Christine Riederer aus Gleißenberg kreiert süße Kunstwerke für jeden Anlass

Bulldog, „Sechzger“-Maskottchen, Hundekopf: Was eigentlich groß ist, wird bei Christine Riederer klein und süß, und endet als Dekoration auf ihren essbaren Kunstwerken. In ihrer Torten- und Schmankerl-Werkstatt zaubert die Gleißenbergerin Meisterstücke aus Biskuitteig und Fondant. Doch nicht immer klappt alles so wie geplant.
Die 51-Jährige ist keine gelernte Konditorin. „Ich arbeite in der Elektrobranche. Backen ist mein Hobby“, sagt Riederer. Schon in ihrer Jugend habe sie das gerne getan. „Das habe ich von meiner Mama, die hat auch immer gerne gebacken. Und ich habe es wiederum an meine Tochter weitergegeben. Die hilft mir auch viel, vor allem am Wochenende, wenn es stressig für mich wird.“
Idee für das Erfolgskonzept: ein Küchenumbau
Über viele Jahre sei der Gleißenbergerin ein eigenes Café vorgeschwebt. „Aber ich wollte mich nicht in die Selbstständigkeit stürzen und meinen Job aufgeben.“ Dann sei die Corona-Pandemie gekommen und somit noch mehr Zeit, um ihrer Leidenschaft nachzugehen. „Mein Mann und meine Kinder waren schon genervt, weil sie immer alles probieren mussten“, erinnert sich Riederer und lacht. Schließlich sei es ihr Mann gewesen, der die Idee für das heutige Erfolgskonzept hatte: die zusätzliche Küche im oberen Stockwerk zur eigenen Backstube umbauen. Familie und Freunde hätten das Vorhaben zusätzlich bekräftigt.
Gesagt, getan: Mit der Unterstützung ihres Mannes, der auch nach wie vor immer hilft, wenn laut Riederer „Not am Mann ist“, wurde die Küche umgebaut und später vom Gesundheitsamt abgesegnet. Und dann war es so weit: Im Oktober 2021 meldete die Gleißenbergerin „Christines Torten- und Schmankerl-Werkstatt“ als Kleingewerbe an.
Motive ausprobiert
„Anfangs habe ich nur verspielte einfache Torten gemacht. Aber meine Tochter hat immer mit Motivtorten experimentiert. Das fand ich schön und ich wollte es selbst probieren. Und dann war ich motiviert, damit weiterzumachen“, sagt Riederer.
Verspielte Torten sind ihr Ding
Seitdem sind schon etliche süße Kunstwerke entstanden. „Besonders gerne mache ich verspielte Mädchentorten oder Kommuniontorten. Was auch wirklich schön ist, ist, Torten für Kinder zu machen, und zu sehen, wie begeistert sie sind, wenn sie die Torten abholen“, sagt die 51-Jährige. In die Kategorie „Kuriose Aufträge“ ordnet sie die Verputzmaschine für einen Mauerer ein. „Da musste ich erst im Internet nachschauen, was das überhaupt ist.“
Eine Herausforderung sei die Lucy-Torte gewesen, mit einem detailreichen Hundekopf aus Buttercreme oben drauf. „Da habe ich mir schon Gedanken gemacht, ob das was wird.“ Auch die gebackene Lohberger Kirche zur Verabschiedung des Pfarrers sei etwas Besonderes gewesen. „Die hat mir Magenschmerzen bereitet, weil ich nicht wusste, ob der Kirchturm stabil bleibt, und weil ich nicht planen konnte, wie viel Zeit ich dafür brauche.“
Nicht immer klappt alles so, wie beispielsweise bei der Kirche. „Ich bin auch schon mal um zwölf Uhr nachts noch in der Küche oben gesessen und war kurz vorm Weinen, weil die Füllung immer wieder runtergesackt ist“, sagt Riederer. „Ich habe dann auch schon Torten hergegeben ohne Bezahlung. Das hast’ immer wieder einmal. Aber wenn’s was wird, ist die Freude hinterher doppelt so groß.“
Hauptsache es schmeckt
Für die 51-Jährige stehe sowieso etwas anderes im Vordergrund: „Ich bin der Meinung: Eine Torte ist eine Torte – und die soll hauptsächlich schmecken.“ Ob schokoladig, fruchtig oder anders: Christine Riederer steht für alle Kundenwünsche offen. Man muss nur früh genug bestellen. „Vor allem jetzt mit den Kommunionen, Firmungen, Taufen und einigen Hochzeiten sind das schon immer anstrengende Wochen.“
Deshalb: „Je eher man bestellt, desto besser. Am besten 14 Tage oder drei Wochen vorher.“ Denn alleine für das Verzieren und Dekorieren würden zum Teil acht bis zehn Stunden vergehen. Zudem müssen die Tortenböden mindestens einen oder zwei Tage vorher gebacken werden, „damit der Biskuitteig ,sitzen’ kann und somit eine schöne Konsistenz bekommt“, weiß sie.
Es gibt auch deftiges wie Brottorten oder Fingerfood
Wer es lieber deftig statt süß haben will, der wird auch bei Christine Riederer fündig. In ihrem Repertoire hat sie nämlich noch verschiedene Brottorten, Fingerfood sowie Wurst- und Käseplatten.
Die Motivtorten kosten 65 Euro aufwärts. Das teuerste Back-Kunstwerk habe um die 200 Euro gekostet. Der Preis sei von Auftrag zu Auftrag individuell. „Die Ideen der Kunden sind schon oft sehr interessant. Da ist einfach der Reiz da, es auszuprobieren, und dann macht man das auch gerne.“





























