Tiny-Haus der Berufsschule Furth im Wald ist in einer aufwendigen Aktion umgezogen

Von Alexander Frimberger · 19. Februar 2024 um 11:00

Die Aufregung unter der Lehrerschaft war beinahe greifbar, als vergangene Woche schweres Gerät aufgefahren worden war, um das 23 Tonnen schwere Tiny-Haus erst aus dem Tor ins Freie zu schieben und dann auf einen Tieflader zu hieven. Damit war ein Vorzeige-Schulprojekt abgeschlossen.

Die Staatliche Berufsschule Furth im Wald, die in den Bereichen Holz- und Bautechnik ausbildet, hat Vorbildcharakter. „Ich bin viel herumgekommen, so viel kann ich sagen, unsere Einrichtung ist schon etwas besonderes“, findet Schulleiter Johann Altmann. Das gilt für die Schule selbst aber auch für das engagierte Auftreten der Lehrkräfte.

27 Tonnen Stahlbeton

Einer davon ist Oberstudienrat Hubert Sperl. Er beobachtet gespannt, wie das Tiny-Haus, das zusammen mit dem Dach – das wurde bereits abtransportiert – stolze 27 Tonnen wiegt, auf Rollen gestellt wird. „Zuerst wollten wir es auf der anderen Seite der Halle rausschieben, aber das Tor war zu klein.“ Immer wieder umkreisen er, Altmann und deren Kollege, Fachlehrer Franz Reimer, das Haus, schauen, dass ja nichts passiert. Man merkt, das Stahlbeton-Schwergewicht ist ein Herzensprojekt.

Lehrer mit Kran im Klassenzimmer

Um den weißen Quader überhaupt verwirklichen zu können waren mehrere Faktoren entscheidend. Zum einen verfügt die Außenstelle der Berufsschule Cham über eine moderne Fertigungshalle. „Ich bin einer der wenigen Lehrer in Deutschland, der einen Kran im Klassenzimmer hat“, lacht Sperl.

Zum anderen gab es eine große Bereitschaft seitens der Wirtschaft, die Schule, genauer gesagt die Auszubildenden zu unterstützen. Klar das sind schließlich die Fachkräfte der Zukunft. Inklusive Arbeitsleistung soll das Haus, an dem Gewerke der verschiedenen Ausbildungsrichtungen beteiligt waren, einen Wert von rund 100000 Euro haben. Zusammen gekommen ist das laut Sperl aus Geld- und Sachspenden aus der Wirtschaft.

Beim Transport ist Vorsicht geboten

Auch der Landkreis Cham hat sich beteiligt. Grund genug also, vorsichtig beim Transport zu sein. Während draußen ein Schwerlastenkran aufgebaut wird, der das Objekt später auf einen Tieflader hebt, wird drinnen daran gearbeitet, das kleine Haus aus der Halle zu schieben. Altmann verrät, dass man das Gebäude, das mit sanitären Anlagen ausgestattet ist, für soziale Zwecke zur Verfügung stellen will. Beispielsweise als Zufluchtsort für Menschen, die keine Wohnung haben. Zunächst aber wird es jetzt eine Funktion während der Landesgartenschau 2025 (LGS) haben und dort auf dem Gelände stehen. Bis es soweit ist, findet es eine vorläufige Heimat auf dem Gelände der Baufirma Kolbeck. Zweiter Hauptdarsteller des Tages ist der Schwerlastenkran, der bis zu 150 Tonnen von A nach B heben kann (wir berichteten).

Schule der Zukunft

Der stellt erst einmal das große Silo um, in dem sonst Beton angerührt wird, damit das Tiny-Haus Platz hat. Zwischendurch stülpt der Kranführer – Zentimeter genau – den Granitring, der zum Brunnen auf dem neu gestalteten Alfred-Peter-Platz gehört, über ein Wasserrohr. Dann endlich, nach fast drei Stunden ist das Tiny-Haus dran.

„Das nächste Projekt wird etwas kleiner“, verrät Hubert Sperl. Unter anderem möchte man mit Unterstützung von Außen Versuche mit verschiedenen Betonsorten machen. Die Zukunft der Baubranche wird also auch in der Berufsschule Furth im Wald geschrieben.

Das Silo muss Platz machen.
Hubert Sperl beobachtet, wie das Haus aus der Halle bugsiert wird.
Brunnenring wird gesetzt.