Statiker gibt grünes Licht: Bekommt das Berle-Bad jetzt eine PV-Anlage auf das Dach?

Von Bernhard Neumayer · 5. Februar 2024 um 15:00

Seit Jahren diskutieren Stadträte in Berching darüber, eine PV-Anlage auf dem Dach des Berle-Bads zu installieren. Dadurch sollen die hohen Betriebskosten gesenkt und die Besucher finanziell entlastet werden. Jetzt nimmt die Debatte neuen Schwung auf.

In den vergangenen Jahren wurde der Eintritt ins Berle immer teurer. Erst vor drei Jahren passte die Stadt die Gebühren an. Nun erhöhte sie zu Beginn des Jahres erneut den Eintritt. Erwachsene zahlen seit 1. Januar fünf statt vier Euro für 90 Minuten Badespaß.

Mit den erhöhten Preisen will die Stadt mehr Einnahmen generieren, um das immer größer werdende Defizit abzufedern. Bürgermeister Ludwig Eisenreich und Kämmerer Christian Rogoza sprachen in der Sitzung im November, in der die angepassten Gebühren beschlossen worden sind, von einem Defizit von rund 740.000 Euro im Jahr 2022.

Berle-Bad in Berching: Defizit liegt bei über einer Million Euro

Für das vergangene Jahr habe das Defizit bis Oktober schon bei 924.000 Euro gelegen. Bis Ende 2023 erwarteten Kämmerer und Bürgermeister ein Defizit von etwa einer Million Euro, sagten sie im November. Vor allem der Strompreis sei dafür verantwortlich.

Um Strom für das Bad künftig eigenständig und mit der Energie der Sonne zu produzieren, wird in Berching nicht erst seit dieser Stadtrats-Periode (2020) über eine PV-Anlage auf dem Dach diskutiert. Das Problem sei die Statik, hieß es immer.

Berle-Bad in Berching in neuer Schneelastzone

Jetzt habe sich die Situation geändert, sagt Manfred Lang vom Bauamt der Stadt. Ein Statiker habe grünes Licht für eine PV-Anlage auf Teilbereichen des Dachs gegeben. Weil sich die Norm für statische Berechnungen geändert habe, könne man jetzt Module auf dem Dach montieren. Denn Berching sei mittlerweile in einer anderen Schneelastzone als noch vor Jahren. Das heißt: Die Stadt rechnet künftig mit weniger Schnee, das auf dem Dach des Berle liegt.

Durch diesen sehr geringen Spielraum ist es laut Lang möglich, leichte PV-Module auf dem Dach zu montieren. Deshalb habe sich die Stadt nach „gewichtsparenden Modulen“ umgesehen. Sie sei auch fündig geworden – und zwar bei einem Hersteller aus China. Das Problem: Örtliche Firmen können diese Module laut Lang nicht verbauen. Natürlich gebe es Montage-Trupps, die die Module aus China in Berching verbauen, sagt Lang. Er präferiere aber örtliche Handwerker, die nach der Montage bei möglichen Problemen als Ansprechpartner zu Verfügung stehen.

Deshalb versuche man jetzt, alternative Produkte zu finden, die den Anforderungen entsprechen und die Firmen aus der Region montieren.

Laut Lang handelt es sich um eine Dachfläche von etwa 300 Quadratmetern, die mit einer PV-Anlage ausgestattet werden darf. Der Statiker habe das Schleppdach für Module freigegeben. Das abgeschleppte Dach deckt den Eingang sowie den Verwaltungsbereich inklusive der Personalräume auf der Seite Richtung Main-Donau-Kanal ab. Das großflächige Pyramidendach des Bads dürfe aber nicht bebaut werden.

In der jüngsten Bauausschuss-Sitzung brachten Stadträte alternative Standorte für eine PV-Anlage ins Gespräch: eine Wiese, einen Zaun und den Bereich der Außengastronomie. Diesen könnte man überdachen und dann mit PV-Modulen ausstatten, schlug Roland Meyer vor. „Wir wollen die Betriebskosten senken und nicht erst Geld für eine neue Überdachung ausgeben“, kommentiert Lang auf Nachfrage unserer Zeitung diese Idee.

PV-Anlage im Berle: Stadträte mit alternativen Ideen

Auch die anderen Vorschläge haben laut Lang Nachteile. Bei einer PV-Anlage an einem Zaun befürchte Lang Vandalismus und die einzig freien Areale für eine PV-Freiflächenanlage um das Bad herum seien die Liegewiese selbst und der Volksfestparkplatz.

Deshalb forciert Lang eine Anlage auf dem Dach. Sobald die Stadt Alternativen für die Module aus China hat, wolle man darüber abstimmen lassen.