Neue Asylunterkunft in Cham: 24 Männer aus Äthiopien haben Containerdorf bezogen

Noch im November diskutierte der Stadtrat rege die Errichtung einer Unterkunft für geflüchtete Menschen in der Hans-Eder-Straße. Ein Chamer Geschäftsmann hatte dafür seinen Grund an der Hans-Eder-Straße dem Landratsamt zur Verfügung gestellt (wir berichteten). Seit Mitte Januar sind nun die ersten Bewohner in die Containeranlage unweit des städtischen Bauhofs eingezogen.
Laut Fabian Koller, Pressesprecher des Landratsamtes, haben sich dort mittlerweile 24 junge Männer aus Äthiopien eingerichtet. Ausgeschöpft seien die Kapazitäten jedoch noch nicht, denn ausgerichtet ist das Containerdorf für insgesamt 80 Personen, berichtet Koller.
Damit die jungen Männer nicht sich selbst überlassen sind, steht ihnen vor Ort ein Hausverwalter zur Verfügung, der vom Landkreis angestellt ist. „Dieser übernimmt die Verteilung der Post und steht den Bewohnern bei Fragen mit Rat und Tat zur Seite“, erklärt Koller. Dazu sei dieser regelmäßig von Montag bis Freitag vor Ort.
Hausverwalter ist vor Ort
Derzeit setze sich das Containerdorf aus Gemeinschaftsräumen, in denen den Bewohnern Küchen, Duschen und Sanitäranlagen zur Verfügung stehen, sowie separaten Schlaf- und Wohnräumen, zusammen. Letztere haben jeweils eine Größe von 13,15 Quadratmeter und bieten Platz für vier Personen. Geheizt werde mit Strom. Ebenso verfüge die neue Wohnanlage über einen Kanal- und Stromanschluss, vergleichbar mit einem Hausanschluss.
Den von drei Hallen umgebenen Standort im Chamer Süden bewertete Bürgermeister Martin Stoiber bei der Stadtratssitzung im November als durchaus geeignet für solch ein Vorhaben. „Der Standort erfüllt alle Voraussetzungen“, so Stoiber. Nachbarn gebe es dort nicht. Der Realisierung des Containerdorfes habe letztlich auch der Stadtrat zugestimmt.
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Auch Koller pflichtet dem bei. Durch die vielen Einkaufsmöglichkeiten direkt vor der Haustüre und die Nähe zum ÖPNV eigne sich der Standort an der Hans-Eder-Straße ideal.
Hohe Wellen in den sozialen Netzwerken geschlagen hatte in den vergangenen Wochen der neben der Unterkunft aufgestellte Müllcontainer und die Frage, ob die Bewohner keinen Müll trennen müssen.
Mülltrennung als Aufreger
Fabian Koller betont indes, dass es sich beim aufgestellten Müllcontainer nur um eine Übergangslösung handelt. In diesem sei vorwiegend Müll entsorgt worden, der bei der Einrichtung der Unterkünfte angefallen ist. Neben diesem Müll sei vorübergehend auch der Müll der Bewohner dort entsorgt worden. In den nächsten Wochen werde der Container durch Restmüll- und Papiertonnen ersetzt.
„Es gibt keine Sonderregelung für die Unterkunft bezüglich Mülltrennung. Die Flüchtlinge werden von den Mitarbeitern des Landratsamts mit der erforderlichen Mülltrennung vertraut gemacht“, versichert Koller, der in der Zusammenarbeit zwischen Stadt und Landkreis einen Vorteil sehe, indem „die Stadt von Anfang an kompetente Ansprechpartner für die dezentralen Unterkünfte im Stadtgebiet an der Hand hat, wie schon bisher“.
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