Der Besuch des Berchinger Berle Bads soll künftig teurer werden

Geht es nach den Räten im Haupt- und Finanzausschuss und der Verwaltung, dann sollen die Eintrittspreise für das Berle Bad in Berching moderat erhöht werden. Der Ausschuss gab in seiner Sitzung am Dienstagabend bei einer Gegenstimme dem Stadtrat die Empfehlung, die Anpassung der Badegebühren zu beschließen.
Wie Kämmerer Christian Rogoza und Bürgermeister Ludwig Eisenreich mitteilten, seien die Gebühren zuletzt im März 2021 angepasst worden. Nach einem Zeitraum von drei Jahren sei es an der Zeit, die aktuelle Gebührensituation zu überprüfen. Die entspreche einem regelmäßigen Kalkulationszeitraum, wie er im kommunalen Abgaberecht vorgegeben sei, sagt der Berchinger Kämmerer.
Wie Rogoza und Bürgermeister Eisenreich informierten, habe das Defizit im Jahr 2022 bei rund 740 000 Euro gelegen. Nach der bekannten Strompreisanpassung zu Beginn dieses Jahres und den inflationsbedingten Preissteigerungen sei ein weiteres Ansteigen des Defizits zu erwarten. Bis Oktober habe das Defizit schon bei 924 000 Euro gelegen, so dass am Ende des Jahres ein Defizit von einer Million zu erwarten sei. Keiner erhöhe gerne die Badgebühren, doch die Räte seien zum Handeln gezwungen, war man sich im Ausschuss einig.
Hoher Strompreis
Gerade der hohe Strompreis sei der Preistreiber. Alleine bei den Strompreisen würden die Kosten pro Monat von rund 8000 Euro Netto auf rund 30000 Euro steigen. Hierbei sei die Strompreisbremse bereits berücksichtigt. Diese sei jedoch zeitlich befristet und werde voraussichtlich 2024 wegfallen, vermutet nicht nur Kämmerer Rogoza.
Die Stadt sei gezwungen, auf der Einnahmeseite gegenzusteuern und daher sollten die die Eintrittspreise erhöht werden. Die Stadtverwaltung habe gemeinsam mit der Betriebsleitung des Bades einen Vorschlag für eine Gebührenerhöhung erarbeitet, der die Grundsätze der sozialen Ausgewogenheit, wie sie dem Grunde nach bei der letzten Gebührenerhöhung im Jahr 2021 angewendet worden seien, berücksichtige, so Rogoza.
Nach verschiedenen, sachlichen Wortbeiträgen der Räte kam man zu dem Ergebnis, die Kurztarife moderat um einen oder 0,50 Euro zu erhöhen, die Tageskarten würden unberührt bleiben, ebenso die Nachzahlgebühr von 1,50 Euro bei den Erwachsenen und einem Euro bei Personen von sechs bis 17 Jahren.
Der ermäßigte Tarif in den Sommerferien soll wegfallen. Grund dafür sei die überproportionale Belastung des Badebetriebes in den Sommermonaten durch ein weiteres Becken mit Strom- und Heizkosten und Betriebsmitteln sowie Aufsichtspersonal.
Daniel Mosner fragte nach, warum der Strompreis für das Bad weit höher als bei einem privaten Haushalt liege. Er bekam als Antwort, dass die Stadt an dem sehr hohen Strompreis vertraglich gebunden sei.
Achim Christl wie CSU-Kollegin Melanie Altrichter sah eine Photovoltaikanlage für sinnvoll an. Wenn diese auf dem Dach technisch oder statisch nicht möglich sei, dann gebe es auch noch die Möglichkeit als Freifläche, sagte Christl. Diese wäre ja vorhanden.
Am Ende stimmten alle Räte der Erhöhung zu, außer Franz Donhauser. Seiner Meinung nach soll man anstatt die Gebühren zu erhöhen die erneuerbaren Energien forcieren, so etwa auf Photovoltaik setzen. Donhauser befürchtet, dass bei den Eintrittspreiserhöhungen künftig einige Besucher fernbleiben würden.
In einem weiteren Punkt wurde der Haushaltsplan der Spitalstiftung „durchgewunken“. Der Gesamthaushalt beläuft sich auf 15650 Euro. Der Vermögenshaushalt liegt bei 5350 Euro und der Verwaltungshaushalt bei 10300 Euro. Die Stiftung sei schuldenfrei und an den Vermögenshaushalt könne ein Betrag von 5350 Euro zugeführt werden.
Auslagerung des Archivs
Nachdem durch den Auszug der Bücherei die Räume seither im Erdgeschoss leer stünden, werde die Auslagerung des Archivs vom Rathaus in das Spital geplant. Franz Donhauser fragte nach dem Stand der Dinge und erhielt zur Antwort, dass in Sachen Archiv bislang noch nichts passiert sei.
Zugestimmt wurde ohne Gegenstimme dem Abschluss von Beteiligungsverträgen für Windenergie- und Freiflächenphotovoltaikanlagen gemäß dem Erneuerbaren Energien Gesetz (EEG).
Ohne Widerspruch stimmte der Rat dem Neuerlass der Sondernutzungsgebührensatzung der Stadt Berching zu. Nach 30 Jahren sei es an der Zeit, die Satzung in eine zeitgemäße Form zu bringen, sagte Kämmerer Rogoza. Die Stadt habe sich bei anderen Gemeinden umgeschaut und die Gebührensatzung aus dem Jahr 1994 angepasst. Insbesondere im Bereich der Gebühren für die Außenbewirtschaftung und die betragsmäßige Entschädigung von Leitungsverlegungen im öffentlichen Straßenraum sei eine Anpassung notwendig und zweckmäßig, hieß es von Seiten der Verwaltung.
Im Jahr 1998 habe die Stadt Berching sieben Anteile am Heizwerk Berching im Wert von je 5000 DM als Kommanditist erworben. Das Heizwerk wolle weiter investieren, gab Bürgermeister Ludwig Eisenreich bekannt.
Zur Erhöhung der Kapitaldecke für die geplante Erweiterung des Heizwerks biete die MR-Sulz-Altmühl Gewerbe GmbH und CO Heizwerk KG die maximale Verdoppelung der Anteile an. Der Ausschuss stimmte dem Erwerb von sieben weiteren Anteilen am Heizwerk zum Buchwert von gut 7000 Euro zu.