Nächtlicher Tumult in Regensburg: Attacke auf Security weil er ein Kreuz trug?

Nächtlicher Tumult im Ankerzentrum: Wie die Staatsanwaltschaft auf MZ-Anfrage bestätigte, wurden gestern Haftbefehle gegen fünf Bewohner einer Geflüchteten-Unterkunft in der Zeißstraße beantragt. Sie sollen in der Nacht auf Donnerstag Security-Mitarbeiter angegriffen haben.
Den Männern wird schwerer Landfriedensbruch, teilweise auch gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Wie Thomas Rauscher, Sprecher der Staatsanwaltschaft, sagte, soll wohl das Kreuz am Hals eines Angestellten der Auslöser des Streit gewesen sein. Die Männer sollen auf ihn losgegangen sein, weil er kein Muslim ist. Ob das Zuckerfest, das gestern stattfand und das Ende des Fastenmonats Ramadan markiert, in Zusammenhang mit dem Angriff steht, konnte Rauscher nicht bestätigen.
In einem Raum der Unterkunft eskalierte dann offenbar die Gewalt: Mehrere Security-Mitarbeiter seien attackiert worden, immer mehr Bewohner hinzugekommen. Am Ende hätten sich zwischen 20 und 30 Geflüchtete in dem Raum befunden. Aus dieser Gruppe heraus hätten zumindest die fünf Beschuldigten dann angegriffen – sie schmissen offenbar mit Flaschen und Stühlen, zudem wurde wohl auch mit Fäusten zugeschlagen. Von einem Mann sollen die Sicherheitsmitarbeiter mit einem Messer angegriffen worden sein. Zu erheblichen Verletzungen kam es nicht, wie Oberstaatsanwalt Rauscher sagte.
„Gewalt in Gemeinschaftsunterkunft Einhalt gebieten“
„Derartig eskalierender Gewalt in einer Gemeinschaftsunterkunft müssen wir Einhalt gebieten.“ Gegen die Geflüchteten wird wegen Landfriedensbruchs ermittelt – der Paragraf komme insbesondere dann zum Tragen, wenn Straftaten aus Gruppen heraus begangen werden.
Rauscher: „Oft fühlen sich die Täter in der Gruppe anonymer und die Gewalt eskaliert.“ Die Beschuldigten wurden gestern dem Ermittlungsrichter am Amtsgericht vorgeführt. Strafverteidiger Philipp Pruy, der den Hauptbeschuldigten vertreten soll, äußerte sich nicht. Immer wieder kommt es in der Unterkunft zu Auseinandersetzungen – der aktuelle Fall erinnert an einen Vorfall im November, soll aber weniger dramatisch gewesen sein. Damals wurde ein Wachmann verletzt.