Band Atomic aus Furth im Wald: Das neue Album schlägt bereits hohe Wellen

Radiosender spielen die Singleauskopplung aus dem neuen Album „If this wall could sing“, große Musikmagazine besprechen den Longplayer. Sieht so aus, als würde die Band Atomic aus Furth im Wald (Lkr. Cham) gerade wieder steil gehen.
Ihre ganz große Band-Zeit hatten die Zwillingsbrüder Thomas und Rainer Marschel in den frühen 2000er-Jahren. Damals wurde die Indie-Brit Pop-Band als die deutschen Oasis verehrt und war gern gesehener Act in Clubs und auch auf großen Bühnen. Viele Stars holten die Oberpfälzer „Jungs“ als Vorband auf die Bühne (wir berichten).
Dann ein Schnitt im Jahr 2012. Im Interview erzählte Bandchef Thomas Marschel, dass man ausgebrannt, das, was die Band zu sagen beziehungsweise zu singen hatte, auserzählt war.
Gelungener Neustart
Doch dann kehrten die musikalischen Lebensgeister zurück und Atomic traf sich wieder im Studio. Allerdings nicht mehr in dem kleinen des heutigen Grünen-Stadtrats und Punkband-Sängers Stefan Zeller. „Dort haben wir unsere allererste EP mit vier Songs aufgenommen“, so Marschel. Es sollte eine aufwendige Produktion werden. „Wir haben viel Geld in die Hand genommen und in das neue Werk gesteckt. “Das hat sich offensichtlich gelohnt. Immer mehr renommierte Radiosender springen auf den fahrenden Atomic-Zug auf und stellen das Album vor. Der Zündfunk gehört dazu, aber auch Kult-Radio-DJs wie Matthias Matussek, Achim Bogdahn oder Tom Glas. „Häufig wird die neue Single einmal vorgestellt und das war es dann. Bei Glas hat uns besonders gefreut, dass er unsere CD einen Monat später noch einmal präsentiert hat. Das zeigt, dass sie ihm gefällt“, freut sich Marschel.
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Natürlich sind es die alten Kontakte aus den Hochzeiten der Band, die Marschel sagen lassen: „Es läuft gut mit der Promotion.“ Allerdings hat er sich schon gedacht, dass es gut anlaufen könnte, eben weil sie so viel Geld in das neue Projekt gesteckt haben. „Um ehrlich zu sein habe ich fast gehofft, es würde noch ein wenig besser laufen.“ Beschweren will er sich aber natürlich nicht. Schließlich hat auch das Flagschiff der schreibenden Musikszene, das Magazin Rolling Stone, bei Atomic angefragt. In der kommenden Woche wird das neue Album dort besprochen. Aber auch andere Szenemagazine sind auf Atomic 2024 wieder aufmerksam geworden. Abgewatscht wurden die Marschelzwillinge noch nicht, die Rezensionen sind zu 100 Prozent positiv. „Früher haben wir häufig derbe Prügel kassiert, aber es scheint so, als würde es die extremen Kritiker nicht mehr in dieser Form geben.“ Dabei hatte Atomic nie etwas dagegen, wenn es auch mal schlechte Kritiken gab. „Das polarisiert und hilft letztlich auch die Verkaufszahlen anzukurbeln.“ Aufgeregt hat er sich früher eigentlich immer nur, wenn die Oberpfälzer Band als Hinterwäldler dargestellt wurde. „Das hat sich inzwischen Gott sei Dank geändert. Wir sind für viele zwar immer noch Exoten aber keine Idioten mehr.“ Das neue Album ist übrigens bei der Tankstelle Teumer in Furth im Wald erhältlich. Stellt sich die Frage, ob es überhaupt etwas bringt, wenn man im Radio gespielt oder in Zeitschriften besprochen wird. „Auf jeden Fall,“ sagt Marschel. Nachdem ein Song in den Äther geschickt wurde, erhöht sich sofort die Anzahl der Follower in den sozialen Medien. „Wenn der Rolling Stone oder ein anderes Magazin über uns schreibt, steigen eine Woche später die Downloadzahlen auf Spotify.“Was glaubt der 46-jährige Thomas Marschel, wie weit kann es mit Atomic im zweiten Anlauf nach oben gehen? Noch vor wenigen Wochen sagte er gegenüber unserer Zeitung, dass es für die Karriere auf den ganz großen Bühnen wohl etwas zu spät ist. Auch weil man für professionelle Promotion viel Geld in die Hand nehmen muss. „Das haben wir früher gemacht, heute organisieren wir das meiste selbst.“ Vieles hat sich seit Corona geändert. „Es geht eigentlich nur noch ums Geld“, sagt der Musiker. Auch die „Kleinsten“ verlangen etwas.
Corona-Auswirkungen sind in seinen Augen auch beim Publikum zu merken. Viele junge Leute gehen nur noch auf die ganz großen Konzerte, geben horrende Beträge für Tickets von AC/DC und Taylor Swift aus.
Faszination Clubatmosphäre
„Das ist wohl so eine psychologische Sache, dass man unbedingt große Dinge erleben will. Häufig werden die Jugendlichen von ihren Eltern auf die großen Events mitgenommen und kennen es gar nicht mehr anders.“ Das ist in seinen Augen schade, weil der Flair der Clubs und kleineren Bühnen einen ganz besonderen Reiz ausübt. Das Musikerlebnis ist viel rauer und direkter.Wer Atomic live erleben will, am Mittwoch, 29. Mai, findet um 20 Uhr (Einlass : 19 Uhr) das lang ersehnte Konzert am Drachensee statt, Eintritt: 14 Euro, unter 21 Jahren ist der Eintritt frei. Im Herbst gibt es dann eine Clubtour. Letzte Frage: Was, wenn Atomic doch noch mal durch die Decke geht? „Klar, das kann auch passieren. Wir sind bereit“, lacht Marschel
