Landratsamt will in Cham weitere Container für 80 Flüchtlinge aufstellen

Bürgermeister Martin Stoiber erwartet an diesem Dienstag ein rege Debatte im Chamer Stadtrat. Es geht um Flüchtlinge und deren Unterbringung. Ein Chamer Geschäftsmann stellt dafür seinen Grund an der Hans-Eder-Straße dem Landratsamt zur Verfügung, das dort eine Wohnanlage für geflüchtete Menschen erstellen will. Das Landratsamt hat jetzt einen Bauantrag dafür bei der Stadt gestellt.
Der wird im Stadtratsgremium nun zur Diskussion gestellt und, wie Stoiber auf Nachfrage vermutet, werde es wohl eine ähnlich rege Meinungsbildung im Chamer Stadtrat geben, wie sie zum gleichen Thema in der Nachbarstadt Roding zu beobachten war.
Dort hatte der Landkreis den Ausbau der Containerwohnanlage hinterm Bauhof in Roding angekündigt, was im Rodinger Stadtrat auf wenig Gegenliebe stieß. Stoiber betonte, dass der Platz im dortigen Gewerbegebiet – er ist von drei Seiten mit Hallen umgeben – durchaus geeignet sei für solch ein Vorhaben.
So seien Geschäfte wie der ÖPNV fußläufig gut zu erreichen: „Der Standort erfüllt alle Voraussetzungen!“ Er sehe jedenfalls dort keine Probleme auf die Stadt zukommen. Nachbarn gebe es dort jedenfalls nicht. Zudem könnten Flüchtlingsunterkünfte nach einer Sonderregelung ohne entsprechende Bauleitpläne errichtet werde, auch in Gewerbegebieten, so die Stadt.
Asylunterkunft in Chamer Hans-Eder-Straße geplant
„Wenn der Chamer Stadtrat dem Baugenehmigungsantrag des Landratsamtes zustimmt, plant das Landratsamt in der Hans-Eder-Straße in Cham neben dem städtischen Bauhof die Errichtung einer weiteren Unterkunft für Asylsuchende mit bis zu 80 Plätzen“, bestätigte Fabian Koller, Pressesprecher des Landratsamtes an Nachfrage. Es sei dem Grunde nach vorgesehen, eine einstöckige, beheizte, modulare Wohnanlage, also Wohncontainer, mit ausreichend sanitären Einrichtungen aufzustellen.
Die Betreuung der geplanten Anlage würde durch einen Hausverwalter sichergestellt. Durch die Beteiligung des Landratsamts in der Stadt Cham könne sicherstellt werden, „dass die Stadt von Anfang an kompetente Ansprechpartner für die dezentralen Unterkünfte im Stadtgebiet an der Hand hat, wie schon bisher“, betonte Koller. Aufgrund der angespannten Unterbringungssituation im Landkreis sei es das Ziel des Landratsamtes, die Unterkunft schnellstmöglich zu errichten und zu beziehen.
Die Unterkunft würde einen weiteren wichtigen Baustein bilden im gemeinsamen Bestreben des Landkreises und der Gemeinden, eine Notunterbringung in den Schulturnhallen zu verhindern, so der Pressesprecher. Vermieden wird dadurch vorerst auch die Errichtung solcher Anlagen in Gemeinden, die bisher wenig Asylsuchende haben, wie es vom Landkreis angedacht ist.