Von Amazon bis Storchennest: Das brennt den Rohrer Bürgern auf den Nägeln

Der geplante Logistik-Park Stocka, Windenergie, Schulwegsicherheit und das neue Storchennest sind nur einige Themen, die die Bewohner von Rohr beschäftigen. Am Dienstagabend nutzten sie die Gelegenheit, ihre Anliegen Bürgermeisterin Birgit Steinsdorfer mitzuteilen.
Es stand die Bürgerversammlung für den Hauptort an. Wie die sechs Veranstaltungen in den Ortsteilen zuvor, war auch sie gut besucht. Eine Anwesende brachte vor rund 60 Interessierten ihre Bedenken bezüglich des geplanten Logistik-Parks Stocka zum Ausdruck. Sie habe Bauchschmerzen wegen der Größe des Projekts und befürchte eine „Überforderung“ der Region. Sie habe Bedenken, dass es nicht nur beim Panattoni-Park und der Amazon-Ansiedlung bleibe und dort, wo aktuell noch Ton abgebaut werde, weitere Hallen gebaut würden.
Die Bürgermeisterin verwies darauf, dass an der Autobahn nur Logistik erlaub sei und die Gemeinde die Planungshoheit habe. Außerdem sei die Genehmigung für den Tonabbau erst verlängert worden. Der Markt sehe die Ansiedlung als Chance. Sie wisse nicht, wie die Pflichtaufgaben in den nächsten Jahren erledigt werden sollen, wenn man es nicht schaffe, mehr Einnahmen zu generieren, sagte Steinsdorfer. So würden beispielsweise seit Jahren Straßensanierungen geschoben. Die Erweiterung der Kläranlage und ein neuer Kindergarten seien auch ohne den Logistikpark erforderlich.
Einwohnerzahl ist gestiegen
Ein Anwesender fragte nach den Kosten für das neue Storchennest in der Nähe des Gymnasium-Sportplatzes. Das sei mit Spenden finanziert worden, antwortete Steinsdorfer. Zudem hätten Markträte und der Bauhof mitgeholfen. Nun gelte es abzuwarten, bis ein Storch einziehe.
Ein anderer erkundigte sich nach den Vorrangflächen für Windenergie. Das sei in der Gemeinde schwierig, sagte Steinsdorfer. Es gebe zwei Bereiche, eine sei Tiefflugzone und scheide deswegen aus, die andere sei ein wertvolles Naherholungsgebiet. Dort sei die TenneT-Leitung geplant. „Man muss Bereiche nicht doppelt und dreifach belasten“, sagte Steinsdorfer.
Ein Anwesender fragte nach den Kosten für die 675-Jahrfeier und ob der Verein draufgezahlt habe. Dazu gebe es laut Bürgermeisterin noch keine genaue Auflistung. Die Gemeinde habe einen wesentlichen Beitrag dazu geleistet, damit alles gut ausgegangen sei.
Einem Interessierten lag die Schulwegsicherheit am Herzen. Er sprach den Übergang auf Höhe der Apotheke und die Kuppe im Amtmannweg an. Beides habe man auf dem Schirm, sagte Steinsdorfer.
Bevor die Anwesenden das Wort hatten, berichtete die Bürgermeisterin rund eine dreiviertel Stunde lang über die Entwicklung des Markts im vergangenen Jahr. So stieg die Zahl der Einwohner von 3470 im Jahr 2022 auf 3529. Vergangenes Jahr verbuchte der Markt Gewerbesteuereinnahmen in Höhe von 1,194 Millionen Euro und 2,3 Millionen Euro Einkommensteuereinnahmen. „Wir hoffen, es bleibt so“, sagte Steinsdorfer. Ende 2023 betrug der Schuldenstand des Markts 700.000 Euro, der des Kommunalunternehmens (KMR) 2,45 Millionen Euro. Die Kreisumlage betrug 1,95 Millionen Euro.
Kläranlage wird erweitert
Zum neuen Baugebiet „An der Rinntalstraße“ erklärte Steinsdorfer, dass derzeit an den Vergabekriterien gearbeitet werde. Auf dem Areal sind 35 Parzellen für Einzel-, Doppel- und Mehrfamilienhäuser vorgesehen. In der Mitte ist eine kleine Grünanlage geplant. Wie die Bürgermeisterin weiter sagte, gebe es viele Interessenten. Ab 2025 sollen die Parzellen bebaut werden können.
Zur Sanierung und Erweiterung der Kläranlage sagte Steinsdorfer, dass bei der Marktratssitzung am 18. April die Machbarkeitsstudie Thema sei. Derzeit ist die Kläranlage für 4000 Einwohner ausgelegt, künftig wird sie es für 7500 Einwohner sein, informierte die Bürgermeisterin, die in ihren Ausführungen auch ausführlich auf den Logistikpark Stocka einging.