Versuchtes Tötungsdelikt in Regensburger Flüchtlingsheim: Zwei Männer festgenommen

Von André Baumgarten, Philip Hell · 10. November 2023 um 09:16

Attacke im Ankerzentrum in der Zeißstraße: Ein Wachmann der Flüchtlingsunterkunft soll am Mittwochabend verletzt worden sein. Zwei Bewohner wurden mit dem Verdacht eines versuchten Tötungsdelikts festgenommen und am Donnerstag dem Ermittlungsrichter vorgeführt.

Ein Sprecher des Polizeipräsidiums bestätigte am Freitagmorgen den Vorfall auf MZ-Anfrage. Es liefen intensive Ermittlungen, sagte der Beamte. Am Mittwochabend wurde demnach einem 18-jährigen Tunesier der Einlass zur Anker-Dependance in der Zeißstraße verweigert, nachdem dieser Alkohol mit in die Unterkunft nehmen wollte. Im nachfolgenden Streit zwischen ihm und dem 43-jährigen Sicherheitsdienstmitarbeiter sollen sich beide gegenseitig verletzt haben.

Der 18-jähriger Tunesier geriet mit dem Mitarbeiter des Sicherheitsdiensts in Streit. Ein anderer Wachmann griff ein und beruhigte die Situation zunächst. Ein 30-jähriger Tunesier mischte sich ein und warf einen mehrere Kilo schweren Gegenstand auf den Wachmann, der zu Boden ging. Auch der 18-Jährige warf daraufhin einen schweren Gegenstand auf den Sicherheitsdienst-Mitarbeiter. Der 43-Jährige wurde dadurch mittelschwer verletzt.

Mutmaßliche Täter in Untersuchungshaft

Die beiden mutmaßlichen Täter wurden einem Richter am Amtsgericht Regensburg vorgeführt, dieser erließ gegen sie einen Untersuchungshaftbefehl. Die Kriminalpolizei Regensburg ermittelt wegen eines versuchten Tötungsdelikts.

Flüchtlingsunterkunft: Bewohner greifen Wachmann an

Die Regierung der Oberpfalz bestätigt den Vorfall auf Anfrage ebenfalls. Einer Behörden-Sprecherin zufolge haben zwei Bewohner des Ankerzentrums den Mitarbeiter des Sicherheitsdiensts angegriffen.

Weiter betont die Sprecherin, dass der Regierung die Sicherheit der Wachmänner ein großes Anliegen sei. Man stehe im ständigen Austausch mit dem Chef des Sicherheitsdiensts. Die Leitung des Ankerzentrums hat laut Regierung bereits angeboten, die Personalstärke vor Ort anzuheben.

Zweite Gewalttat innerhalb weniger Tage

Beim Vorfall in der Flüchtlingsunterkunft handelt es sich bereits um das zweite massive Gewaltdelikt im Raum Regensburg binnen einer Woche. Am Montagabend wurden zwei Kasachen an einer Tankstelle in Hemau von einer Gruppe angegriffen. Dabei wurden sie schwer verletzt. Die Hintergründe der Tat liegen bislang noch weitestgehend im Dunkeln.