Insolvente Firma hat auf einem Parkplatz in Furth im Wald alles liegen gelassen

Wer auf der Daberger Straße in Furth im Wald stadtauswärts fährt, kommt am Parkplatz unterhalb der Jugendherberge vorbei und erlebt dort derzeit eine schmutzige Überraschung. Bauschutt, Müll und mehr soweit das Auge reicht.
Natürlich stellen sich sofort zwei Fragen: Wer war das, und vor allem, wer räumt den Dreck weg?. Erster Anruf bei Stefan Schmidberger, Hauptamtsleiter der Stadt Furth im Wald: Der kann aber nicht weiter helfen, weil sich das Grundstück nicht im Besitz der Stadt befindet, sondern dem Landkreis gehört. So viel er weiß, handelt es sich bei den Hinterlassenschaften aber um ein Subunternehmen, das Glasfaser verlegt hat und insolvent gegangen ist.
Überall Glasfaserkabelreste in Furth im Wald
Das erklärt, warum ein ganzer Berg Glasfaserkabelreste und eine große Trommel mit aufgewickeltem Glasfaserkabel unter anderem dort liegen. Außerdem ist ein Schuttberg aufgetürmt sowie größere und kleinere Asphaltstücke, die wohl abgefräst wurden, um das Kabel im Boden versenken zu können.
Zweiter Anruf: Landratsamt Cham. Pressesprecher Fabian Koller antwortet schriftlich: „Der Landkreis bemüht sich derzeit um eine Beseitigung des Materials. Nur wenn kein Verursacher beziehungsweise deren Auftraggeber herangezogen werden könnten, müsste der Landkreis als Grundstückseigentümer das Material auf eigene Kosten beseitigen. Zur Höhe dieser Kosten können wir derzeit keine Aussage treffen.“
Warum nicht die insolvent gegangene Firma kontaktieren. Auf deren Internetseite steht: „Wir sind ein junges und agiles Unternehmen, das sich in erster Linie auf den Glasfaserausbau spezialisiert hat.“ Kontaktieren geht nicht, weil auf der Seite nur Blindtext, außerdem eine Adresse in Washington DC (USA) angegeben sind.
Nächster Anruf bei Harald Geßner, Vodafone Gebietsmanager Glasfaser-Kooperationen. Der klärt auf, dass es sich bei dem Arbeitsbereich nicht um das Glasfaserprojekt des Landkreises handelt, sondern um eigenwirtschaftlichen Ausbau. In diesem Fall hat ein Investor das Unternehmen Nokia beauftragt, die Arbeiten auszuführen. Vodafone ist nach Abschluss der Arbeiten Pächter der Infrastruktur. Nokia wiederum hat jenes Unternehmen ins Boot geholt, das in die Insolvenz gerutscht ist.
Chaos wird beseitigt
Nach Informationen unserer Zeitung wurde inzwischen die Firma Rädlinger aus Cham, die Erfahrung beim Thema Glasfaser hat, von Nokia beauftragt, das Chaos zu beseitigen. Dies soll demnach bis 23. Februar erfolgen. Ende gut, alles gut.

