Die Wahl des Dritten Bürgermeisters in Berching birgt Brisanz

Von Bernhard Neumayer · 14. Februar 2024 um 15:00

Am Dienstag wählt Berchings Stadtrat einen neuen Dritten Bürgermeister oder eine Bürgermeisterin. Bisher konnte sich die Mehrheitsfraktion CSU trotz interner Abstimmung nicht auf einen Kandidaten aus den eigenen Reihen einigen. Die Gerüchteküche brodelt.

Zum dritten Mal in vier Jahren bestimmt der Berchinger Stadtrat einen Dritten Bürgermeister. Weil sowohl Erich Steindl (CSU) als auch dessen Nachfolger in diesem Amt, Stephan Zeller (SPD), im vergangenen Jahr verstorben sind, wählt das Gremium erneut. Im öffentlichen Teil der Stadtratssitzung am Dienstag steht die Wahl und Vereidigung des neuen Dritten Bürgermeisters oder der Bürgermeisterin auf der Tagesordnung.

Wie Günter Mirwald (SPD) und Franz Donhauser (DFB) unabhängig voneinander sagen, seien im Vorfeld Gerüchte im Umlauf, dass die Mehrheitsfraktion CSU eine Kandidatin der Opposition vorschlagen könnte – und zwar Petra Merkert von den Freien Wählern.

Dritter Bürgermeister: CSU Berching ist sich noch nicht einig

Der CSU-Fraktionsvorsitzende Andreas Höffler hält sich auf Nachfrage unserer Zeitung bedeckt. Er werde vor der Sitzung noch mit Merkert als FW-Fraktionsvorsitzende und mit einem Vertreter der SPD über die Wahl sprechen. Die CSU müsse sich Gedanken machen, ob sie eine andere Fraktion zum Zug kommen lassen will oder ob neben Bürgermeister Ludwig Eisenreich und Stellvertreter Christian Meissner auch der Dritte Bürgermeister aus den eigenen Reihen kommen soll.

Nach Angaben von Höffler entscheidet das die CSU am Montagabend, einen Tag vor der Sitzung. Zu den Spekulationen, dass sich die CSU trotz interner Abstimmung nicht schon früher auf einen „mehrheitsfähigen“ Kandidaten festlegen konnte, sagt Höffler: „Wenn wir uns am Montag noch mal zusammensetzen müssen, ist es kein Geheimnis, dass wir uns bisher nicht einigen konnten.“ Eins steht für den CSU-Fraktionsvorsitzenden aber fest: „Regina Burger steht für dieses Amt nicht mehr zur Verfügung.“

Die CSU-Stadträtin zog im Mai vergangenen Jahres gegen den von der Opposition vorgeschlagenen Kandidaten Stephan Zeller (SPD) den Kürzeren – denkbar knapp mit 11:9.

Damals wurde im Nachgang spekuliert, welche CSU-Stadträte die Kandidatin aus den eigenen Reihen in der geheimen Wahl nicht unterstützt haben. Denn geht man davon aus, dass alle anwesenden Stadträte der Opposition für Zeller gestimmt haben, kommt man lediglich auf sieben Stimmen (drei SPD, zwei DFB, zwei FW – da Sieglinde Hollweck von den Freien Wählern im Mai 2023 nicht anwesend war).

Wie die CSU-Stadträte dieses Mal abstimmen, bleibt abzuwarten. Sowohl die SPD als auch der DFB-Fraktionsvorsitzende Donhauser könnten mit Merkert als Dritte Bürgermeisterin gut leben. „Wenn Petra aufgestellt wird, ist unser Tenor, dass wir sie unterstützen“, sagt Günter Mirwald, auch wenn er sich mit seinen beiden SPD-Stadtratskollegen final noch absprechen müsse. Steht Merkert nicht zur Disposition, wolle die SPD einen Kandidaten aus den eigenen Reihen nominieren, kündigt Mirwald an.

Bereits 2020 stand Merkert zur Wahl. Damals erhielt sie fünf Stimmen, Stephan Zeller vier und Erich Steindl elf. Vorgeschlagen hatte die FW-Fraktionsvorsitzende damals Franz Donhauser.

Dritte Bürgermeisterin: Kommt Petra Merkert zum Zug?

Donhausers Ansicht nach sollten nicht 100 Prozent der Bürgermeister-Posten an die Mehrheitsfraktion CSU gehen. Denn die Opposition müsse auch dort repräsentiert werden. Für Merkert spreche, dass sie eine Frau ist und aus dem Kernort kommt, sagt Donhauser. Denn weder der Bürgermeister noch dessen Stellvertreter stammen aus der Stadt Berching: Ludwig Eisenreich wohnt in Obermässing, Christian Meissner ist Holnsteiner.

Vertritt die Berchingerin Petra Merkert künftig als Dritte Bürgermeisterin die Stadt? „Ich fände es schön, wenn eine Frau aus dem Kernort diesen Posten übernimmt“, sagt Merkert. Zudem wünsche sich die FW-Stadträtin, dass das Amt an die Opposition gehe.

Frau, Kernort, Opposition: Wenn diese drei Bedingungen für das Amt erfüllt sein sollen, käme nur Merkert selbst infrage. „Ich würde mich bereiterklären, bin aber nicht in der Mehrheitsfraktion“, sagt sie. Es seien mehrere Kandidaten denkbar. Um abzustecken, wen die Opposition ins Rennen schickt, besprechen sich FW, SPD und DFB laut Merkert am Montag.