Schon wieder: Wolf auf der A93 bei Nabburg überfahren – Parallelen zum Fund bei Schwandorf

Es scheint, als würde der Landkreis Schwandorf derzeit von Wölfen durchquert werden: Am Freitagabend verendete erneut ein derartiges Raubtier, nachdem es auf der A93 bei Nabburg überfahren worden war. Erst wenige Tage zuvor hatte es einen ähnlichen Fall bei Klardorf gegeben.
Über den erneuten Totfund informierte CSU-Landtagsabgeordneter Alexander Flierl, selbst passionierter Jäger und Bezirksvorsitzender des Bayerischen Jagdverbandes. Er kündigte eine Erstdokumentation des Kadavers durch ein Mitglied des Netzwerks Große Beutegreifer an. Dabei sollte auch eine Probenahme für weitere genetische Untersuchungen erfolgen.
Der Tierkadaver wurde am vergangenen Freitagabend gegen 22 Uhr zwischen den Anschlussstellen Schwarzenfeld und Nabburg in Fahrtrichtung Hof gefunden. Ein 37-jähriger Schweizer hatte sich bei der Polizeiinspektion Nabburg gemeldet und angegeben, über ein totes Tier gefahren zu sein. Das bestätigte Polizeiobermeister Sina Galeschmoradi auf Anfrage unserer Zeitung.
Tier wurde offenbar von mehreren Fahrzeugen überfahren
Beim Eintreffen der Streife der Polizei Nabburg sei das Tier bereits am Standstreifen gelegen. „Wer den Wolf überfahren hat, wissen wir nicht“, erklärte Galeschmoradi. Offenbar sei das Tier von mehreren Fahrzeugen überrollt worden. Diesen Rückschluss lassen auch Bilder zu, die der Mittelbayerischen nach dem Unfall übermittelt wurden.
Ein Veterinär des Landratsamts Schwandorf hat den Kadaver mittlerweile begutachten können. Auch der Fachmann geht von einem toten Wolf aus, informierte Landkreissprecher Manuel Lischka auf Anfrage. Man vermute, dass es sich dabei um einen jüngeren Rüden handle.
Parallelen zum Wolfsfund bei Klardorf
Bei dem Wolfsfund nahe Nabburg gibt es daher Parallelen zu einem ähnlichen Fall, der sich in der Nacht vom 24. auf den 25. Februar bei Klardorf ereignet hatte. Auch hier wurde ein junger Wolfsrüde von einem Auto erfasst und getötet. „Der Straßenverkehr ist die größte Gefahr für den Wolf“, bekräftigte Abgeordneter Flierl nun im Gespräch. Der erneute Unfall zeige, „dass die Wildschutzzäune an unseren Autobahnen kein Hindernis für den Wolf darstellen“.
Es ist möglich, dass es sich bei den beiden im Landkreis Schwandorf getöteten Wölfen um Geschwister handelt. Männliche Jungtiere würden sich nach der Geschlechtsreife ein eigenes Revier suchen und von ihrem Rudel abwandern, erklärte Flierl. Dabei könnten sie pro Tag bis zu 80 Kilometer Distanz zurücklegen.