Neue Single: Von der Further Kult-Band Atomic gibt es Brit-Pop auf die Ohren

Atomic ist wieder da. Die beiden Further (Landkreis Cham) Zwillingsbrüder Thomas und Rainer Marschel präsentieren jetzt die Singleauskopplung „Nowhere to run“. Im März folgt das Album. Thomas gewährt Einblicke ins neue Projekt und erzählt über das bewegte Bandleben.
Wer eingängigen Brit-Pop mag, kommt an Atomic nicht vorbei. Das war schon zu Beginn der 2000er Jahre so, als die Band sich erstmals formierte und schnell zu Bekanntheit kam. Das ist auch heute so, wenn man die Single „Nowhere to run“ hört, die gerade erst erschienen ist. Eingängige Gitarrenriffs, und cooler Gesang machen Lust auf mehr.
Im März erscheint das Album
Atomic-Fans müssen nicht lange warten, bis sie das neue Album „If this Wall could sing“ erscheint. Das große Thema des aktuellen Projekts ist die Sehnsucht vieler Menschen nach Frieden. So beschreibt Rainer Marschel, der unter anderem für Text und Musik zuständig ist, den Hintergrund der Single so: „Es ist ein Song über die Flucht, in der Hoffnung, Frieden und einen besseren Ort im Leben zu finden.“ Diese Sehnsucht wird sich über das ganze Album ziehen, das die Band auf dem Cover vor der mit Friedensbotschaften bunt bemalten John-Lennon-Wall in Prag zeigt.„Wir haben uns gefragt, worüber diese Wand singen würde, wenn sie könnte. Sie würde über Frieden, Freiheit und die Liebe singen.“
Bis am 1. März das Album erscheint haben Atomic einen langen Weg mit einigen Auf und Abs hinter sich gebracht. Als ausgewiesene Fans der Rolling Stones, der Beatles oder der Kinks erinnert sich Thomas an ein Erweckungserlebnis. Auf dem Musiksender MTV entdeckte er die beiden Gallagher-Brüder der Band Oasis. Schnell war klar, genau so eine Musik wollten er und sein Bruder auch machen. Und ebenso schnell wurde klar, dass Atomic einen steilen Aufstieg hinlegen wird. Als die legitimen deutschen Vertreter der Band Oasis wurden sie bezeichnet. „Ich glaube es war einfach spannend für die Leute, dass Zwillingsbrüder aus der Provinz im Bayerischen Wald so einen Sound gemacht haben“, erinnert sich Lead-Sänger Thomas. Die Ähnlichkeit zu Oasis kann und will er gar nicht wegleugnen.
Bis 2012 lief es wie am Schnürchen
„Das gilt übrigens auch für unsere damalige Attitüde. Wir waren, vorsichtig ausgedrückt, sehr selbstbewusst und überheblich.“ Bis 2012 lief es wie am Schnürchen, 5000 CDs zu verkaufen, war damals überhaupt kein Problem. Warum dann letztlich nicht der ganz große Durchbruch mit einem Vertrag bei einem der Major-Plattenlabel gelungen ist, erklärt Thomas Marschel heute so: „Wir haben viel falsch gemacht, teilweise wurden uns große Deals angeboten, wir haben sie ausgeschlagen.“
Und als dann im Jahr 2012 die Erfolgskurve nicht mehr so steil nach oben zeigte, waren die Further Jungs auch ziemlich ausgebrannt. Damals begannen auch die Streaming-Dienste das Musikgeschäft zu übernehmen, CDs wurden uninteressant. „Heute verdient man mit einer CD gar nichts mehr, obwohl für die Produktion der Wert eines Kleinwagens drauf geht.“ Letztlich sind die Silberlinge bei Konzerten Gimmicks für die Fans, damit die etwas mit nach Hause nehmen können. Etwas anders sieht das bei den Vinyl-Langspielplatten aus. „Die erleben gerade ein Revival.“
„Junge Menschen erleben den Zauber der Musik nicht mehr“
Der Vollblutmusiker findet die Entwicklung schade, „die jungen Menschen erleben den Zauber der Musik nicht mehr, der uns in den 1990er Jahren geprägt hat, als man noch weit gefahren ist, um ein Album seiner Lieblingsband zu ergattern.“ Heute ist Musik in seinen Augen immer und überall verfügbar und habe häufig den Stempel, nichts mehr wert zu sein.
Trotzdem wird Atomic nicht aufhören, Musik zu machen und das ist gut so. Sie lieben, was sie tun, betreiben das Bandprojekt inzwischen semiprofessionell. „Das heißt für mich, alles ist professionell produziert, aber wir gehen neben Atomic noch anderen Tätigkeiten nach“, zum Beispiel als DJ. Noch einmal ganz nach oben, das, glaubt der 46-Jährige, wird wohl nichts mehr. „Ein One-Hit-Wonder wäre noch möglich aber für eine komplette Karriere sind wir wohl schon zu alt.“ Aber trotzdem stellt sich immer wieder der Erfolg ein. In den Jahren 2021 und 2022 schafften zwei Singles Platz 1 in den Austrian Indie Charts.
Konzert am Drachensee
Bleibt noch die Frage, wie es die Single Monkey Fingers, die sich übrigens auf dem Best-of-Album „Behind the Open Door“ aus dem Jahr 2023 befindet, in den Action-Streifen „Accident Man“ mit Scott Adkins geschafft hat. Den Hollywoodstar, der sich durch zahlreiche hochkarätige US-Produktionen prügelt, hat Rainer Marschel in einem Internet-Forum kennengelernt. Adkins ist ebenfalls großer Brit-Pop-Fan und auch von Atomic angetan. Inzwischen ist eine Freundschaft entstanden. So will man sich in diesem Jahr in Prag treffen.
Übrigens: Further Fans sollten in diesem Sommer auf gutes Wetter hoffen. Dann könnte es am Drachensee ein Konzert geben. Das Datum steht aber noch nicht fest.