Mit 14:1 Stimmen: Petra Merkert ist neue Dritte Bürgermeisterin in Berching

Von Bernhard Neumayer · 21. Februar 2024 um 17:00

Bis Mitternacht feierte Petra Merkert ihr deutliches Ergebnis bei der Wahl zur Dritten Bürgermeisterin. Im TSV-Sportheim lud die Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler Berching die Stadträte auf ein paar Getränke ein. Zuvor hatte die CSU in der Sitzung überrascht.

Nach dem offiziellen Teil im Rathaus lud Petra Merkert die Stadträte noch auf ein paar Getränke in das TSV-Sportheim ein. Damit endete der Abend für einen Teil der Stadträte so harmonisch wie er im öffentlichen Teil der Sitzung angefangen hatte.

Statt einer „Kampfabstimmung“ wie im vergangenen Jahr fiel die Wahl zur Dritten Bürgermeisterin am Dienstagabend im Rathaussaal sehr deutlich aus. 14 von 15 gültigen Stimmen erhielt die Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler. Eine Stimme fiel auf Manfred Rackl von der CSU. Zudem waren drei Stimmzettel ungültig.

Dass nur 18 statt 21 Stimmen abgegeben wurden, lag daran, dass drei Stadträte entschuldigt fehlten: Max Stadler (CSU), Lothar Bierschneider (FW) und Franz Donhauser (DFB).

Das änderte aber nichts an dem eindeutigen Ergebnis pro Merkert, die zuvor von ihrer FW-Kollegin Sieglinde Hollweck als einzige Kandidatin vorgeschlagen wurde – dennoch hätte jeder Stadtrat außer Christian Meissner (Zweiter Bürgermeister) gewählt werden können. „Petra ist kompetent, in mehreren Vereinen aktiv und würde das Amt sehr gerne übernehmen“, warb Hollweck für Merkert.

CSU Berching will ein Zeichen setzen

Die Mehrheitsfraktion CSU verzichtete indes darauf, einen eigenen Kandidaten vorzuschlagen. Im Vorfeld hatte es Spekulationen gegeben, dass sich die CSU vorab nicht auf einen mehrheitsfähigen Kandidaten aus den eigenen Reihen einigen konnte.

Einen Abend vor der Wahl hatte sich die CSU nach Angaben des Fraktionsvorsitzenden Andreas Höffler noch einmal besprochen – mit dem Ergebnis, Merkert zu unterstützen. „Wir wollen ein Zeichen für einen guten Zusammenhalt und eine gute Zusammenarbeit setzen“, sagte Höffler am Tag nach der Wahl im Gespräch mit unserer Zeitung. Merkert halte er mit ihrer guten Sachpolitik für dieses Amt geeignet.

Die 55-jährige Merkert ist seit 2020 für die Freien Wähler im Stadtrat und zudem Vorsitzende des TSV Berching. Beruflich leitet sie im Landkreis eine Geschäftsstelle der Sparkasse Neumarkt-Parsberg. Merkert ist nun die dritte Person, die in der laufenden Wahlperiode das Amt der Dritten Bürgermeisterin/des Dritten Bürgermeisters bekleidet.

Nach der Wahl in Berching: Umarmungen für Petra Merkert

Tragischerweise starben ihre beiden Vorgänger Erich Steindl (CSU) und Stephan Zeller (SPD) im vergangenen Jahr. Nur aufgrund dessen war am Dienstagabend eine erneute Wahl nötig. Nachdem Merkert 14 Stimmen eingesackt und den Eid abgelegt hatte, umarmte sie Bürgermeister Ludwig Eisenreich. Auch CSU-Fraktionssprecher Höffler und Zweiter Bürgermeister Christian Meissner nahmen Merkert in ihre Arme. Eisenreich, Meissner (beide CSU) und Merkert (FW) vertreten damit die Stadt als Bürgermeister-Trio.

Merkert bedankte sich für die Unterstützung. Die eindeutige Wahl zeige, dass meine Arbeit anerkannt und geschätzt werde, sagte Merkert. Auch wenn sie ihre Meinung nicht in jeder öffentlichen Sitzung kundtue. Oft gehe es auch um die Arbeit im Hintergrund. „Auf eine gute Zusammenarbeite“, sagte Merkert – ehe es nach der Sitzung für einige Stadträte noch ins Sportheim ging. „Bis Mitternacht“, sagte Merkert am Tag danach. Sie sei stolz und glücklich über das deutliche Ergebnis.

Weitere Themen aus der Stadtratssitzung in Berching

Anfragen: Die CSU-Stadträte Andreas Höffler und Achim Christl meldeten sich am Ende der öffentlichen Sitzung zu Wort.

Toilette: Höffler wollte wissen, wann es mit dem geplanten öffentlichen WC im Heimatmuseum weitergeht. Ihm sei im vergangenes Jahr gesagt worden, dass das Thema im Januar oder jetzt in der Sitzung am Dienstagabend behandelt werde. Beide Male war das Thema allerdings nicht auf der Tagesordnung. Wie Christian König vom Bauamt sagte, sei geplant, das Thema in der April-Sitzung zu behandeln.

Schule und Kita: Christl erkundigte sich unter anderem, wie es um die Schule und den Kindergarten an der Südtangente stehe. Der Bürgermeister sagte, dass man an einer Schul-Lösung arbeite. Diese werde zuerst im Arbeitskreis vorgestellt, dann im Stadtrat. Markus Meixner vom Bauamt teilte mit, dass der Auftrag für die Objektplanung des Kindergartens in der nächsten Sitzung vergeben werden solle