhaltigere Quellen zu achten, ist das saftige Steak vom Grill für viele immer noch ein fester Bestandteil der Esskultur. Laut Bundesamt für Statistik verzeichneten große Supermarktketten während der Fastenzeit einen deutlichen Rückgang beim Verkauf von Fleisch, Alkohol und Süßigkeiten. Doch trifft dieses veränderte Konsumverhalten auch auf die Chamer zu? Lokale Lebensmittelhändler und eine Ernährungsberaterin geben Auskunft.
Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, wurde deutschlandweit zwischen Aschermittwoch und Ostersamstag 9,4 Prozent weniger Alkohol und 3,6 Prozent weniger Fleisch im Vergleich zum vergangenen Jahr verkauft. Auch der Absatz von Süßigkeiten sank in dieser Periode laut Statistik um 5,6 Prozent. „Bei uns ging die Nachfrage nach Fleischprodukten auch während der Fastenzeit nicht zurück. Das Gleiche kann man auch in Bezug auf Süßigkeiten behaupten“, stellt Magdalena Haberl, Inhaberin des Nahkauf-Supermarkts in der Chamer Innenstadt, fest.
Fleisch beliebter als Alkohol
„Vor allem am Wochenende, als das Wetter besonders schön war, ging bei uns viel Grillfleisch über die Theke“, fährt Haberl fort. Gleichzeitig sei beim Nahkauf Geflügel aktuell beliebter als beispielsweise Schweinefleisch. Die bundesweite Tendenz in Richtung weniger Fleisch kann auch Maximilian Schließler, Inhaber des regionalen Lebensmittelhandels s‘Kracherl in Cham, nicht feststellen: „Bei uns wurde während der Fastenzeit sogar etwas mehr Fleisch gekauft als sonst.“
Während viele Chamer auch in den Wochen vor Ostern nicht auf Fleisch verzichten wollten, schien ihre Bereitschaft, ihren Alkoholkonsum zu reduzieren, etwas größer zu sein. Jonas Bucher von der Getränkeabteilung des Edeka Allescher in Katzbach konnte in dieser Zeit einen leichten Rückgang an der Nachfrage nach Alkohol feststellen. Diesen Trend bestätigt auch Magdalena Haberl: „In der Fastenzeit haben unsere Kunden definitiv etwas weniger Alkohol gekauft als sonst. Aber jetzt gehen die Zahlen langsam wieder nach oben.“ Haberl vermutet, dass die vielen Sonnenstrahlen, etwa am vergangenen Wochenende, dabei eine entscheidende Rolle gespielt haben: „Bei dem guten Wetter machen sich die Leute gerne draußen ein Bierchen oder ein Sektchen auf.“
Jeder Zweite Deutsche ist übergewichtig
„Das Konsumverhalten der Deutschen hat sich in den letzten Jahren allgemein geändert. Das Bewusstsein für Ernährung ist unter anderem durch soziale Medien gestiegen. Im Internet findet man sehr viele Rezepte und gesunde Alternativen, wobei dort auch viele Fehlinformationen verbreitet werden“, weiß Esther Bauer, Ernährungsberaterin aus Blaibach. Ihrer Einschätzung nach interessieren sich immer mehr Menschen für das Thema Gesundheit und Fitness.
Dies spiegelt sich auch in der bundesweit zunehmenden Anzahl an Veganern und Vegetariern wider. Laut Esther Bauer verzichten inzwischen fast zehn Prozent der Deutschen auf Fleischprodukte. „Gleichzeitig steigt aber auch die Zahl der Übergewichtigen enorm. Aktuell ist jeder zweite Deutsche übergewichtig, wobei mehr Männer als Frauen betroffen sind. Mit diesem Problem gehen auch Begleiterkrankungen wie Diabetes einher“, so die Ernährungsberaterin.
Esther Bauer gibt Tipps für gesunde Ernährung
Fleischkonsum: Die Ernährungsberaterin empfiehlt, zwei Mal pro Woche (insgesamt 300 Gramm) Fleisch zu essen, wobei die Konsumenten eher zu fettärmeren Stücken greifen sollten. Dabei ist es sinnvoll, auf die Herkunft des Fleisches zu achten.
Fischkonsum: Laut Esther Bauer essen die Deutschen im Schnitt zu wenig Fisch. Sie empfiehlt, zweimal pro Woche zu Fischprodukten zu greifen: Ein Mal wöchentlich sollte es fettreicher und ein Mal fettarmer Fisch sein.
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Kleine Schritte zum Erfolg: Die Ernährungsberaterin rät dringend von Crash-Diäten und schnellen Abnehmmethoden ab. Wer sich gesünder ernähren möchte, sollte sich stattdessen kleine und langfristige Ziele setzen, da unser Körper Zeit braucht, um sich an Veränderungen zu gewöhnen. Ihren Patienten empfiehlt Bauer, zwei Sachen auf einmal in ihrem Essverhalten zu ändern. Werden diese Veränderungen zur Gewohnheit, kann man sich den nächsten Zielen widmen.
