Geburtstagskind mit Steherqualitäten: Bio-Donaumarkt in Regensburg ist zwei Jahre

Er hatte manchmal einen schweren Stand, hat aber Durchhaltevermögen bewiesen: Am Freitag feiert der Regensburger Bio-Donaumarkt seinen zweiten Geburtstag.
Vielleicht ist der Blick aufs Wetter ja ein aussagekräftiger Indikator für die positive Entwicklung des Bio-Donaumarkts: Wenn die wöchentliche Veranstaltung ab 14 Uhr unter dem Motto „Freitag ist Freutag“ ihr zweijähriges Bestehen feiert, sind Sonnenschein und 23 Grad vorhergesagt. Beste Voraussetzungen also für einen Einkaufsbummel mit Unterhaltungsprogramm bis in den späten Abend hinein.
Das war nicht immer so. „In mindestens 50 Prozent der Fälle hatten wir Niederschlag, vom Schauer bis zum Dauerregen“, stöhnte Organisator Daniel Frost vor genau einem Jahr, als zum ersten Mal ein Geburtstagsfest anstand. Sprichwörtlich im Regen stehen gelassen fühlte er sich in der Anfangszeit auch von der Stadt: Frosts Initiative wurde zwar allenthalben gelobt, eine für Beschicker und Organisator halbwegs rentierliche Gebührengestaltung kam aber erst mit deutlicher Verzögerung.
Treue Markt-Teilnehmer wie beispielsweise Bio-Bäcker Bernhard Neuhoff kritisierten schon damals, dass der Markt nur geduldet, aber nicht richtig gefördert werde. Ende letzten Jahres fühlte er sich in dieser Einschätzung bestätigt: Der Bio-Donaumarkt hatte sich zwar mittlerweile weitaus besser etabliert, musste aber wegen des neuen Weihnachtsmarkts vor dem Bayern-Museum seinen angestammten Standort räumen.
Exil-Standort ist schöner
Doch dieser vermeintliche Stimmungskiller stellte sich alsbald als das Gegenteil heraus. Der Markt blieb auch nach dem Advent auf der Exil-Fläche östlich des Museums – „weil es der schönere Standort mit mehr Platz und mehr Sonne ist, das sehen inzwischen eigentlich alle Beschicker und Besucher so“, erklärt Frost. Bestes Indiz für die Richtigkeit dieser Einschätzung: Bäcker Neuhoff, der nach der Verbannung ernsthaft über einen Abschied vom Donaumarkt nachdachte, ist auch zum zweiten Geburtstag mit an Bord.
Es scheint so, als wäre Frosts „Baby“ trotz oder gerade wegen aller Widrigkeiten stärker geworden. Das neue Jahr am neuen Standort stimmt den Organisator jedenfalls optimistisch: „Es ist die letzten sechs, sieben Wochen sehr gut angelaufen, obwohl es noch früh dunkel wurde und teilweise auch kalt war. Aber es hat kaum geregnet, das kommt uns als Freiluftveranstaltung zugute.“
Noch für wichtiger als die günstige Witterung hält Frost die angenehme Atmosphäre des Markts, der für ein unterschiedliches Publikum zum Teil der Freitagsroutine geworden ist. „Die einen kommen schon am frühen Nachmittag zum Einkaufen, die anderen später zum Essen, Trinken und Ratschen, wieder andere verbinden beides miteinander.“
Verlassen können sich alle Arten von Besuchern auf das konstante Angebot des Markts. Auch in den Wintermonaten sank die Zahl der Stände laut dem Organisator selten unter zehn, weshalb er feststellt: „Im Stadtgebiet sind wir der zweitgrößte Wochenmarkt.“
„In die richtige Richtung“
Mit der heutigen Geburtstagsfeier beginnt die bis Ende Oktober dauernde Sommersaison. Für diese hat sich Frost das Ziel gesetzt, im Schnitt 15 Beschicker und mehr an den Donaumarkt zu lotsen. Ein ehrgeiziges Unterfangen, denn „allzu viele Anbieter mit Bio-Zertifizierung gibt es in der Region nicht“. Aber auch hier sagt er: „Es geht in die richtige Richtung.“
Das ist geboten am „Freutag“-Freitag
Stände: Zusätzlich zum regulären Angebot sind heute ein Messerschleifer und eine Selbsthilfe-Reparaturwerkstatt vor Ort. Zudem gibt es ein Kinderprogramm, Vorträge über Mikroorganismen und Streetfood von Karls Manufaktur.
Party: Musik kommt ab 20 Uhr vom Anarchist Brass Collective mit DJ-DanceVan 3000, ab 23 Uhr wird in der „Apotheke“ gefeiert.