Conti baut in Regensburg und Ingolstadt 575 Arbeitsplätze ab – Betriebsrat entsetzt von „hoher Zahl“

Von den weltweit über 7000 Stellen werden am Standort Regensburg 350 wegfallen bei Continental. Am Standort Ingolstadt sind es 225. Das bestätigten Personalverantwortliche und Unternehmenssprecher.
In Ingolstadt sind es derzeit 1800 Mitarbeiter, in Regensburg 4500. Während in Ingolstadt auch im Forschungs- und Entwicklungsbereich gespart wird, betrifft der Stellenabbau in Regensburg den administrativen Bereich. Der Betriebsrat und die IG Metall in Regensburg sind entsetzt über die „Hohe Zahl“ an Stellen, die abgebaut werden sollen.
Nach der Ankündigung, weltweit mehr als 7000 Arbeitsplätze abzubauen, wurden am Montag auch die Mitarbeiter von Continental in Regensburg und Ingolstadt über konkrete Zahlen vor Ort informiert. „Wir haben der Belegschaft vorgestellt, dass wir etwa 350 Mitarbeiter haben, die vom Programm zur Fixkostenreduzierung betroffen sein werden“, sagte der Regensburger Conti-Personalleiter Michael Staab. Unternehmenssprecher Sebastian Fillenberg sagte, dass 225 Mitarbeiter am Standort Ingolstadt betroffen sein werden. In Ingolstadt hat Conti derzeit 1800 Mitarbeiter, in Regensburg sind es 4500 aktive Arbeitsverhältnisse.
In Ingolstadt Entwickler, in Regensburg Administrations-Mitarbeiter
Betroffen sind in Ingolstadt vorwiegend Mitarbeiter aus dem Bereich Forschung und Entwicklung. Am Standort Regensburg sind Mitarbeiter aus dem Bereich Service General Administration betroffen. Conti hatte kürzlich bestätigt, dass 480 Mitarbeiter von einer 40- auf eine 35-Stunden-Woche reduzieren sollen. Staab machte deutlich, dass diese Maßnahmen parallel zum Stellenabbau getroffen wurden. „Diese Einsparungen sind notwendig, um den Bereich Automotive wieder in das positive Betriebsergebnis zu bekommen“, sagte Unternehmenssprecher Fillenberg.
Betriebsrat: „Zahl erschreckt uns“
Harsche Kritik kam von der Gewerkschaft. Dieter Koller, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender bei Continental Regensburg, sagte: „Diese hohe Zahl erschreckt uns natürlich.“ In Regensburg würden viele Menschen in den betroffenen Bereichen arbeiten, daher sei klar gewesen, dass Regensburg im Fokus stehen würde. „Dennoch ist die Zahl deutlich höher, als wir erwartet hatten“, so der Betriebsratsvorsitzende.
Koller ist enttäuscht und wütend: „Das Vorgehen des Unternehmens ist einfach unterirdisch. Anstelle ständig Misskommunikation zu betreiben hätte der Vorstand schon lange mit uns an einem schlüssigen Konzept arbeiten können“, sagte der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende. „Vielleicht hätten wir dann schon Maßnahmen ohne Einschnitte für die Beschäftigten auf den Weg gebracht. Stattdessen tun sie alles dafür, um die Belegschaft, die Betriebsräte und die öffentliche Meinung gegen sich aufzubringen. Das schadet am Ende allen beteiligten!“
IG Metall: „Beschäftigte sind massiv verunsichert“
Betriebsrat und IG Metall haben nicht nur die Kommunikation, sondern auch die Pläne an sich scharf kritisiert. Rico Irmischer, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Regensburg dazu: „Seit vier Monaten sind die Beschäftigten jetzt massiv verunsichert, seit vier Monaten fordern wir Klarheit, Beteiligung und ein langfristiges Zukunftsbild. Und alles, was das Unternehmen liefert, ist noch mehr Verunsicherung. Conti übernimmt weder Verantwortung für die Menschen noch für den Konzern. Das muss sich endlich ändern!“