Heizwerk Berching: Geschäftsführer erklärt, welche Bürger Nahwärme nutzen können

Die Altmühl-Sulz-Energie erhält vom Wirtschaftsministerium des Bundes 1,6 Millionen Euro für die Erweiterung des Heizwerks. „Das ist unser Lottogewinn für Berching“, sagt Geschäftsführer Christian Meier. Er zeigt auf, wie das Geld für Bürger eingesetzt wird.
In welchen Bereichen ist Nahwärme möglich? Wie viel Prozent der Altstadt kann man mit dem Heizwerk nahe des Berle-Bads in Berching versorgen? Und: Würde nicht ein weiterer Standort Sinn machen? Auf diese Fragen der Ratsmitglieder antwortete Christian Meier am Dienstagabend im Stadtrat Berching.
Der Geschäftsführer der Altmühl-Sulz-Energie GmbH, unter dessen Dach die Nahwärme Berching organisiert ist, präsentierte dem Gremium die Pläne für die Erweiterung des Biomasse-Heizwerkes.
Ausbau der Nahwärme: Biomasse-Heizwerk in Berching wird erweitert
Wie berichtet, soll die Leistung des Kraftwerks durch einen Anbau mehr als verdoppelt werden: von aktuell 1000 Kilowatt auf 2300 Kilowatt Kesselleistung.
Während die Arbeiten im Inneren bereits begonnen haben, sollen Mitte März die Bagger anrollen, um mit dem Anbau zu starten. Im Sommer – voraussichtlich am 1. Juli – soll dann ein Kran die neue Technik in die Anlage einheben.
Roland Meyer (CSU) fragte nach, ob es nicht Sinn mache, einen anderen Standort zu eröffnen statt am selben zu erweitern, um die Leitungsverluste geringer zu halten. Geschäftsführer Meier antwortete, dass zuerst der Standort nahe des Berle-Bads maximal ausgereizt werde. Das sei nach der Erweiterung der Fall. Erst danach befasse man sich mit einem anderen Standort, sofern die Nachfrage in Berching weiter steige.
„Wie viel Prozent der Altstadt können wir nach der Erweiterung versorgen?“, fragte CSU-Stadtrat Achim Christl. Genaue Berechnungen habe Meier zwar nicht. „Aber die aktuellen Interessenten können wir damit locker abdecken“, sagte er.
Werner Stork (DFB) wollte wissen, in welchen Bereichen Nahwärme Sinn mache. „Eine Leitung von Berching nach Eglasmühle zu legen, macht natürlich keinen Sinn“, sagte Meier. Inwiefern nähere Ortsteile oder andere Bereiche angeschlossen werden können, müsse man prüfen.
Aktuell werden unter anderem das Berle, das Rathaus, die Kulturhalle, die Realschule, Kindergärten und weitere Gebäude in der Innen- und Vorstadt mit Biomasse aus Hackschnitzeln befeuert. Auf Innen- und Vorstadt liege auch der Fokus, sagte Meier.
Ab Herbst könnten dann nach der Erweiterung noch zusätzliche Gebäude an die Nahwärme angeschlossen werden. 1,8 Millionen Euro rechnet Meier für den Ausbau der Leitungen für das Nahwärmenetz. 2,2 Millionen Euro werden am Heizwerk selbst investiert. Von der Gesamtsumme von vier Millionen Euro übernimmt knapp 1,6 Millionen Euro das Wirtschaftsministerium des Bundes.
„Der Zuwendungsbescheid über die Förderung ist unser Lottogewinn für Berching“, sagte Meier in der Sitzung. Denn kurz nachdem dieser ins Postfach flatterte, verhängte der Bund die Haushaltssperre.