Bio-Donaumarkt in Regensburg feiert Geburtstag: Auf dem Weg zur Etablierung

Von Rainer Wendl · 30. März 2023 um 15:00

Seit einem Jahr gibt es den Bio-Donaumarkt. Was läuft, was muss besser werden? Zeit für eine Bilanz.

Der Blick auf die Wettervorhersage für Freitagnachmittag trübt die Vorfreude ein wenig. Es kann immer wieder mal regnen, der Wind soll heftig wehen und besonders warm wird es wohl auch nicht. „Wie so oft am Freitag“, stöhnt Daniel Frost, „in mindestens 50 Prozent der Fälle hatten wir Niederschlag, vom Schauer bis zum Dauerregen.“

Dennoch hat der von ihm organisierte Bio-Donaumarkt jede Woche stattgefunden. Mehr als das: Er hat nicht nur dem Wetter, sondern auch anderen Widrigkeiten getrotzt und sich eine treue Fangemeinde erarbeitet. Am heutigen Freitag ab 14 Uhr feiert er seinen ersten Geburtstag, mit verschiedenen Mitmach-Aktionen, Live-Musik und einer anschließenden Party in der nahen Kinokneipe.

Geht es nach Branchen-Kenner Heinz Schrauder, ist der Bio-Donaumarkt mit dem Überstehen der ersten zwölf Monate aus dem Gröbsten raus. Er hat einst den Samstagsmarkt am Bismarckplatz aus der Taufe gehoben und sagt:„Nach ungefähr einem Jahr ist man etabliert.“

Starker Start ins Jahr

Frost selbst bleibt lieber noch ein bisschen vorsichtig und spricht vom „Anschein der Etablierung“, doch speziell der Start in dieses Jahr macht ihm Mut. Denn selbst in den gefürchteten Wintermonaten Januar und Februar sei der Markt nie tot gewesen. „Und an den ersten beiden schönen Freitagen im März war es gleich wieder richtig schön voll.“

Wer sich freitags regelmäßig auf dem Platz vor dem Haus der Bayerischen Geschichte umschaut, gewinnt tatsächlich den Eindruck, dass stetig mehr Regensburger den Bio-Donaumarkt auf dem Schirm haben – zur Erledigung des Wochenend-Einkaufs, zum geselligen Einläuten des Wochenende oder zu beidem. Frost freut das: „Genauso war’s gedacht. Als soziokultureller Markt, als Treffpunkt, wo sich einfach was rührt.“

Auch für Stadt und Landkreis, die sich zusammen unter dem Label „Öko-Modellregion“ der Förderung von heimischen Bio-Lebensmitteln verschrieben haben, ist der Freitagsmarkt ein Gewinn. Ganz nebenbei wird dadurch der zentralen großen Freifläche am Donaumarkt zumindest einmal wöchentlich Leben eingehaucht.

Dies hebt auch der Grünen-Stadtrat und Landtagsabgeordnete Jürgen Mistol, ein Stammgast des Marktes, hervor: „Ein sehr gutes, beständiges Angebot, eine prima Stimmung auf dem Platz – genau das wollten wir. Ich gehe da wirklich sehr gerne hin.“

Diese Vorzüge haben sich jedoch noch nicht unter allen Stadträten herumgesprochen. Als es im Herbst im Umweltausschuss um dierelativ hohen Standgebühren und die mickrige Aufwandsentschädigung für den Organisatorging, war von Wertschätzung für den Markt und die dahinter steckende Arbeit wenig zu spüren.

Frosts Dilemma, an manchen Markttagen sogar aus eigener Tasche draufzahlen zu müssen, wurde lapidar mit den Worten„Das ist nicht unser Problem“kommentiert. Eine wirkliche Korrektur dieser Schieflage – für die Freisitze am Markt muss deutlich mehr berappt werden als in der Altstadt – ist aber weiterhin nicht in Sicht.

Immerhin: Die Gebühr für die Beschicker wurde damals auf den Mindestsatz von 18,50 Euro pro Markttag halbiert. „Das hat die Moral gehoben“, berichtet Frost, der sich ohnehin über treue Partner freuen kann. In Spitzenzeiten zählt der Markt an die 20 Stände, weniger als zehn sind es nie. Das größte Durchhaltevermögen im ersten Jahr zeigten die Bio-Bäckerei Neuhoff, der Bio-Bauer Gabler aus Lupburg und das Riedenburger Brauhaus, die kein einziges Mal fehlten.

Stetig neue Interessenten

„Dazu kommen weitere acht Standbetreiber, die auch nur zwischen ein- und dreimal nicht dabei waren“, sagt der Organisator, bei dem sich zudem in schöner Regelmäßigkeit neue Interessenten für die Teilnahme melden.

Die Bewerbung des Bio-Donaumarkts durch das Stadtmarketing oder der Umstand, dass eine Stadtführung mit dem Titel „Der Burgfrieden und die Nahversorgung der freien Reichsstadt“ zum Markt führt, bestätigen ihn in der Ansicht: Die Etablierung läuft.